ZABELSTEIN

Mit jeder Abfahrt mehr Selbstvertrauen

Mountainbiken im Gelände ist mit dem Fahren auf normalen Wegen nicht zu vergleichen. Der Spaßfaktor ist dabei um einiges höher, locken doch kleinere Sprünge oder rasante Abfahrten, zum Beispiel auf Waldwegen. Allerdings muss man dafür sein Gefährt wesentlich besser beherrschen. Den richtigen Umgang bekamen Jugendliche beim Mountainbike-Fahrtechnik-Seminar der Volkshochschule Knetzgau im Rahmen des Knetzgauer Ferienprogramms gezeigt.
Viel Spaß hatten die Teilnehmer trotz anstrengender Übungen beim Mountainbike-Fahrtechnik-Seminar im Rahmen des Knetzgauer Ferienprogramms. Kursleiter Noel Scholtens zeigte den Mädchen und Jungs, wie man sein Gefährt im Gelände richtig einsetzt, um damit dem maximalen Fahrspaß zu bekommen.
Foto: FOTO Timo Grembler | Viel Spaß hatten die Teilnehmer trotz anstrengender Übungen beim Mountainbike-Fahrtechnik-Seminar im Rahmen des Knetzgauer Ferienprogramms.

Noel Scholtens, der den Kurs leitete, kennt sich mit Fahrrädern aus. Er ist Inhaber eines Bikeladens in Haßfurt. Für ein solides Mountainbike müsse man mindestens 700 Euro investieren, erklärt Scholtens. Spitzenräder sind ab 1000 Euro zu haben. Zur Grundausstattung gehört zudem ein Helm, Handschuhe sind sinnvoll. Doch selbst das teuerste Material ist wenig wert, wenn der Fahrer nicht damit klar kommt.

Zunächst Trockenübungen

Ehe es rund um den Zabelstein auf anspruchsvolle Trails geht, müssen die Jungs und Mädchen zunächst einmal Trockenübungen absolvieren. Im Kreis fahren und dabei verschiedene Sprünge üben. Immer und immer wieder. Dem einen fällt es leichter, andere bringen das Vorder- und Hinterrad oder beide gleichzeitig nicht so einfach vom Boden. Es kommt dabei vor allem auf die Stellung der Pedale und schnelle Gewichtsverlagerung an. Nach einer Weile haben aber alle den Dreh raus.

Nun steht der richtige Einsatz der Bremsen im Mittelpunkt. Dafür müssen die Kinder ein kleines Gefälle hinabfahren und an einer bestimmten Stelle stehen bleiben. Als Markierung stellt sich der Kursleiter mutig zur Verfügung.

Manchen ist der Respekt vor dieser Übung deutlich anzumerken. Ganz vorsichtig tasten sie sich in die knapp fünf Meter lange Abfahrt hinein und kommen so teils nicht mal über eine Baumwurzel hinweg, die zu Beginn der Strecke ein wenig aus dem Boden herausragt. Einmal in Schwung gekommen, reicht bei einigen dann aber die eingesetzte Bremskraft nicht aus, so dass sie haarscharf an Noel Scholtens vorbeizischen. Erst, als der letzte Teilnehmer direkt vor ihm stehen bleibt, ist der Kursleiter zufrieden.

Gewicht richtig verlagern

Nun ist es an der Zeit für den ersten Härtetest: eine knapp 20 Meter lange Abfahrt auf einem gerade mal einem Meter breiten Pfad. Einige Kinder machen große Augen, doch im Nachhinein ist alles halb so wild. Noel Scholtens zeigt die Übung zunächst. Damit man beim Bremsen nicht nach vorne über den Sattel fliegt, muss das Gewicht entsprechend nach hinten verlagert werden. Alle haben gut aufgepasst und den vorherigen Test verinnerlicht, denn bei jedem klappt dies auf Anhieb recht ordentlich.

Danach wird die Übung verfeinert: Kurzes Stehenbleiben im Hang und noch stärkere Gewichtsverlagerung nach hinten werden gefordert. Mit jeder Abfahrt wächst das Selbstvertrauen - vor allem der drei Mädchen, so dass auch dies bald kein Kopfzerbrechen mehr bereitet.

In einem Zug hinauf

Nachdem alle nun sicher ein Gefälle hinunterkommen, steht die umgekehrte Richtung auf dem Programm. Die 20 Meter lange Abfahrt gilt es nun, in einem Zug hinaufzuklettern. Noel Scholtens erklärt, dass dafür der niedrigste Gang eingelegt wird. Auch muss der Sattel nach oben verstellt werden, um eine bessere Sitzposition zu schaffen. Am besten sei es, sich lediglich auf die Sattelnase zu setzen. Der Oberkörper sollte weit nach vorne gebeugt sein, damit das Vorderrad nicht abhebt. Um dies zu verhindern, muss auch das Lenkrad bei waagrechter Armstellung leicht nach hinten gezogen werden.

Benötigt wird natürlich auch eine gehörige Portion Schmackes in den Beinen, um nicht auf halber Strecke die Kraft zu verlieren. Damit in diesem Fall nichts passiert, klettert der Kursleiter in kurzem Abstand zu Fuß hinterher, um einen möglichen Sturz oder ein Abrutschen zu verhindern. Die Jungs in der Truppe sind bei dieser Übung natürlich im Vorteil, aber auch die Mädchen schlagen sich wacker und besiegen den Berg.

Zum Abschluss des vierstündigen Kurses wird das Geübte in die Praxis umgesetzt. Mit dem eben Gelernten werden die zahlreichen Pfade und Wege rund um den Zabelstein mit Leichtigkeit und vor allem jeder Menge Fahrspaß erkundet.

Mountainbiken im Gelände lernten Teilnehmer einer Ferienspaßveranstaltung der Gemeinde Knetzgau auf dem Zabelstein. Wer rasante Abfahrten auf Waldwegen ohne Sturz überstehen will, der muss sein Gefährt gut beherrschen.
Foto: FOTO TIMO GREMBLER | Mountainbiken im Gelände lernten Teilnehmer einer Ferienspaßveranstaltung der Gemeinde Knetzgau auf dem Zabelstein. Wer rasante Abfahrten auf Waldwegen ohne Sturz überstehen will, der muss sein Gefährt gut beherrschen.
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