Königsberg

Königsberger Naturparkzentrum nimmt Fahrt auf

In seiner vergangenen Sitzung hat das Naturparkzentrum, das in Königsberg entstehen soll, eine weitere Hürde genommen. Das Gremium votierte einstimmig für die Vorstudie, die Lukas Bandorf, stellvertretender Geschäftsführer des Naturpark Haßberge, vortrug. Zur Einführung auf diesen Vortrag hatte Bürgermeister Claus Bittenbrünn noch einmal auf die Bedeutung des Naturparkzentrums für Königsberg hingewiesen.

So sei die Ansiedlung des Zentrums eine einmalige Gelegenheit für die Stadt Königsberg in Zusammenspiel mit der seit 1970 laufenden Bemühungen zum Erhalt der historischen Altstadt die einzigartige Bausubstanz einem großen Publikum nahezubringen und vor allem den Bereich des Tourismus in Königsberg deutlich zu stärken. Langfristig werde das Besucherzentrum einen erheblichen Einfluss auf die touristischen und gewerblichen Möglichkeiten der Stadt und der Bürger nehmen.

Angebot von Stadtführungen

Auf diese Bedeutung ging auch Bandorf ein, der zudem die Pluspunkte herausstellte, die zur Wahl Königsberg als Zentrum geführt haben. Wie unter anderem die Natur und Landschaft in der Umgebung, die Altstadt und der große Parkplatz am Bleichdamm. Des Weiteren sei der Standort im Grüngürtel der Stadt ein Punkt für die Wahl Königsbergs gewesen, wobei beim Bau der sich an das Zentrum anschließende grüne Bereich nicht angegriffen werden wird. Außerdem könne die Stadt mit dem jährlichen Pfingstfest, der Rosenmesse und dem Weihnachtsmarkt starke Besucherströme verzeichnen. Wichtig sei auch das Angebot von Stadtführungen.

Anschließend stellte er die Planung für das Zentrum vor, das mindestens 400 Quadratmeter Fläche haben muss, von denen 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche sein müssen. Diese Vorgaben werden durch einen großen Ausstellungsraum und die Einrichtung eines Multifunktionraumes erreicht. Bautechnisch werden alle nötige Räume in einem erdgeschossigen Flachbau mit einer Dachbegrünung untergebracht. Bandorf stellte auch noch die möglichen Inhalte, Angebote und Themen vor, bevor man sich mit der Finanzierung und dem Anteil der Stadt Königsberg beschäftigte. Über die Ansiedlung des neuen Naturparkzentrums in der Stadt Königsberg wurde vom Landkreis bereits ein Beschluss gefasst.

Pflichtkriterien erfüllen

Bei Vorlage der Vorstudie müssen Pflichtkriterien erfüllt werden. Hierunter fällt unter anderem eine verlässliche Aussage zur Finanzierung des Eigenanteils (inklusive unerwarteter Mehrkosten), die die Förderhöchstgrenze für die Erstellung der Gesamtkonzeption und die Errichtung des Naturparkzentrums übersteigen. Die erste Kalkulation für die Investitionskosten des Naturparkzentrums Haßberge ist eine Grobschätzung. Es wurde eine Investitionssumme von 2 545 425 Euro errechnet.

Bei einer Festbetragsfinanzierung durch den Freistaat Bayern für die Errichtung des Naturpark-zentrums von zwei Millionen Euro ergäbe sich ein durch den Landkreis Haßberge und die Stadt Königsberg zu tragender Eigenanteil von 545 425 Euro.

Aussage zur Finanzierung

Als weiteres bedarf es einer verbindlichen Aussage zur Finanzierung einer Deckungslücke beim Betrieb des Naturparkzentrums. Hier errechneten sich unter Berücksichtigung von drei Personalvollzeitstellen und mindestens 2000 Öffnungsstunden im Jahr, sowie einem ansprechenden Veranstaltungsprogramm Betriebskosten von 234 350 Euro pro Jahr. Nach den derzeit geltenden Förderrichtlinien erhält der Träger eines Naturparkzentrums für dessen Betrieb einen Betrag von maximal  193 000 Euro pro Jahr. Demnach würde der zu übernehmende Eigenanteil insgesamt 41 350 Euro betragen. Hiervon würde der Landkreis Haßberge und die Stadt Königsberg jeweils 25 Prozent (= 10 337,50 Euro) tragen, die Landkreise Rhön-Grabfeld, Bamberg und Schweinfurt tragen zusammen ebenfalls 20 675 Euro.

Diese erforderlichen Mittel für die anteiligen Investitions- und Betriebskosten sind ab 2021/2022 in die Haushaltsplanung der Stadt Königsberg aufzunehmen. Diese Vorgabe wurde vom Stadtrat ohne Gegenstimme beschlossen. Die Stadt Königsberg trägt also die Finanzierung des Eigenanteils und die Mehrkosten, die die Förderhöchstgrenze übersteigen, für die Erstellung der Gesamtkonzeption und für die Errichtung des Naturparkzentrums zu 50 Prozent. Diese betragen nach derzeitigen Kostenschätzungen insgesamt 272 712,50 Euro.

Nicht in trockenen Tüchern

Außerdem trägt sie  25 Prozent der Betriebskosten, die nicht über die jährliche pauschale Förderung von 193 000 Euro gedeckt sind. Diese betragen nach derzeitigen Kostenschätzungen 10 337,50 Euro pro Jahr.

Mit dieser Vorstudie ist der Bau des Naturparkzentrums aber noch nicht in trockenen Tüchern, denn diese wird an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz weiter gegeben, das anhand der Bewertung der Regierung und der vorhandenen Haushaltsmittel entscheidet, ob auf Basis der Vorstudie dann die Hauptstudie gefördert werden kann.

Der Zeitplan für Königsberg sieht vor, dass die Hauptstudie Ende 2021 bis Mitte 2022 erarbeitet wird und anschließend die Förderung für den Bau erfolgt. Eine Bauzeit ist von Anfang 2023 bis Ende 2024 vorgesehen. Ende 2024 ist die früheste Eröffnung geplant.

Anfragen zu diesem Tagesordnungspunkt gab es hinsichtlich der parallel zum Bauvorhaben verlaufenden reparaturbedürftigen Thomas-Klingg-Steige. Diese werde im Zusammenhang mit dem Bau hergerichtet. Die Frage, warum nicht ein bereits vorhandenes Gebäude für das Zentrum umgebaut werden konnte, wurde damit beantwortet, dass vorhandene Gebäude nicht passend gewesen wären.

Im Todsgraben entlang der Thomas-Klingg-Steige soll das neue Naturparkzentrum in Königsberg als erdgeschossiger Flachbau mit Dachbegrünung gebaut werden.
Foto: Gerold Snater | Im Todsgraben entlang der Thomas-Klingg-Steige soll das neue Naturparkzentrum in Königsberg als erdgeschossiger Flachbau mit Dachbegrünung gebaut werden.
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