OBERSCHWAPPACH

„nonagon“ – Vielfalt der Kunst

„nonagon“ heißt die Künstlergruppe, die derzeit in der gleichnamigen Ausstellung in Oberschwappach ihre Werke zeigt. Unser Bild zeigt (von links) die Künstler Ingrid Jureit, Romana Menze-Kuhn, Ralf Dingeldein, Ingrid Manzano Stein, Ingrid Hornef und Ellen Hauser, Galeristin Eleonore Schmidts-Stumpf, den 2. Bürgermeister Bernhard Jilke, Galeristen Egon Stumpf und Bernadette Klug vom Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach.
„nonagon“ heißt die Künstlergruppe, die derzeit in der gleichnamigen Ausstellung in Oberschwappach ihre Werke zeigt. Unser Bild zeigt (von links) die Künstler Ingrid Jureit, Romana Menze-Kuhn, Ralf Dingeldein, Ingrid Manzano Stein, Ingrid Hornef und Ellen Hauser, Galeristin Eleonore Schmidts-Stumpf, den 2. Bürgermeister Bernhard Jilke, Galeristen Egon Stumpf und Bernadette Klug vom Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach. Foto: U. Langer

„nonagon“ heißt die neueste Kunstausstellung im Schloss Oberschwappach, die die Galeristen Egon Stumpf und Eleonore Schmidts-Stumpf aus Eschenau konzipiert haben. „nonagon“ ist auch der Name der Künstlergruppe aus dem Main-Taunus-Kreis, die sich unter dem vieldeutigen Namen zusammengefunden hat und „neun x Kunst“ verspricht. Sieben ihrer Mitglieder zeigen bei der 25. Ausstellung im Schloss Oberschwappach ihre Werke; das Publikum hat noch bis zum 25. Oktober Zeit, sich einen Eindruck von ihrer Aussagekraft und Schönheit zu verschaffen.

„Mit dieser Ausstellung eröffnen wir die 25. Schau moderner oder aktueller oder avantgardistischer oder schöner oder provokanter oder unverständlicher oder faszinierender oder einfach schöner Kunstwerke hier im Schloss“, erklärte Egon Stumpf den Besuchern bei der Vernissage und machte damit deutlich, dass Kunst immer eine Reaktion des Betrachters hervorruft.

Auch jeder, der die Arbeiten von Ev Grüger, Ralf Dingeldein, Ingrid Jureit, Ellen Hauser, Ingrid Hornef, Ingrid Manzano Stein und Romana Menze-Kuhn auf sich wirken lässt, wird etwas spüren. Denn die Bilder „sprechen“ durch die Künstler, sie haben eine künstlerische Aussagekraft, sie wirken durch Formen, Farben und ihre Komposition - und lösen damit Gefühle aus.

Auch wenn sich die Künstler zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, sind sie doch in ihren kunsttheoretischen und künstlerischen Ansätzen unterschiedlich. „Inhaltlich vereinzeln sie sich in Landschaft, Menschendarstellungen, Geometrie, gezeichneter Theorie, Rhythmisierung der Fläche durch musikalische Erlebnisse, kosmische Einflüsse als nahezu romantische und filigranste Radierungen, Zeichnungen von Körpern als nahezu serielle Untersuchung von Beweglichkeit und Geschmeidigkeit und Leiden an der Zerstörung der Welt als thematische Herausforderung“, sagte Egon Stumpf mit Blick auf die Themen der sieben ausstellenden Künstler.

