Kirchlauter

Kreis Haßberge: So läuft es bei den Feuerwehren mit Corona

Thomas Fink, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Kirchlauter, von Beruf TÜV-Mitarbeiter, sorgt als Gerätewart auch in der Coronazeit für die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Geräte.
Foto: Günther Geiling | Thomas Fink, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Kirchlauter, von Beruf TÜV-Mitarbeiter, sorgt als Gerätewart auch in der Coronazeit für die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Geräte.

Corona bereitet auch den Freiwilligen Feuerwehren Probleme. Keine Übungen, keine Schulungen und seit Monaten bleibt alles Gesellige auf der Strecke. Bleibt dabei die Sicherheit auf der Strecke oder ist die Einsatzbereitschaft weiter gegeben? Wie machen die Wehren das in Zeiten der Pandemie?

Im Landkreis Haßberge gibt es in den 167 Feuerwehren rund 5000 Aktive Feuerwehrleute. Sie werden auch in Zeiten des Lockdowns gerufen. Kreisbrandrat Ralf Dressel sieht es als „oberstes Ziel der örtlichen Wehren an, dass die Einsatzbereitschaft gesichert ist." Die sieht er gegeben.

Er sehe, dass sich die Aktiven an das Hygienekonzept halten. Vom Kreisverband und der Feuerwehrführung gebe es in regelmäßigen Abständen Informationen zu aktuellen Themen, zum Hygienekonzept und wie man sich verhalten sollte. Die Wehren könnten sich bei Fragen jederzeit bei der Feuerwehrführung melden.

„Leider ruht der Ausbildungsbetrieb völlig und das macht uns große Sorge, denn wir wollen gerade die Kinder und Jugendlichen bei der Stange halten“, so Dressel. Deswegen bemühe man sich, über das Internet Angebote zu machen. Man hoffe, dass ab Ostern wieder Ausbildung und andere Aktivitäten möglich seien.

Online-Stammtisch in Rentweinsdorf

Vor dem Lockdown, im September, übte die Feuerwehr Rentweinsdorf fast täglich, um Leistungsprüfungen abzulegen, berichtete der zweite Kommandant Jonas Ludewig. Dies geschah schon mit Hygienevorschriften und Maske. „Sobald jemand ins Feuerwehrhaus kommt, hat er dies zu beachten. Bei Personeneinsatz sind FFP2-Masken zu tragen. Solche sind als Reserve in jedem Fahrzeug vorhanden.“

Schwierig sei die Nachwuchsarbeit. Man habe viele Überlegungen angestellt, so Ludewig. „Da die Jugendlichen aber mit Homeschooling schon viel zu tun haben, wollten wir hier nicht noch ähnliche Angebote machen." Man habe den Kindern aber Vorlagen zum Ausmalen zugemailt.

Den Aktiven seien Filme zur Verfügung gestellt worden, die zum Beispiel zeigen, wie man Personen aus Fahrzeugen befreit. Sie wurden online über Verhalten an Einsatzstellen oder Unfallverhütungsvorschriften aufgeklärt. „Da der Montagsdienst mit anschließendem Stammtisch nicht möglich ist, versuchen wir in einem Online-Stammtisch, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Wehr in Kirchlauter zehrt vom Boom der vergangenen Jahre 

Die Feuerwehr Kirchlauter erlebte mit 52 Aktiven in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom, berichtet der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Thomas Fink. So konnte man die Zahl der Atemschutzträger von sechs auf 13 steigern. Davon profitiert die Wehr nun. Man habe sogar zehn weitere Neuzugänge, die aber auf ihre Ausbildung wegen der Corona-Einschränkungen noch warten müssen.

Von Einsatzbeginn bis Einsatzende bestehe Maskenpflicht. „Dies fällt manchem gar nicht so leicht und ist bei verschiedenen Arbeiten auch beschwerlich. Höchstens die Atemschutzträger sind an die Masken durch ihre Übungen schon mehr gewöhnt“, meint Kommandant Frank Brem. Die Wehren seien aufgefordert, auf unnötige Kontakte zu verzichten. „Deswegen organisieren wir Online-Meetings", so Brem. Man stelle selbstgedrehte Videos zu Fahrzeugkunde, Atemschutz, Funk, Greifzug und anderem zur Verfügung.

Der Aktive Manfred Strätz trug in Kirchlauter als „Feuerwehrschreiner“ wesentlich dazu bei, dass man sich sonst gerne im gemütlich eingerichteten Mannschaftsraum traf. „Die Feuerwehr ist bei uns für viele wie eine zweite Familie. Gerade in der Coronazeit brauchen manche Hilfe oder Material bei kleinen Renovierungen zu Hause. Da bietet jeder seine Hilfe an. Diese gute Kameradschaft schweißt einfach zusammen und das spürt man in unserer Feuerwehr.“

Digitaler Montagsdienst in Ebern

Der Pressesprecher der Feuerwehr Ebern, Fabian Weber, berichtet, dass die Kommandantur versuche, in einem „digitalen Montagsdienst“ über Neuerungen, das aktuelle Geschehen und die Einschränkungen zu informieren. Sie spiele Übungsfilme ein, um dem Schulungsauftrag nachzukommen. Dies könne aber die Treffen und das Gespräch nach den Übungen nicht ersetzen.

Der große Wunsch aller Aktiven sei es, dass die Pandemie bald so weit eingedämmt ist, dass man wieder üben und ausbilden kann. Aber auch die Aufarbeitung von belastenden Erlebnissen nach einem Einsatz und die Pflege der Kameradschaft in einem „Floriansstüberl“ seien nötig, um weiter auf genügend freiwillige Helfer zurückgreifen zu können.

Der Aktive Manfred Strätz sorgte als „Feuerwehrschreiner“ in Kirchlauter für Regale für die Funkgeräte.
Foto: Günther Geiling | Der Aktive Manfred Strätz sorgte als „Feuerwehrschreiner“ in Kirchlauter für Regale für die Funkgeräte.
Leistungsprüfung in der Lockerungsphase: Mit Abstand stellten sich die Rentweinsdorfer Floriansjünger im September zu einem Gruppenbild.
Foto: Günther Geiling | Leistungsprüfung in der Lockerungsphase: Mit Abstand stellten sich die Rentweinsdorfer Floriansjünger im September zu einem Gruppenbild.
Kreisbrandrat Ralf Dressel steht an der Spitze der Feuerwehrführung im Landkreis Haßberge.
Foto: Günther Geiling | Kreisbrandrat Ralf Dressel steht an der Spitze der Feuerwehrführung im Landkreis Haßberge.
Typisches Bild für die Coronazeit im Feuerwehrhaus: Die Einsatzkleidung hängt schön aufgereiht am Haken - mit Maske.
Foto: Jonas Ludewig | Typisches Bild für die Coronazeit im Feuerwehrhaus: Die Einsatzkleidung hängt schön aufgereiht am Haken - mit Maske.
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