Königsberg

Lasterfahrer folgt Navi und fährt Lkw bei Königsberg in Baustelle fest

Um Material an eine Firma in Königsberg zu liefern, fuhr ein ukrainischer Lasterfahrer, der für eine polnische Spedition unterwegs war, laut Polizei über die Staatsstraße von Haßfurt nach Königsberg. Ein Teil der Strecke ist derzeit jedoch eine kilometerlange Großbaustelle. Der Lastwagenfahrer missachte aber die Schilder und die Absperrung nach der Prappacher Einmündung. Er ignorierte laut Polizei etwa 500 Meter weiter auch die endgültige Vollsperrung der Straße, signalisiert mit dem Schild "Verkehrsverbot für Fahrzeuge aller Art".

Danach umfuhr der Lasterfahrer auch noch einen Wall aus Asphaltabbruch und steuerte sein Fahrzeug über die Abbruchrampe zunächst in den anschließenden Schotterunterbau, berichtet die Polizei. Als nach rund 50 Metern die Aushubtrasse in eine nicht mehr tragende Erdschicht überging, fuhr sich der Laster fest. Anhand der zahlreichen tiefen Spuren waren die untauglichen Fahrmanöver, aus dem Schlammassel herauszukommen, erkennbar, heißt es im Polizeibericht.

Weil er es nicht schaffte, seinen Lkw wieder flott zu bekommen, fragte der Lasterfahrer schließlich bei der Polizei um Hilfe nach. Eine Streife der Polizei mit einem Fachmann aus dem Bereich Verkehr nahm sich der Sache an und kümmerte sich um den festgefahrenen Laster und den hilflosen Ukrainer.

Bagger zieht Lkw mit Stahlseil wieder auf festen Untergrund

Aufgrund der widrigen Umstände, nämlich der Entfernung zu tragfähigem Fahrbahnuntergrund, wäre eine Bergung des festgefahrenen Lasters mit normalem Abschleppgerät nicht möglich gewesen. Um die Bergung des Lasters abzusprechen und die Übernahme der Kosten abzuklären, wurde die Halterfirma des Lkw in Polen ermittelt.

Trotz der schwierigen sprachlichen Verständigung sei man letztlich übereingekommen, dass die Mitarbeiter der vor Ort tätigen Baufirma die Bergung des Lkw effektiv und am kostengünstigsten übernehmen könnten. Deren Wissen und Gerät konnte durch die Vermittlung der Polizeibeamten unbürokratisch genutzt werden. Schlussendlich rollte auf Umwegen ein Baustellenbagger an, der am anderen Ende der Großbaustelle eingesetzt war, so die Polizei. Der Bagger konnte den Laster mit einem Stahlseil langsam in den gesicherten Bereich schleppen.

Dem wegen der Aufregung völlig erschöpfen Fahrer des Lasters blieb trotz Geldmangels eine gebührenpflichtige Verwarnung als Denkzettel für das Ignorieren der Schilder nicht erspart, heißt es im Polizeibericht. Zusätzlich kommen auf seine polnische Speditionen noch die Kosten für den Baggereinsatz der Baufirma zu. Der Fahrer hatte Glück im Unglück, hießt es im Bericht, denn es hätte nicht viel gefehlt und der Auflieger des Laster wäre eine Böschung hinuntergerutscht. Dann hätten Reparatur und Bergung die jetzigen Kosten um ein Vielfaches übertroffen.

Nicht klären konnte die Polizei die Frage, warum der Fahrer beharrlich dem Navigationsgerät folgte, obwohl die tatsächlichen Umstände vor Ort dies verboten. Umleitungs- und Sperrschilder wurden in diesem Fall ignoriert und auf das Navi vertraut, obwohl die aufgestellten Verkehrszeichen international Bedeutung haben.

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