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Eltmann: Schülerfirma holt dritten Platz bei Landeswettbewerb

Das erfolgreiche Team der Schülerfirma 'D!Box': (vordere Reihe, von links) Susanne Vodde (Vorsitzende des AK Schule und Wirtschaft im Landkreis Haßberge), Direktorin Manuela Küfner, Maxi Boczar, Marie Kretschmer, Marie Adam, Emily Göppner und Betreuungslehrerin Susanne Müller; hintere Reihe, von links: Silas Karden, Simon Schlee, Lorenz Jäger, Dennis Strohhöfer, Philipp Muth und Betreuungslehrerein Marion Dirscherl.
Foto: Günther Geiling | Das erfolgreiche Team der Schülerfirma "D!Box": (vordere Reihe, von links) Susanne Vodde (Vorsitzende des AK Schule und Wirtschaft im Landkreis Haßberge), Direktorin Manuela Küfner, Maxi Boczar, Marie Kretschmer, ...

Viele kleine Unternehmen traf die Corona-Krise hart. Ähnlich ging es der Schülerfirma "D!Box" der Wallburg-Realschule, deren erfolgreicher Start durch den Lockdown jäh gebremst wurde. Die weitere Produktion kam völlig zum Erliegen. Die Geschäftsidee war jedoch schon so weit voran geschritten, dass man sich am digitalen Landeswettbewerb beteiligen konnte und dort mit einem hervorragenden dritten Platz in Bayern abschloss, und dies als jüngstes Teilnehmerteam. Auch die Aktionäre konnten sich über ein sehr positives Ergebnis freuen.

In der Abschlusshauptversammlung in der Aula der Wallburg-Realschule gab der Vorstand der Schülerfirma einen Bericht über das Geschäftsjahr. Das Junior-Unternehmen stellt hochwertige Edelstahl-Boxen her und erreichte damit auch eine besondere Nachhaltigkeit für sein Produkt, das man aber auch erstaunlich vielfältig einsetzen kann: als Stiftebox, als Kabeldose für Handy-Aufladekabel bis hin zu einer Mund- und Nasenschutz-Aufbewahrungsbox für den aktuellen Gebrauch der Masken.

Umsätze machte man durch den Verkauf an der Wallburg-Weihnacht, beim Konzert in der Schule, auf dem interkulturellen Adventsmarkt in Bamberg, über verschiedene Firmen sowie beim Pausenverkauf in der Schule. Der Verkauf lief so gut, dass die erste Tranche an Dosen bald verarbeitet war und man dringend Nachschub brauchte. Hier war man aber auf den Händler angewiesen, der die Materialboxen ausgerechnet aus China beschafft hatte. So kam es zu Lieferschwierigkeiten. Die Bestellung ließ zu Beginn des Jahres länger auf sich warten.

Stockende Produktion

Außerdem hingen die Boxen längere Zeit beim deutschen Zoll fest. Die Auftragsbücher waren also voll, aber es stockte die Produktion. Hinzu kam, dass von heute auf morgen mit dem 13. März der Unterrichtsbetrieb an den Schulen schloss, so dass es zu Kontaktbeschränkungen kam und die Mitarbeiter nicht mehr an ihren Arbeitsplatz in der Schule konnten.

Damit aber nicht genug, war die Firma auf die Unterstützung der Firma Ceratonia in Ebelsbach angewiesen, mit deren Hilfe und deren Maschinen man die Dosen mit speziellen Gravuren gestaltete. Dabei stand Wirtschaftspate Adrian Dümpert den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Aber auch diese Firma ging in Kurzarbeit, und damit war auch die vorübergehende Produktionsstätte für die Schülerfirma geschlossen. Der Schülerfirma ging es also nicht anders als vielen anderen Firmen im Lande.

Zum Glück war bis dahin aber alles so weit voran geschritten, dass man sich nun auf den Landeswettbewerb konzentrieren konnte, der neben der Junior-Messe alljährlich das Highlight für die Schülerfirmen ist. Hier treten einen Tag lang unter den Augen vieler Gäste Gäste, der Presse und einer Expertenjury die besten Junior-Unternehmen Bayerns in den Wettstreit gegeneinander. Aber auch dieser Wettbewerb konnte wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden. Die Verantwortlichen beschlossen dann, diesen nun digital beziehungsweise online durchzuführen.

