Haßfurt

Stadt Haßfurt beteiligt sich am DenkOrt

Die Stadt Haßfurt wird sich am Projekt „Wir wollen uns erinnern“ des Vereins DenkOrt Aumühle beteiligen. Vorsitzende Benita Stolz stellte das Projekt dem Haßfurter Stadtrat vor. Ein kleiner Güterbahnhof, der sogenannte Aumühl-Ladehof in Würzburg, war der zentrale Ort der Deportation in Unterfranken. Hier musste der größte Teil der dort noch lebenden Juden die Züge in die Massenvernichtung besteigen. Ziel des Erinnerungsorts in der Aumühle ist, eine zentrale Gedenkstätte für die jüdischen Opfer der NS-Gewaltherrschaft in Unterfranken zu schaffen. Als eine der 109 Gemeinden in Unterfranken, in denen sich zu Beginn der Naziherrschaft noch jüdische Gemeinden befanden, wird sich die Stadt Haßfurt mit der Skulptur einer Decke am Denkmal in Würzburg sowie in Haßfurt in der Nähe des Bahnhofs beteiligen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Nicht zuletzt auch passend zu diesem Tagesordnungspunkt befasste sich der Stadtrat mit der Namensgebung für die Straßen im Neubaugebiet „Westlich der Sailershäuser Straße“. Da im direkt danebenliegenden Baugebiet „Am Osterfeld II“ die Straßen nach Widerstandskämpfern im Dritten Reich benannt worden waren, bot es sich an, so die Auffassung der Verwaltung, dieses Thema im neuen Baugebiet fortzuführen.

Nikolaus-Groß-Straße: Nikolaus Groß war ein deutscher christlicher Gewerkschafter, führend in der katholischen Arbeiterbewegung, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und NS-Opfer. Nikolaus Groß wurde 2001 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Hans-von-Dohnanyi-Straße: Hans von Dohnanyi war ein deutscher Jurist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Hans von Dohnanyi wurde 1938 als Reichsgerichtsrat nach Leipzig versetzt. Er wurde als Widerstandskämpfer kurz vor Kriegsende hingerichtet. Er ist eines von mehreren prominenten Mitgliedern der Familie Dohnanyi.

Graf-von-Moltke-Straße: Der Widerstand im Nationalsozialismus hatte verschiedenste Gesichter. Die von der Arbeiterbewegung geprägte Rote Kapelle, der studentische Widerstand um die Geschwister Scholl in München „Weiße Rose“, der militärische Widerstand um Claus Schenk Graf von Stauffenberg und der bürgerlich-zivile Widerstand des Kreisauer Kreises. Eine zentrale Figur dieser Gruppe, die sich mit der gesellschaftlichen Neuordnung Deutschlands nach dem Hitler-Regime befasste, war Helmuth James Graf von Moltke. Als Eigentümer des Gutes Kreisau begründete er die Treffen. Moltkes Haltung blieb den Nazis nicht verborgen. Er wurde 1944 von der Gestapo verhaftet und am 11. Januar von Roland Freisler zum Tode verurteilt und zwölf Tage später in Plötzensee erhängt.

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