So spielt Romana Menze-Kuhn mit dem Thema Landschaft, wobei sie ihren expressiv gestischen Kompositionen ans Monochrome anlehnende Farbimpressionen gegenüberstellt. Auch Ev Grüger zeigt farbige Landschaften, allerdings auf eine ganz andere, abstrahierende Art und Weise. Ingrid Hornef beschäftigt sich mit der Konkreten Kunst und in ihrer Serie „alea iacta es (Der Würfel ist gefallen) mit dem Zufall in der Kunst. Ihre streng geometrischen Arbeiten sind mit dem Würfel entstanden, auch wenn sie die Regeln für dieses ungewöhnliche Würfelspiel selbst aufgestellt hat. Die Radierungen von Ingrid Manzano Stein sprechen hingegen von den kosmischen Einflüssen auf den Menschen und sind wunderbare Kleinodien von romantischer Farbgebung und Kunstwerke voller Rätsel. Ralf Dingeldein wiederum liebt es, nur mit Papier und Stift in Windeseile Figuren aus seinem Inneren zum Leben zu erwecken. „Ich habe meine Freude an der einfachen Linie und daran, wie sich Figuren und menschliche Empfindungen entwickeln“, sagte er. Seine Figuren sind auch nie endgültig, sondern in der Bewegung und enthalten eine gewisse seelische Spannung, da auch ein expressiver Gedanke in den Werken steckt.

Menschliche Körper und deren Dynamik spielen auch bei Ingrid Jureit, die ihre Figuren auf dem Papier noch weiterentwickelt und durch Farbe verschiedene Stimmungen verleiht, eine Rolle. Ellen Hauser wiederum transformiert Musik und Lyrik in eine expressive Bildsprache und die Besucher der Ausstellung können sich nicht nur von ihren ausdrucksstarken Gemälden, sondern auch von der passenden Jazzmusik inspirieren lassen. So steht die Ausstellung „nonagon“ wie das gleichnamige Vieleck für Vielfalt. „Sie ist eine Potenzierung der künstlerischen Power durch gegenseitige Anregung“, so Egon Stumpf.

Die Idee, Werke ganz unterschiedlicher Künstler in einer Ausstellung zu zeigen, bewertete Horst Hofmann aus Haßfurt, einer der Besucher der Vernissage, als sehr gut. „Die Geschmäcker der Besucher sind ja auch ganz verschieden und eine Ausstellung sollte doch möglichst viele Menschen ansprechen“, erklärte er. Er besucht gerne Museen und Kunstausstellungen, weil er sich für Malerei und Bildhauerei interessiert. „Es ist für mich besonders interessant und schön, zu sehen, wie sich die Kunst weiterentwickelt. Denn sie bleibt nie stehen“, sagte er. „Das Betrachten der Bilder in dieser Ausstellung regt einen an, sich mit der Materie zu beschäftigen.“ Ihm selbst gefallen Bilder, deren Formen und Farben sich auflösen, die aber noch gegenständlich sind. „Daraus ergibt sich eine Spannung“, so seine Worte.

Bernhard Jilke, 2. Bürgermeister der Gemeinde Knetzgau, stellte fest, dass nicht nur der Name „nonagon“ (Neuneck), viele Bedeutungen hat. „Auch die Kunstwerke erzählen eine ganz eigene Geschichte“, sagte er. Es freue ihn, sechs der Künstler heute persönlich begrüßen zu dürfen und im Künstlergespräch etwas mehr über sie erfahren zu können. Jilke dankte auch den Galeristen und ihren Helfern für ihr unglaubliches Engagement und ihren Einfallsreichtum sowie dem Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach.

Die Ausstellung ist noch bis 25. Oktober sonn- und feiertags von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 09527/810501 im Westflügel des Schlosses Oberschwappach zu sehen. Führungen finden am 28. September und am 12. Oktober jeweils um 14.00 Uhr statt. Zudem gibt das Duo „Harfenlichter“ am Sonntag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr ein Konzert.

Ingrid Jureit mit einem Acrylgemälde aus der Tagebuchnotiz vom 26. Dezember 2009.
Ingrid Jureit mit einem Acrylgemälde aus der Tagebuchnotiz vom 26. Dezember 2009.
Ellen Hauser mit „Colours of Jazz – Hommage an Kevin Volans“.
Ellen Hauser mit „Colours of Jazz – Hommage an Kevin Volans“.

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