Königsberg

Sportheim des TV Königsberg besteht seit 70 Jahren

Das Sportheim ist aus dem Vereinsleben des TV Königsberg nicht weg zu denken.
Foto: Gerold Snater | Das Sportheim ist aus dem Vereinsleben des TV Königsberg nicht weg zu denken.

Verewigt über der ehemaligen Eingangstür von der Terrasse zur Gaststätte, in Stein gemeißelt, sieht man das Zeichen „Frisch-Fromm-Fröhlich-Frei“, welches auf die Gründung des TV Königsberg im Jahre 1862 und die damalige Bewegung des Turnvaters Jahn hinweist. Darunter zu erkennen sind die großen, prägnanten Zahlen, welche das Baujahr des Sportheims bekunden.

1950, also vor 70 Jahren, wurde das Gebäude zum größten Teil in Eigenleistung der Mitglieder des TV Königsberg am damaligen Sportplatz, am Bleichdamm, in unzähligen Helferstunden erbaut. Dies war schon bewundernswert und zeigte den seinerzeitigen gemeinsamen Geist der Mitglieder, ein solches Projekt zu stemmen. Und all dies auch noch in den schwierigen Nachkriegsjahren.

Es wird erzählt, dass die Stadt Königsberg damals nur die Zustimmung zum Errichten einer Turnhalle gegeben hatte. Die Verantwortlichen des TV Königsberg nahmen dies scheinbar jedoch nicht so ernst, denn sonst hätten sie bestimmt nicht mitten im „Turnraum“ einen tragenden Pfosten eingeplant. Man wusste sich eben mit dieser leicht angepassten Nutzungsänderung  damals zu helfen, Baugenehmigungen zu bekommen.

Wunderbare Terrasse

Die wunderbare Terrasse in Richtung Bleichdamm, welche Anfang der 1970er Jahre vom damaligen Pächter als Nebenraum angebaut wurde, lud zum Verweilen und Beobachten ein, während die oft sehr hitzigen Fußballspiele und andere sportliche Wettkämpfe auf dem Bleichdamm stattfanden.

Mit rund 4200 freiwilligen Helferstunden wurden von 2011 bis 2017 das Gebäude und der Biergarten komplett saniert.
Foto: Gerold Snater | Mit rund 4200 freiwilligen Helferstunden wurden von 2011 bis 2017 das Gebäude und der Biergarten komplett saniert.

Sehr bald nach der Fertigstellung beschloss die Vorstandschaft des TV Königsberg, das Sportheim zu verpachten und eine Geschäftsbeziehung mit der Brauerei Hiernickel aufzubauen, die später in die Kulmbacher Brauerei überging. Zahlreiche Pächter, die teilweise auch in der im Obergeschoss befindlichen Wohnung ihr Zuhause hatten, durften die schönen Geschichten und Anekdoten miterleben, welche das Sportheim im Laufe seiner 70 Jahre geschrieben hat.

Das mit Abstand längste Pachtverhältnis mit Rosi und Lothar Engelbrecht ging nach über 35 Jahren im Jahr 2011 mit dem verdienten Ruhestand beider zu Ende. Aufgrund des allgemeinen betagten Zustandes des Gebäudes, insbesondere der Toiletten und der Küche, war eine Neuverpachtung nach dieser Periode nicht mehr möglich. Weiterhin war die Wohnung im Obergeschoss nach einem Schmorbrand nicht mehr bewohnbar.

Renovierung oder Abriss?

Man stand vor der Entscheidung einer vollständigen Renovierung und trug sich auch mit dem Gedanken des Abrisses. Getrieben von der damaligen Vorstandschaft und einigen Abteilungsleitern, entschied man sich im Gesamtausschuss des TV Königsberg jedoch für die Renovierung.

Mit rund 4200 freiwilligen Helferstunden und einem investierten Volumen von circa 120 000 Euro wurden von 2011 bis 2017 das Gebäude und der Biergarten komplett saniert und auch energetisch in einen guten Zustand gebracht. Auch der Obst- und Gartenbauverein brachte sich in das Projekt ein. Er übernahm die komplette Bepflanzung vor dem Sportheim und kümmert sich auch um die Pflege. Das Sportheim konnte somit wieder verpachtet, oder, wie seit 2017, in Eigenregie bewirtschaftet werden. Die ebenfalls sanierte Wohnung im Obergeschoss wird seitdem vermietet.

Als auf dem Sportplatz vor dem Sportheim noch Fußball gespielt wurde, gab es auch eine Zuschauertribüne.
Foto: Gerold Snater | Als auf dem Sportplatz vor dem Sportheim noch Fußball gespielt wurde, gab es auch eine Zuschauertribüne.

Finanziell übernimmt das Sportheim eine tragende Rolle für die Wirtschaftlichkeit des Turnvereines. Parallel zu den schon laufenden Ausschüttungen an die bewirtenden Abteilungen wird die komplette investierte Summe bis Ende 2020 durch die Pacht- und Mieteinnahmen getilgt sein. Dann wird der Verein weitere finanzielle Mittel aus dem Sportheimbetrieb bzw. aus der Vermietung der Wohnung in seinen sportlichen Zweckbetrieb investieren können. Die Vorstandschaft hofft, alle Skeptiker und Kritiker, die 2011 teilweise massiv und sehr persönlich gegen diesen Renovierungsentscheidung gewettert hatten, dann endlich von dem Erfolg für den Verein überzeugt zu haben.

Treffen in geselliger Runde

Ein wichtiger Gesichtspunkt des Sportheims ist es auch, die Möglichkeit am Leben zu erhalten, sich in geselliger Runde treffen zu können. Darüber hinaus ist der TV weiterhin in der Lage, eine eigene Stätte für Versammlungen, Feiern und andere Veranstaltungen im Verein anzubieten.

Das Sportheim ist aus dem Vereinsleben des TV Königsberg einfach nicht weg zu denken. Seit der Wiedereröffnung haben sich die Bewirtungen wieder weitgehend normalisiert. Abwechselnd werden von den verschiedenen Abteilungen und einer Seniorengruppe die Öffnungszeiten übernommen.

Weiterhin kann das Sportheim auch für private Feiern zu einem angemessenen Pachtzins angemietet werden. Die renovierten Räumlichkeiten, eine komplett eingerichtete Küche, der  Kühlraum, neu angeschafftes Geschirr und Besteck und letztendlich auch der schöne Biergarten, all das kann für Feiern mit bis zu 70 Personen genutzt werden. Zur Ergänzung wird auch die Vermietung von Biergarnituren und einem Kühlanhänger für alle Festlichkeiten angeboten. Anfragen hierzu können an Vorstand Johannes Burkard gerichtet werden.

Natürlich ist so ein Jubiläum auch ein Anlass zum Feiern. In welchem Rahmen und wann dies getan werden kann, richtet sich nach der aktuellen Lage in Zeiten von Corona. Der TV  wird dies rechtzeitig bekanntgeben.

Internet-Kontakt: www.tvkoenigsberg.de

1950 wurde der Grundstein, angeblich zu einer Turnhalle, gelegt. Doch dann wurde das Sportheim errichtet.
Foto: Gerold Snater | 1950 wurde der Grundstein, angeblich zu einer Turnhalle, gelegt. Doch dann wurde das Sportheim errichtet.
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