Haßfurt

Rathaus soll barrierefrei werden

Nein, hier wird nicht für einen behindertengerechten Zugang zum Sander Rathaus demonstriert – die Musikkapelle nahm hier im Freien Platz, um bei der Einweihung des Raaser-Denkmals im Sommer aufzuspielen. Der Rathauszugang wird trotzdem bald behindertengerecht.
Foto: Adi Beuerlein | Nein, hier wird nicht für einen behindertengerechten Zugang zum Sander Rathaus demonstriert – die Musikkapelle nahm hier im Freien Platz, um bei der Einweihung des Raaser-Denkmals im Sommer aufzuspielen.

Auf der Tagesordnung der Bürgerversammlung in Sand standen, anders als in den Jahren zuvor, diesmal keine „heißen“ Themen. Trotzdem konnte Bürgermeister Bernhard Ruß im Saalbau Hotel Goger rund 70 interessierte Bürger begrüßen.

Als Fazit der Bürgerversammlung 2014 kann man ziehen, dass die Sander mit der Arbeit von Bürgermeister, Gemeinderat und Gemeindeverwaltung offensichtlich zufrieden sind, denn in der Versammlung äußerte niemand Kritik. Alle Punkte wurden vielmehr sachlich erörtert.

Auf der Tagesordnung standen der behindertengerechte Zugang zum Rathaus, das Anlegen von Urnenerdgräbern im Friedhof und die Breitbandversorgung. Darüber erfuhren die Sander, dass die unteren Räume der Turnhalle im Notfallplan des Landkreises zur vorübergehenden Aufnahme von Asylbewerbern vorgesehen sind.

„Behinderte Menschen sollen am sozialen Leben teilhaben. Auch der Freistaat Bayern hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2018 alle öffentlichen Gebäude barrierefrei zugänglich sein sollen“, mit diesen Worten stieg Bürgermeister Ruß in die Versammlung ein. Erläuterungen zur Herstellung der Barrierefreiheit für das Sander Rathaus gab Architekt Jürgen Rebhan (Bamberg), der vor rund zwanzig Jahren verantwortlicher Architekt der Schulhaussanierung war und sich somit mit der Bausubstanz des Rat- und Schulgebäudes bestens auskennt.

Rebhan gliederte die vorgesehenen Baumaßnahmen in folgende Bereiche: Schaffung von behindertengerechter Zugängen zu den Verwaltungsräumen, Einrichtung behindertengerechter Toilettenanlagen und einen Anbau eines Außen-Aufzuges zu den Stockwerken und zum Rathaussaal. Er bezifferte die Kosten auf 340 000 Euro, darin eingeschlossen eine neue Brandmeldeanlage.

Nach Zwischenfragen von Bürgern führte Ruß an, dass die vorgestellten Baumaßnahmen die günstigste Variante des behindertengerechten Zugangs seien. Mit der bisherigen Planung habe man die Vorarbeit gemacht, die weitere Vorgehensweise und Entscheidung liege nun beim Gemeinderat.

Im weiteren Verlauf der Bürgerversammlung wurde über einen geeigneten Platz für Urnen-Erdgräbern im Friedhof gesprochen. Bürgermeister Ruß führte an, dass Urnenbestattungen immer mehr zunehmen. Viele Sander wünschten Urnen-Erdgräber, die sie in Erinnerung an ihre verstorbenen Angehörigen auf kleiner Grabfläche individuell gestalten können. Von den Bürgern kamen dazu verschiedene Anregungen. Die meisten Diskussionsteilnehmer hielten die Grünfläche gegenüber den bestehenden Urnenwänden für zu klein.

Andere sprachen sich dafür aus, auf der freien Fläche mit den Ehrengräbern gestalterische Gemeinschafts-Uhrengräber anzulegen; dritte plädierten dafür, für die Urnen-Erdgräber ein noch freies Feld im neuen Friedhof zu nutzen. Bürgermeister Ruß fasste schließlich zusammen: „Wir stehen nicht unter Zeitdruck. Für weitere Anregungen sind wir jederzeit offen, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden“.

