Haßfurt

Stadtwerk Haßfurt: Grüne Energie für umliegende Unternehmen

Stadtwerk und Digital Energy Solutions errichten in Haßfurt ein Energiewende-Projekt "neuen Maßstabs" und zwar ein Kombikraftwerk aus Photovoltaikanlage und Großspeicher.
Das Stadtwerk Haßfurt und Digital Energy Solutions errichten im Gewerbegebiet Ost der Kreisstadt an der ehemaligen B26 - im Hintergrund die 'Hohe Wann' - ein Kombikraftwerk aus einer Photovoltaikanlage und einem Großspeicherprojekt zur Versorgung der umliegenden Unternehmen mit grünem Strom.
Das Stadtwerk Haßfurt und Digital Energy Solutions errichten im Gewerbegebiet Ost der Kreisstadt an der ehemaligen B26 - im Hintergrund die "Hohe Wann" - ein Kombikraftwerk aus einer Photovoltaikanlage und einem Großspeicherprojekt zur Versorgung der umliegenden Unternehmen mit grünem Strom. Foto: Wolfgang Sandler

Das Stadtwerk Haßfurt unternimmt gerade  einen weiteren Schritt in Sachen Versorgung der heimischen Wirtschaft mit grünem Strom. Im Gewerbegebiet Ost an der ehemaligen B26 ensteht ein sogenanntes Kombikraftwerk. Im Beisein von Stadtwerk-Geschäftsführer Norbert Zösch und Projektleiter Christopher Schneider erfolgte dieser Tage der erste Spatenstich, bestätigte Markus Eichhorn vom Stadtwerk auf Anfrage dieser Redaktion. Zusammen mit Digital Energy Solutions errichtet das Stadtwerk östlich vom E-Center Frischemarkt  Meyer und nördlich von PMA Deutschland eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 750 Kilowatt peak.

Die Kraft von 52 BMW i3

Die räumliche Ausdehnung der Photovoltaik-Anlage, die derzeit gerade aufgebaut wird, dürfte nach ihrer Fertigstellung ungefähr der räumlichen Ausdehnung des Edeka-Marktes entsprechen. Ergänzt wird die Anlage durch einen zwei Megawattstunden fassenden und zwei Megawatt leistenden Großspeicher, das sei vergleichbar - so das Stadtwerk - mit der Kraft von etwa 52 BMW-i3-Batteriepacks. Aus Sicht des Stadtwerks werde damit ein Energiewende-Projekt "in neuem Maßstab" realisiert.

Reduzierung von Lastspitzen

Das Kombikraftwerk soll die in unmittelbarer Nähe befindlichen mittleren und größeren gewerblichen Unternehmen im Gewerbegebiet mit grünem Photovoltaik(PV)-Strom versorgen. Wobei auch daran gedacht wird, künftig manche Dachfläche noch für die Stromerzeugung zu nutzen. Zusätzlich nimmt der angegliederte Stromspeicher laut Stadtwerk überschüssigen PV-Strom auf und trägt so zur Erhöhung der Eigenverbrauchsquote bei. Um die Speicherauslastung weiter zu optimieren, sorge er für die Reduzierung von Lastspitzen und werde – in Abhängigkeit von zeitvariablen Stromtarifen – betriebswirtschaftlich sinnvoll beladen.

Im Haßfurter Gewerbegebiet Ost realisiert die Stadtwerk Haßfurt GmbH ein Energiewende-Projekt in neuem Maßstab: Bis zum Sommer wird hier eine 750 kWp PVFreiflächenanlage errichtet und um einen 2 MWh/2MW Großspeicher ergänzt. Das Kombikraftwerk wird die in unmittelbarerer Nähe befindlichen Unternehmen - links hinten im Bild ist der Edeka-Markt Meyer - mit nachhaltigem PV-Strom versorgen.
Im Haßfurter Gewerbegebiet Ost realisiert die Stadtwerk Haßfurt GmbH ein Energiewende-Projekt in neuem Maßstab: Bis zum Sommer wird hier eine 750 kWp PVFreiflächenanlage errichtet und um einen 2 MWh/2MW Großspeicher ergänzt. Das Kombikraftwerk wird die in unmittelbarerer Nähe befindlichen Unternehmen - links hinten im Bild ist der Edeka-Markt Meyer - mit nachhaltigem PV-Strom versorgen. Foto: Wolfgang Sandler

Um die Kombination der einzelnen Anwendungen zuverlässig und parallel zu ermöglichen, so das Stadtwerk, werde ein von Digital Energy Solutions selbst entwickeltes Energie-Management-System eingesetzt. Dieses System optimiert - basierend auf Erzeugungs-, Verbrauchs- und Preisprognosen - den Betriebszustand des Großspeichers ideal. So werde die Kapazität des Speichers zu jedem Zeitpunkt eingesetzt, um einen möglichst hohen Erlös zu erzielen. Dieser finanzielle Vorteil aus dem optimierten Betrieb soll in Form eines konkurrenzfähigen Strompreises an die gewerblichen Stromabnehmer weitergegeben werden.

Grüner Strom kostendeckend möglich

„Wir sind überzeugt, dass 100 Prozent erneuerbare Energien bereits heute kostendeckend möglich sind", erklärt Norbert Zösch, Geschäftsführer des Stadtwerks Haßfurt, gegenüber dieser Redaktion. „Neben der technischen Umsetzbarkeit kommt es vor allem auf die Kooperation aller an der Energiewende Beteiligten an. Daher wollen wir mit den Stromkunden unseres neuen Kombikraftwerks neben dem guten Gefühl auch handfeste finanzielle Vorteile teilen."

Inbetriebnahme für drittes Quartal geplant

Für das Stadtwerk Haßfurt stand bei der Konzeption des Kraftwerks eines ganz besonders im Fokus, so Zösch: „Wir wussten von Anfang an, dass das Projekt besondere Anforderungen im Hinblick auf Flexibilität und Zukunftssicherheit hat. Die Energiemanagement-Software kann im laufenden Projekt weiter angepasst werden und so den ständig sich veränderten Gegebenheiten des Markts sowie der Regulatorik Rechnung tragen.“ Bereits in der Projektentwicklung und -planung sei Digital Energy Solutions bei der Konzeption der innovativen Kombianlage intensiv involviert gewesen. Als Generalunternehmer betreut das Unternehmen mit Sitz in München und Berlin nun auch den Bau der Anlagenkomponenten sowie die Bereitstellung der Software und stellt anschließend den technischen Betrieb des Gesamtsystems sicher, so der Geschäftsführer des  Stadtwerks, der die Anlage gerne Anfang des dritten Quartals des laufenden Jahres in Betrieb nehmen möchte.

Ungewohnter Anblick. So sieht ein Photovoltaik-Kraftwerk von unten aus.
Ungewohnter Anblick. So sieht ein Photovoltaik-Kraftwerk von unten aus. Foto: Wolfgang Sandler

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