Rauhenebrach

Rauhenebrach bleibt weiter schuldenfrei

Neun Millionen Euro umfasst der Gemeindehaushalt von Rauhenebrach, aber auch kleine Maßnahmen sind wichtig wie die Zehn-Prozent-Beteiligung der politischen Gemeinde an der Reparatur der Hauptuhr an der Kirche in Karbach, die rund 2000 Euro kosten wird.
Neun Millionen Euro umfasst der Gemeindehaushalt von Rauhenebrach, aber auch kleine Maßnahmen sind wichtig wie die Zehn-Prozent-Beteiligung der politischen Gemeinde an der Reparatur der Hauptuhr an der Kirche in Karbach, die rund 2000 Euro kosten wird. Foto: Sabine Weinbeer

9,19 Millionen Euro umfasst der Haushaltsplan für das Jahr 2020, den der Gemeinderat Rauhenebrach in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig verabschiedete. Die beiden größten Baustellen des Jahres sind die Generalsanierung des Kindergartens in Untersteinbach, die bereits abgeschlossen ist, und der Kanal- und Wasserleitungsbau in der Obersteinbacher Straße. Auch in die Sicherung der Trinkwasserversorgung wird einiges an Geld fließen. Rauhenebrach greift für einen ausgeglichenen Haushalt zwar in die Rücklagen, bleibt aber weiterhin schuldenfrei.

Bürgermeister Matthias Bäuerlein ging angesichts des neu besetzten Gremiums etwas ausführlicher auf den Haushalt ein, der im Finanzausschuss intensiv vorberaten worden war. Knapp 5,2 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt, 3,67 stehen im Vermögenshaushalt für Investitionen zur Verfügung. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beläuft sich auf 642 000 Euro. Rund 325 000 Euro aus den Rücklagen sind zum Haushaltsausgleich vorgesehen. Dazu erklärte Bäuerlein, dass man natürlich die Einnahmen eher zurückhaltend, die Ausgaben eher etwas höher kalkuliere mit dem Ziel, am Jahresende noch etwas Luft zu haben. Dass sich Projekte auch mal etwas verschieben, sei außerdem auch nichts Neues.

"Historischer Spitzenwert" für Rauhenebrach

Mit 500 000 Euro Gewerbesteuer kalkuliert Bäuerlein, der sich über das Rechnungsergebnis 2019 freute. 620 000 Euro, das sei für Rauhenebrach "ein historischer Spitzenwert". Hervorragend entwickelt habe sich die Einkommensteuerbeteiligung in der Gemeinde, die mit 1,4 Millionen angesetzt sind. 1,3 Millionen Euro wird Rauhenebrach an Schlüsselzuweisungen vom Land erhalten. 1,2 Millionen muss die Gemeinde aber auch an Kreisumlage abführen.

Wie geplant weitergeführt werden die Sanierungsmaßnahmen im Kanalnetz und bei der Wasserversorgung. Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte der Bürgermeister, dass die Grundwasserspiegel derzeit niedriger lägen als im Juli 2019 oder 2018. Deshalb sei er auch mit Nachdruck dabei, die geplanten Probebohrungen für einen weiteren Trinkwasserbrunnen umzusetzen. "Das muss heuer noch passieren. Außerdem wird es im kommenden Mitteilungsblatt einen scharfen Appell an die Bevölkerung geben, sparsam mit Trinkwasser umzugehen", so der Bürgermeister.

ILE Lebensregion+ will sich breiter aufstellen

Für die Baumaßnahmen der vergangenen Jahre gehen im diesjährigen Haushalt zahlreiche Zuschüsse vom Land ein. Gleichzeitig werden neue Maßnahmen anfinanziert wie etwa die Dorfplatzgestaltung mit Feuerwehrhaus in Theinheim oder die alte Schule in Falsbrunn. 

Die ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) Lebensregion+ will sich breiter aufstellen. Bisher treffen sich die zehn Bürgermeister alle vier Wochen, die Gremien alle zwei Jahre zu einer gemeinsamen Sitzung. Nun soll jede Gemeinde Vertreter in einen gemeinsamen Arbeitsausschuss entsenden. Als Allianzbeauftragte benannte der Gemeinderat Rauhenebrach Alexander Stahl und Olaf Ernst.

Auch wenn die Rechnung künftig etwas höher ausfallen wird als bisher, wird Rauhenebrach auch weiterhin die Lohn- und Gehaltsabrechnung für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung vom Landkreis erledigen lassen. "Das ist für uns die wirtschaftlichste Lösung", so Matthias Bäuerlein. Der neuen Vereinbarung, die sechs Jahre gelten soll, stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Wollschweine in Hanglage

Durchaus umstritten war das Vorhaben eines Grundstücksbesitzers aus Prölsdorf. Der möchte künftig auf einem bisherigen Acker in Hanglage Wollschweine halten. Dazu benötigt er aber ebene Flächen. Um diese in Terrassen zu schaffen, hat er sich mit einem Bauunternehmen zusammengetan, das mit Erdaushub die Modellierung des Geländes vornehmen würde. Das Ganze würde sechs bis sieben Jahre dauern und der Acker wäre in dieser Zeit eine so genannte Inert-Deponie für unbelasteten Erdaushub. Das Vorhaben wurde kontrovers diskutiert, zum einen wegen der Zufahrt, die für Schwerlastverkehr nicht geeignet ist, zum anderen, weil Rauhenebracher Bauherren nach bisherigem Stand keinen Zugang zu dieser Erdaushubdeponie hätten. Die Entscheidung wurde daher zurückgestellt, der Bürgermeister wird mit den Antragstellern verschiedene Punkte besprechen.

Nachdem die Berechnungsgrundlage in der Juni-Sitzung ausgiebig besprochen worden war, beschloss der Gemeinderat nun die Sätze für die Schlussabrechnung der Kläranlage. Sie belaufen sich auf 3,66 Euro je Quadratmeter Geschossfläche und 14 Cent je Quadratmeter Grundstücksfläche. Der größte Teil der Maßnahme wurde bereits über die ersten beiden Beitragsraten abgerechnet, die Schluss-Bescheide werden im September verschickt, so Heike Pfrang von der Verwaltung.

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