Zum derzeit überall aktuellen Thema „Breitbandversorgung für einen schnellen Internet-Zugang“ führte Ruß aus: „Wir haben die dazu erforderlichen umfangreichen Vorarbeiten bereits vor einiger Zeit hinter uns gebracht. Deshalb konnten wir schon im April 2014 mit der Telekom einen Vertrag über einen für uns kostenfreien Breitband-Netzausbau abschließen“. Den Ausführungen von Verwaltungsfachmann Matthias Klauda war zu entnehmen, dass bis zum Jahr 2016 die Telekom fast jedem Haus in Sand eine Breitband-Schnelligkeit mit mindestens 20 bis 25 MB zur Verfügung stellen wird.. „Damit sind dann gut versorgt“, so Matthias Klauda.

Der Bürgermeister informierte die Bürgerschaft auch darüber, dass sich Sand mit der Aufnahme von Asylbewerbern befassen muss. Der Notfallplan des Landkreises Haßberge sehe vor, dass die unteren Räume der Turnhalle zur vorübergehenden, etwa sechswöchigen Aufnahme von rund 20 Asylbewerbern dienen könnten. Für Asylanten, deren Asylantrag bereits genehmigt ist, werden derzeit in Sand, auch auf dem freien Wohnungsmarkt, keine Unterkünfte angeboten werden.

In der Sander Bürgerversammlung kurz notiert

• Alte Postkarten: Bürgermeister Ruß bat die Sander, alte Ansichtskarten oder besondere Bilder von der Gemeinde Sand für eine Ausstellung der Volkshochschule zur Verfügung zu stellen. Ebenso bat Ruß um Anregungen für die angestrebte Neugestaltung der Homepage der Gemeinde.

• Kunstrasen: Das Gemeindeoberhaupt teilte mit, dass der Kunstrasenplatz künftig auch vom BFV-Jugendstützpunkt Haßberge des Bayerischen Fußballverbandes mit genutzt wird.

• Familien: Gerhard Zösch stellte heraus, dass für Sander Familien oder Familien die nach Sand ziehen wollen, Mehrfamilienhäuser eine gute Alternative sind. Investoren seien dafür vorhanden. Die Gemeinde müsse nach geeigneten Standorten suchen.

• Kreisel: Stefan Rippstein monierte den vom Gemeinderat geplanten Kreisel in der Knetzgauer Straße, bei dessen Bau ebenso wertvolles Gelände verloren ginge wie bei der weiteren Erschließung der „Unteren Länge“. Bürgermeister Ruß erwiderte, dass man bei den Planungen und mit dem Beschluss des „Einheimischenprinzipes“ sehr maßvoll mit dem vorhanden Gelände umgegangen sei.

• Sendeanlage: Bürgermeister Ruß erklärte auf Anfrage, dass die Gemeinde vom Telekommunikationsunternehmen Vodafone nicht über den genauen Standort der genehmigungsfreien Sendeanlage in Sand informiert werden muss. Die Gemeinde wisse deshalb auch nicht, auf welchem Gebäude die Sendeanlage installiert wird.

• Busverkehr: Werner Schmitt (Zeller Straße) bemängelte die leeren Busse, die tagsüber ohne Fahrgäste bis nach Schindelsee fahren. „Das kostet doch Geld“, so Schmitt. Bürgermeister Ruß antwortete, dass der Landkreis den Flächen-Linienverkehr aufrecht erhalten will. Die Planung für ein neues Nahverkehrskonzept sei vom Landkreis in Auftrag gegeben.

• Pflegeplätze: Auf Nachfrage hin antwortete Ruß, dass die Sozialverbände derzeit in Sand keine Chance für ein betreutes Senioren-Wohnheim sehen. Eine Alternative wäre möglicherweise die Einrichtung einer Tagespflege für ältere Leute. Diesbezüglich werde man weiter am Ball bleiben.

Aus Platzgründen halten die meisten Sander die kleine Grünfläche vor den Urnenwänden für Urnen-Erdgräber für ungeeignet.
| Aus Platzgründen halten die meisten Sander die kleine Grünfläche vor den Urnenwänden für Urnen-Erdgräber für ungeeignet.
Die generalsanierte Sport- und Kulturhalle ist eine der sehr guten Sportanlagen in Sand und trägt zur Wohnqualität in der Gemeinde bei.
| Die generalsanierte Sport- und Kulturhalle ist eine der sehr guten Sportanlagen in Sand und trägt zur Wohnqualität in der Gemeinde bei.
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