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Theres: Mehrheit befürwortet Photovoltaikanlage bei Horhausen

Bürgermeister Matthias Schneider (links) übergab im Namen des bayerischen Innenministers Joachim Hermann an die Gemeinderäte Manfred Rott (Mitte) und Alexander Schäflein (rechts) jeweils eine Urkunde, mit der die 18-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat gewürdigt wird.
Foto: Christian Licha | Bürgermeister Matthias Schneider (links) übergab im Namen des bayerischen Innenministers Joachim Hermann an die Gemeinderäte Manfred Rott (Mitte) und Alexander Schäflein (rechts) jeweils eine Urkunde, mit der die ...

Einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Nähe von Horhausen stellte der Gemeinderat Theres in seiner jüngsten Sitzung auf. Das Vorhaben wurde im Gremium größtenteils positiv bewertet. Elf Gemeinderäte sprachen sich dafür aus und vier Gemeinderäte stimmten dagegen.

Ein Interessent, der persönlich in der Sitzung anwesend war und dem Gemeinderat Rede und Antwort stand, möchte die Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Gemarkung "Toter Mann" in Horhausen auf einem Grundstück mit einer Gesamtfläche von 4,8 Hektar errichten. Dabei wird aber nur knapp die Hälfte, nämlich 2,3 Hektar mit Modultischen bebaut. Dieser Abschnitt, der südlich der Maintalautobahn A70 liegt und links und rechts von Wald eingegrenzt ist, soll außerdem umzäunt werden.

Geplant ist eine Anlagenleistung von 2,4 Megawatt Peak. Die Einspeisung in das Netz der UEZ Mainfranken soll in unmittelbarer Nähe erfolgen. Eine Einspeisungszusage liegt nach Angabe des Vorhabensträgers vor. Auch das Einverständnis des Grundstückseigentümers hat der zukünftige Bauherr nach seinen Angaben bereits eingeholt. Außerdem erklärte der Interessent, dass er die Kosten für die Aufstellung des Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes tragen wird.

200 Meter Abstand zur Autobahn

Anhand einer Präsentation erklärte der Träger des Vorhabens ausführlich die Hintergründe für das Projekt. So liegt die Fläche innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Korridors für Photovoltaikanlagen entlang der Autobahn. Der Abstand beträgt 200 Meter ab dem Fahrbahnrand.

Die Tische werden auf Rammfundamenten gegründet. Dadurch werde die Ackerfläche nicht versiegelt und die Fundamente lassen sich mechanisch einfach zurückbauen. Zum Einsatz kommen bewährte kristalline Module, vorzugsweise mit rückseitiger Glasscheibe anstelle einer Kunststofffolie. Diese Module seien sehr haltbar und zudem auch problemlos recycelbar, so der Geschäftsmann. Die stabile Unterkonstruktion ist aus verzinktem Stahl geplant und für eine Lebensdauer von circa 30 Jahren ausgelegt. Vorgesehen sind auch zwei oder drei Trafostationen in der Anlage.

Weiterhin führte der künftige Bauherr aus, dass die Anlage nach den Vorgaben der unteren Naturschutzbehörde eingegrünt werde. Da das Grundstück von Wald umgeben ist und im geplanten Bebauungsbereich leicht nach Norden fällt, sei es auch  nur gering einsehbar. Die Umzäunung der Anlage verfügt über einen großen Bodenabstand, der den Durchgang für Kleinwild ermöglicht. Der Bodenrichtwert der Fläche beträgt lediglich 35 Bodenpunkte, was vergleichsweise wenig sei, so der Verantwortliche. Zudem werde die Fläche während der Nutzungsdauer der Anlage extensiv genutzt. 

Gewerbesteuer bleibt in Theres

Weiterhin wurde bekanntgegeben, dass die Anlage am Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur teilnimmt und nur wettbewerbsfähige Gebote einen Zuschlag erhalten. Die Zuschläge in der letzten Ausschreibungsrunde lagen im Mittel bei circa fünf Cent je Kilowattstunde. Die Betreibergesellschaft die gegründet werden soll, hat ihren Sitz in der Gemeinde Theres. Die Gewerbesteuereinnahmen verbleiben also in vollem Umfang in der Gemeinde. 

Etwas Gegenwind kam von zwei Gemeinderäten. Mario Dorsch begrüßte prinzipiell das Vorhaben, seiner Meinung nach müsste aber mehr Augenmerk auf Dachanlagen gesetzt werden. Auch sieht Dorsch den Standort zwischen zwei Wäldern aus Naturschutzgründen als bedenklich an. Wie der Gemeinderat weiter mitteilte, ist auf dem südwestlichen teil der Fläche ein Bodendenkmal aus der Linear-Band-Keramik vorhanden. Ein Fachmann der Denkmalpflege sprach nach Dorschs Worten von einem "bedenklichen Eingriff" diesbezüglich. Diese Angelegenheit werde im Planverfahren geklärt, wenn die Träger öffentlicher Belange angehört werden, erwiderte der Bauinteressent.

Bedenken gegen das gesamte Vorhaben äußerte der Horhäuser Gemeinderat Uwe Stühler. Die Fläche werde der Nahrungsmittelerzeugung entzogen, natürlich Pfade im Lebensraum der Tiere würden abgeschnitten und die Waldbrandgefahr werde erhöht, so einige der Argumente, die den Gemeinderatsmitgliedern schriftlich vorlagen und eine ganze Seite umfassten.

Geehrt wurde zwei Gemeinderäte, die bereits seit drei Wahlperioden, also 18 Jahren, ihren Sitz im Gremium haben. Alexander Schäflein und Manfred Rott, der auch das Amt des zweiten Bürgermeisters innehat, gehören seit dem Jahr 2002 ununterbrochen dem Gemeinderat in der Fraktion CSU - Dorfgemeinschaft Untertheres an. Bürgermeister Matthias Schneider überreichte den beiden Jubilaren im Namen des bayerischen Innenministers Joachim Hermann jeweils eine Urkunde, mit der das langjährige verdienstvolle Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung gewürdigt wird.

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