Große Herausforderung

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Philipp Muth bekräftigte, dass dies für das ganze Team die nächste große Herausforderung war. Denn es galt, Ideen für einen Film per Videokonferenzen mit den Lehrerinnen Susanne Müller und Marion Dirscherl zu besprechen, alternative Präsentationsmöglichkeiten zu überlegen sowie Unterlagen wie Fragebogen, Geschäftsbericht, Werbeflyer oder Videos zu gestalten.

Mit Wirtschaftspate Adrian Dümpert von der Firma Ceratonia (links) bei der Gravur der hochwertigen Boxen: Simon Schlee und Philipp Muth.
Foto: Günther Geiling | Mit Wirtschaftspate Adrian Dümpert von der Firma Ceratonia (links) bei der Gravur der hochwertigen Boxen: Simon Schlee und Philipp Muth.

Die Aktionäre konnten sich bei der Abschlussversammlung selbst ein Bild davon machen, wie hervorragend den Schülern diese Präsentation in einer schwierigen Zeit des Miteinander gelungen ist. Sie konnten die Juroren mit der Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsidee begeistern. Großer Beifall brandete auf beim Video über die Preisverleihung, bei der Laudator Direktor Patrick Gelsdorf "das hohe Engagement und das Herzblut, welches die Schülerfirma an den Tag legte" besonders hervorhob. Selbst die Abgeordneten verschiedener Parlamente, so Digitalministerin Dorothee Bär, MdB Sabine Dittmar und MdL Steffen Vogel, hatten Glückwünsche übermittelt, wie Pressesprecherin Emily Göppner mitteilte.

Mit sichtlichem Stolz gaben die Vorstandsmitglieder vor der Hauptversammlung ihre Berichte ab. Der Abteilungsleiter für die Produktion, Simon Schlee, gab mit Bildern einen Einblick in die Arbeit in der Produktionsstätte bei Ceratonia in Ebelsbach. Er bedauerte, dass man durch Corona an der weiteren Arbeit gehindert worden sei.

Marie Kretschmer, Abteilungsleiterin der Marketingabteilung, stellte heraus, dass man die eigene Geschäftsidee kreativ umgesetzt und dabei ein besseres Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen erfahren habe. Vor allem habe man Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Selbstständigkeit, aber auch Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit erworben. Das alles werde bestimmt Hilfe im späteren Berufsleben darstellen.

Buchführung als Basis

"Die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen ist die Buchführung", betonte Marie Adam, die Leiterin der Finanzabteilung. Als Grundkapital von 820 Euro dienten die 82 Aktien zu je zehn Euro. "Leider bestand ab März aufgrund der Corona-Epidemie keine Möglichkeit mehr für uns, weitere Produkte zu verkaufen." Den Ausgaben von 3972 Euro standen aber trotzdem Einnahmen von 4917 Euro gegenüber bei Lohnkosten von 359 Euro, so dass man zu einem Jahresüberschuss von 497 Euro kam. "Somit erhält jeder Aktionär zu seinem Aktienanteil noch einen Gewinn von sechs Euro, eine Aktie erwirtschaftete also einen Gewinn von 60 Prozent."

Verwaltungsleiterin Maxi Boczar betonte: "Wir sind trotz Pandemie sehr glücklich darüber, wie dies alles verlaufen ist, und wir haben in diesem Schuljahr sehr viel über das Unternehmertum gelernt."

Betreuungslehrerin Susanne Müller wies abschließend darauf hin, dass man wegen der vorhandenen Materialbestände und der Pandemie-Probleme ausnahmsweise die Schülerfirma auch im nächsten Jahr weiterführen dürfe.

Mit einer Spendenbox für "Ärzte ohne Grenzen gegen Corona" leisteten Aktionäre und Schüler einen zusätzlichen Beitrag in einer schwierigen Zeit.

Blick in die Reihen der Ehrengäste und Aktionäre der Hauptversammlung.
Foto: Günther Geiling | Blick in die Reihen der Ehrengäste und Aktionäre der Hauptversammlung.
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