Pfarrweisach

Pfarrweisach: Warum Ralf Nowak nicht mehr Gemeinderat sein will

Ralf Nowak wirft hin: der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Pfarrweisach hat sein Mandat als Gemeinderat niedergelegt. Unser Bild zeigt ihn bei der letzten Gemeinderatssitzung Ende März als Bürgermeister, als Nowak vom Gremium zum Abschied ein Buch über Pfarrweisach erhalten hatte.
Ralf Nowak wirft hin: der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Pfarrweisach hat sein Mandat als Gemeinderat niedergelegt. Unser Bild zeigt ihn bei der letzten Gemeinderatssitzung Ende März als Bürgermeister, als Nowak vom Gremium zum Abschied ein Buch über Pfarrweisach erhalten hatte. Foto: Simon Albrecht

Ralf Nowak, der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Pfarrweisach, legt sein Mandat als Gemeinderat nieder. Was in den vergangenen Tagen als Gerücht durch die Gemeinde geisterte, bestätigte Nowak am Samstag in einem Telefonat mit dieser Redaktion. 

Als Begründung gibt er an, er habe festgestellt, „dass die Systeme zwischen ihm und dem neuen Bürgermeister Markus Oppelt inkompatibel sind“. Kein Wort verlor Nowak in dem Telefonat über die unerwartet hohe Niederlage bei der Bürgermeisterwahl, als er am 15. März nur 20 Prozent der Wählerstimmen erhielt, und es darauf zwei Wochen später zu einer Stichwahl zwischen Oppelt (CSU) und Christoph Göttel (Freie Wähler) kam, aus der Oppelt als Sieger hervorging.

Nowak befürchtet keine gute Zuzsammenarbeit

Nowak weiter: „Ich kann nicht jedesmal dagegen gehen, das kann nicht gut gehen, das ist für die Gemeinde nicht gut“. Er habe sechs Jahre als Bürgermeister versucht, für die Gemeinde da zu sein. Bei den Vorbesprechungen für die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats habe die ULB (Unabhängige Liste Bürgerblock) gegenüber der gemeinsamen Liste aus CSU, Freien Wählern und der Kommunalen Unabhängigen Liste (KUL) „nur ein Minimum bekommen“ – nur das, was der Stimmenverteilung nach den jeweiligen Gruppierungen zusteht, kritisiert Nowak. Er bedauert, dass bei der Entsendung in die Verbände, wie VG-Versammlung oder Schulverband, nur Gemeinderäte der gemeinsamen Liste vorgeschlagen worden seien. Offiziell werden diese Vertreter sowie die Referenten und Ausschüsse bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstag, gewählt. Um nicht „ins Blaue“ zu laufen, hatten sich die Parteien und Gruppierungen – wie allgemein üblich - intern zu einer Absprache getroffen.

Nowak habe sich die Entscheidung, sein Mandat als Gemeinderat niederzulegen, „nicht leicht gemacht“, sagte er in dem Telefonat. Die Kündigung habe er Mitte vergangener Woche beim Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Dirk Suhl, abgegeben; Oppelt sei telefonisch von ihm, Nowak, informiert worden. Ob Nowak trotzdem bei der Sitzung am Dienstag, dabei sein wird, will er von einem Gespräch am Montag mit Dirk Suhl abhängig machen; denn „noch bin ich ja eingeladen“.

Wird Christoph Göttel Zweiter Bürgermeister?

Nowak hat bei der Wahl zum Gemeinderat mit 988 Stimmen die fünftmeisten Stimmen erhalten. „Krösus“ bei der Gemeinderatswahl war Christoph Göttel mit 1644 Stimmen, gefolgt von Markus Oppelt mit 1586 Stimmen. Wie aus internen Kreisen zu erfahren war, soll aller Voraussicht nach Göttel das Amt des Zweiten Bürgermeisters übernehmen.

„Nachrücker“ für Nowak auf der ULB-Liste ist Sonja Appel aus Pfarrweisach. Die 46-jährige Versicherungskauffrau war einige Jahre Vorsitzende des Elternbeirats der Kindertagesstätte Pfarrweisach und erhielt bei der Gemeinderatswahl 468 Stimmen. Wie Oppelt gegenüber unserer Zeitung sagte, werde man die Kündigung von Nowak am Dienstag bei der Gemeinderatssitzung informell zur Kenntnis nehmen, eine Vereidigung von Appel könne frühestens in der nächsten Sitzung stattfinden, „weil die Kündigung einfach zu kurzfristig eingegangen ist“.

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