Ermershausen

Schnelles Internet für Ermershausen in drei Schritten

Hinter der Tennisanlage will die Telekom einen neuen Funkmast errichten, der auch von Vodafone genutzt werden soll.
Foto: Gerhard Schmidt | Hinter der Tennisanlage will die Telekom einen neuen Funkmast errichten, der auch von Vodafone genutzt werden soll.

Der Glasfaserausbau für schnelles Internet soll in Ermershausen in drei Schritten erfolgen. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Mittwoch im Sportheim einstimmig.

Im ersten Ausbauschritt soll das Neubaugebiet "Belzig" an der Birkenfelder Straße sowie der nordwestliche Teil des Ortes im Bereich des Sportheims mit Glasfaser erschlossen werden. Dafür seien acht Grabungsarbeiten nötig, sagte Bürgermeister Günter Pfeiffer. Die geschätzten Kosten für den ersten Ausbauschritt betragen rund 200 000 Euro und werden mit 90 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert.

Im zweiten Schritt soll per "Super-Vectoring" der restliche Ort mit der doppelten Internetgeschwindigkeit wie bisher versorgt werden. Dafür werden noch keine Kabel verlegt. Dies geschieht erst im dritten Schritt, wenn dann im ganzen restlichen Ort Glasfaserkabel verlegt werden – voraussichtlich im Jahr 2023. Auch in die drei Aussiedlerhöfe soll Glasfaser verlegt werden.

Die Südwerk-Firmengruppe will nordwestlich von Ermershausen in der Gemarkung Lederhecke einen Solarpark auf einer Fläche von 49 Hektar errichten. Laut Pfeiffer sind noch viele Fragen offen. Die geplante Anlage müsse auch einen Mehrwert für die Gemeinde haben, sagte der Rathauschef.

Die Telekom will in Ermershausen auf dem Sportplatzgelände hinter der Tennisanlage auf eigene Kosten einen Funkturm errichten. Der Turm soll 28 Meter hoch werden und neben der Telekom auch vom Mobilfunkanbieter Vodafone genutzt werden. Der Bau soll laut Telekom "zeitnah" erfolgen. Der Gemeinderat erteilte seine Zustimmung einstimmig.

52 digitale Pager (Piepser) sollen für die Freiwillige Feuerwehr angeschafft werden, da die Alarmierung von analog auf digital umgestellt wird. Derzeit gibt es in der Gemeinde 46 aktive Feuerwehrleute und drei Jung-Feuerwehrleute. Die Kosten pro Pager betragen zwischen 550 bis 700 Euro. Die Ausschreibung erfolgt über das Landratsamt. Die Kosten für Ermershausen liegen zwischen 23 000 und 29 000 Euro und werden mit 80 Prozent bezuschusst.

Der Manager der Hofheimer Allianz, Philipp Lurz, nutzte die Gemeinderatssitzung um sich vorzustellen und Probleme aufzuzeigen. Seiner Aussage nach trifft der demographische Wandel Ermershausen besonders hart. Während die Bevölkerung auf Landkreisebene in den nächsten 20 Jahren um drei Prozent abnimmt, sind es in Ermershausen 14 Prozent.

Leerstände gebe es in der Gemeinde vor allem in der Hauptstraße, wo derzeit sieben Häuser leerstehen. Vier der Eigentümer wollten nicht verkaufen, warf der Bürgermeister ein. 15 bis 20 Häuser drohen in den kommenden Jahren leer zu stehen, fuhr Lurz fort. Die Hofheimer Allianz hilft beim Verkauf von Immobilien und habe eine Adressenliste mit Interessenten aus ganz Deutschland, so Lurz.

Bis zu 10 000 Euro an Fördermitteln könne ein Käufer von der Hofheimer Allianz erhalten, wenn er einen Leerstand beseitigt. Auf dem Gebiet der Hofheimer Allianz seien in den vergangenen zwölf Jahren 320 Leerstände beseitigt worden, rund zwei Millionen Euro wurden ausgeschüttet. In Ermershausen wurden bislang vier Leerstände beseitigt.

13 Orte in Bayern erhielten den Titel "Denkort der Demokratie", darunter auch Ermershausen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner plant in diesem Jahr nach Ermershausen zu kommen, um die Ernennungsurkunde persönlich zu überreichen, sagte Pfeiffer.

Bürgermeister Günter Pfeiffer präsentierte während der Gemeinderatssitzung das neue Begrüßungsgeschenk für Neugeborene, das 'Schnuffeltuch'. 
Foto: Martin Schweiger | Bürgermeister Günter Pfeiffer präsentierte während der Gemeinderatssitzung das neue Begrüßungsgeschenk für Neugeborene, das "Schnuffeltuch". 
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