Aidhausen

Radweg-Lückenschluss und Kraftakt

Testfahrt auf der Radweg-Trasse: Finn Günther (von links), seine Oma Roswitha Günther sowie Werner und Elfriede Müller absolvierten nach dem offiziellen Spatenstich schon mal eine Testfahrt auf der Radwegtrasse zwischen Aidhausen und Wettringen.
Foto: Alois Wohlfahrt | Testfahrt auf der Radweg-Trasse: Finn Günther (von links), seine Oma Roswitha Günther sowie Werner und Elfriede Müller absolvierten nach dem offiziellen Spatenstich schon mal eine Testfahrt auf der Radwegtrasse ...

„Es wird auch Zeit“ sagt Elfriede Müller im Vorbeiradeln und lacht. Die Aidhäuserin und ihre Begleiter haben Glück: Der Regen der vergangenen Nacht hat den Boden nicht aufgeweicht und so können sie schon mal dort zur Probe fahren, wo jetzt noch die Bagger ihre Bahn ziehen. Aber das, was nach Müllers Worten „Zeit wird“, zeichnet sich längst ab: Der neue Radweg zwischen Aidhausen und Wettringen. Gut 1600 Meter lang ist die Neubaustrecke entlang der Staatsstraße, rund 390 000 Euro kostet sie, im Oktober soll sie fertiggestellt sein und nach der großen Zahl der Offiziellen, die an die Landkreisgrenze zwischen Haßberge und Schweinfurt gekommen sind, ist es auch kein ganz normaler erster Spatenstich. Ob Innenstaatssekretär Gerhard Eck, oder auch Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider – Lob gibt es durch die Bank für die interkommunale Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg.

Für den Markt Stadtlauringen bedeutet der Radweg einen Lückenschluss – hin zum Landkreis Haßberge. Im vergangenen Jahr wurde der Radweg von Wettringen zum Ellertshäuser See gebaut, fast alle Ortsteile sind jetzt über das Radwegenetz erschlossen, mehr als 15 Kilometer wurden in den vergangenen gut zehn Jahren gebaut, berichtet Bürgermeister Friedel Heckenlauer. Mit dem neuen Radweg ist nun der Anschluss des Haßbergkreises an den Ellertshäuser See geschaffen.

Ist es für Stadtlauringen der Lückenschluss, bedeutet es für Aidhausen den Einstieg in eines der größten Projekte, das die Gemeinde je in Angriff genommen hat, berichtet Bürgermeister Dieter Möhring. Denn: Von Aidhausen soll der Radweg weitergebaut werden. Bis Hofheim soll der Radweg einmal führen und von dort über bestehende Verbindungen ins Maintal und den Steigerwald. Geschätzte Gesamtkosten: Rund 1,5 Millionen Euro.

Diese überörtliche Funktion hob auch Landrat Schneider heraus. Der Radweg bringe nicht nur für die Bevölkerung vor Ort Sicherheit, sei von Bedeutung für alle Radfahrer, die vom Maintal bis in die Rhön unterwegs sind. Auch wenn die Weiterführung in Richtung Hofheim einen Kraftakt bedeute, stehe dann ein Radwegenetz zur Verfügung, das seinen Namen verdiene.

Warum man aus Aidhäuser Sicht besonderen Wert auf diesen Radweg legt: In einer Gemeinde und Region, die mit großen Betrieben oder gar Industrie nicht gerade üppig ausgestattet sei, müssten Werte wie etwa die Naherholung gefördert werden, so Bürgermeister Möhring. Bürger wie auch Erholung Suchende schätzten dies.

Fahrradfahrer bedeuten zum einen ein Stück Wirtschaftskraft, aber zugleich seien Radwege auch ein Stück Verkehrsinfrastruktur für die Menschen vor Ort, bekräftigte Gerhard Eck die Einschätzung von Möhring. Eck verwies auch darauf, dass sich der Freistaat mit 300 000 Euro an den Kosten des jetzt in Angriff genommen Radwegestücks beteiligt.

Lob gab es vom Innenstaatssekretär zudem für die Grundstücksbesitzer und Landwirte, die für das Vorhaben ihre Fläche zur Verfügung stellten: „Wir können es nur machen, weil die Landwirte mitmachen“.

Das Lob dürfte denn auch als ein wenig als Balsam für die Landwirte gedacht gewesen sein, denn: In der Vorbereitung auf den Bau des Radwegs hatte es Ärger gegeben. Die Flurbereinigungsgenossenschaft hatte im Frühjahr 2013, vor dem damals angedachten Baubeginn, einen alten Baum gefällt, der auf der geplanten Radwegtrasse stand. Ärger und dem Vernehmen nach auch ein Bußgeld gab es, weil die Esche innerhalb des Schutzzeitraums für Bäume – von März bis einschließlich September – gefällt worden war (wir berichteten). Eine der Begründungen damals: Durch den Bau des Radwegs um den Baum herum hätten die Landwirte noch mehr gutes Ackerland verloren. Am Ende wäre der Ärger vermeidbar gewesen: Der Radweg wurde 2013 nicht mehr gebaut, im vergangenen Winter hätte der Baum ohne Konsequenzen gefällt werden können.

Erdbewegung: Zum Spaten griffen am neuen Radweg zwischen Aidhausen und Wettringen Wolfgang Beil (von links) von der Baufirma, Planer Peter Knieling, Behördenleiter Holger Bothe (Staatliches Bauamt Schweinfurt), Innenstaatssekretär Gerhard Eck, die Bürgermeister Dieter Möhring (Aidhausen) und Friedel Heckenlauer (Stadtlauringen), Landrat Wilhelm Schneider und Manfred Rott (Staatliches Bauamt Schweinfurt).
Foto: Alois Wohlfahrt | Erdbewegung: Zum Spaten griffen am neuen Radweg zwischen Aidhausen und Wettringen Wolfgang Beil (von links) von der Baufirma, Planer Peter Knieling, Behördenleiter Holger Bothe (Staatliches Bauamt Schweinfurt), ...
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Haßberge und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Aidhausen
Alois Wohlfahrt
Dieter Möhring
Ellertshäuser See
Friedel Heckenlauer
Gerhard Eck
Landwirte und Bauern
Radwege
Wilhelm Schneider
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!