Haßfurt

Landkreis Haßberge: Kommt erneut das Böllerverbot auf öffentlichen Plätzen?

Wegen der Belastung des Gesundheitssystems fordert Knetzgaus Bürgermeister zum Feuerwerks-Verzicht auf. Die Gemeinden wollen bis Mittwoch über das weitere Vorgehen entscheiden.
Über den Verkauf von Feuerwerk entscheiden nicht die Kommunen, sondern die Länder. Auf öffentlichen Plätzen könnte im Haßbergkreis wieder das Böllerverbot kommen.
Foto: Christophe Gateau | Über den Verkauf von Feuerwerk entscheiden nicht die Kommunen, sondern die Länder. Auf öffentlichen Plätzen könnte im Haßbergkreis wieder das Böllerverbot kommen.

Es ist eine Debatte, die bereits seit einigen Tagen in Deutschland schwelt, nun auch im Kreis Haßberge: Die Rede ist vom Silvesterfeuerwerk. Denn wenn es nach einigen Bürgermeistern im Landkreis geht, sollte das Böllern auf öffentlichen Plätzen - wie bereits 2020 - auch in diesem Jahr verboten werden. Grund dafür ist die drohende Überlastung des Gesundheitssystems durch die Corona-Pandemie. Bis zum morgigen Mittwoch möchten die Bürgermeister eine Entscheidung in dieser Frage fällen, sagt Dieter Möhring, Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags und Oberhaupt von Aidhausen.

Gesundheitssystem nicht zusätzlich überlasten

Die Debatte angestoßen hatte Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus. In einer Pressemitteilung vom Dienstag appelliert er an die Bevölkerung, "auf die Silvesterknallerei in diesem Jahr zu verzichten." Freiwillig wohlgemerkt. "Viele Unfälle und Verletzungen durch das Abbrennen von Feuerwerkskörper n sind in der Silvesternacht zu beobachten und beanspruchen unnötig Pflegekräfte und medizinisches Personal", so Paulus. Hintergrund für seinen Appell sei ein Treffen von Lokalpolitikern und Medizinern des Ärztevereins Haßberge in Ebern am vergangenen Sonntag.

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In dem Gespräch schlugen diese Alarm, warnten vor starker Belastung und sprachen sich für eine effektivere Impfkampagne im Landkreis Haßberge aus. Arman Behdjati-Lindner, Vorsitzender des Ärztevereins, begrüßt den jüngsten Vorstoß des Knetzgauer Bürgermeisters. Das Problem: unkontrollierte Menschenansammlungen. Kontakt im öffentlichen Raum könne es nur unter der Berücksichtigung der AHA-Regel geben, so der Mediziner. Aber: "Aus meiner Sicht würde das niemand einhalten." 

Vergleichbares Vorgehen wie im vergangenen Jahr

Möglicherweise ein Grund, warum die Bürgermeister der 26 Gemeinden bereits jetzt vom freiwilligen Verzicht abzukommen scheinen. Auf die Nachfrage, ob im gesamten Landkreis wieder ein Böllerverbot auf öffentlichen Plätzen geplant sei, antwortet Aidhausens Bürgermeister Dieter Möhring: "Wir stimmen uns gerade ab und gehen vermutlich - leider- nach dem Muster des vergangenen Jahres vor." Damals hatten alle Gemeinden das Abbrennen von Feuerwerk auf öffentlichen Plätzen und Straßen untersagt. In seiner Gemeinde, so Möhring weiter, werde das auch in diesem Jahr definitiv nicht erlaubt sein, "auch wenn mir das grundsätzlich nicht leicht fällt."

Über ein Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk oder ein grundsätzliches Böllerverbot auch auf Privatgrund können derweil nicht die Kommunen entscheiden. Das liegt in den Händen der Länder.

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