Ebern

Neues Buch: Für Leser, die gern ihren Verstand gebrauchen

Herbert Edgar Tusch aus Ebern hat sein drittes Prosa-Werk veröffentlicht.
Foto: Markus Erhard | Herbert Edgar Tusch aus Ebern hat sein drittes Prosa-Werk veröffentlicht.

Allen „die gern ihren Verstand gebrauchen, aber auch freundliche Gefühle für ihr Land und Volk und seine Sprache hegen“ widmet Herbert Edgar Tusch aus Ebern laut eigener Aussage sein neuestes Buch mit dem Titel „Funkenflug – Beobachtungen“. Wie schon in „Bergnebel“, das 2016 erschien, und in „Sprühregen“, das 2017 folgte, fasst der pensionierte Gymnasiallehrer für Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte auch in seinem dritten Prosa-Werk seine Gedanken zu verschiedensten Themenfeldern zusammen.

„Funkenflug als Titel soll besagen, dass der Leser Gefahr läuft, von meiner Meinung angesteckt zu werden, Feuer zu fangen“, erklärt der 77-Jährige. Insofern handelt es sich von der Art her um eine Fortsetzung der beiden vorangegangenen Veröffentlichungen. Inhaltlich unterscheiden sich die Bücher jedoch. Es sind Sammlungen von Texten, beliebig angeordnet.

Kritik an Kirche

In vielen dieser Kurztexte, die meist aus nur fünf oder sechs Sätzen bestehen, geht es um den christlichen Glauben. Auch die Kirche als Institution findet bei Tusch Erwähnung. „Im Ganzen besehen und locker betrachtet ist die Kirche nichts anderes als vereinigter und gut organisierter Aberglaube bzw. dessen Schutzmacht“, schreibt der Autor beispielsweise und stellt fest, dass die Menschen den Glauben und den Aberglauben aber brauchen, „so sehr wie Luft und Wasser, Wärme und Licht“. Auch mit dem Lesen befasst sich der Eberner kritisch. „Wenn ich viel lese – was bleibt mir dann selber noch für eigenständiges Denken?“, fragt Tusch. Dann sei man „gleichsam nur noch ein gefülltes Gefäß, statt ein dynamischer Entdecker zu sein bzw. sein zu wollen“.

Kräfte von Gott

Tatsächlich macht sich Tusch Gedanken über Gott und die Welt. Letztere „hastet unaufhörlich von der Vergangenheit in die Zukunft und hinterlässt am laufenden Band Vergangenheiten. Dennoch ist ihr Lieblingszustand die Gegenwart“. Und an anderer Stelle schreibt der Autor: „Gott hat jeden von uns mit nicht zu unterschätzenden Kräften ausgestattet – um nicht alles Selber tun zu müssen.“

Er könnte diese Gedanken wegstecken, wenn sie ihm in den Sinn kommen, sagt der Autor im Gespräch mit der Redaktion. Doch er bemerke beim Blick in fremde Publikationen, dass er mit mancher Meinung oder Beobachtung nicht daneben liegt oder zumindest, dass andere Menschen seine Sichtweise teilen. „Das beflügelt mich, meine Gedanken niederzuschreiben“, sagt Tusch, der mit dem Verfassen von Gedichten begann, darin aber in den vergangenen Jahren keine Erfüllung mehr fand.

„Funkenflug – Beobachtungen“ von Herbert Edgar Tusch ist zum Preis von fünf Euro erhältlich in der Buchhandlung „Leseinsel“, Kapellenstraße 30, in Ebern.

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