Steinsfeld

Steinsfeld: Darum verschwindet der Spargel erstmal unter der Folie

Es dauert zwar noch ein paar Wochen, bis das beliebte Gemüse aus Franken geerntet werden kann. Auf den Felder wird aber jetzt schon fleißig gearbeitet. Was bisher geschah.
Spargelbauer Jochen Werner ist bei der Folierung trotz Unterstützung durch einen Traktor auf die Hilfe eines Arbeiters angewiesen. 
Foto: René Ruprecht | Spargelbauer Jochen Werner ist bei der Folierung trotz Unterstützung durch einen Traktor auf die Hilfe eines Arbeiters angewiesen. 

"Das Wetter mit den sonnenreichen Tageen hat wunderbar gepasst, somit sind die Vorbereitungen getroffen für die kommende Saison", freut sich Spargelbauer Jochen Werner aus Steinsfeld.

Er steht quasi in den Startlöchern. Seit vergangener Woche wird auf Hochtouren auf den Spargelfeldern gearbeitet. Bis Ende der Woche werden die Fahrgassen aufgegrubbert und die gezogenen Dämme mit Folie geschützt und gedämmt. "Das ist die Voraussetzung, dass die Bodentemperatur steigt. Um die 12 Grad müssen es sein, damit der Spargelkopf mit dem Wachsen anfangen kann", so der 45-jährige.

Die Folien halten mehrere Jahre

Die Dämmfolien gewährleisten eine geringere Abkühlung über Nacht. An den Seiten sind Taschen, dadurch wird die Folie durch stärkeren Wind nicht vom Damm aufgewirbelt. Der Spargelhof benutzt die Folien aus Plastik übrigens nicht nur einmal: "Zwölf Jahre sind unsere Folien garantiert alt, so verhindern wir auch großen Plastikabfall. Wenn eine Folie beschädigt worden ist, weil beispielsweise eine Maschine drauf gefahren ist, dann reparieren wir es. Kleine Beschädigungen tun uns und den Spargelpflanzen nicht weh", so Werner.

So sieht ein Spargelfeld im Querschnitt aus: An der Wurzel hängt noch eine mittlerweile ausgetrocknete Stange vom vergangenen Jahr. In den kommenden Wochen bilden sich die wohlschmeckenden Spargel neu.
Foto: René Ruprecht | So sieht ein Spargelfeld im Querschnitt aus: An der Wurzel hängt noch eine mittlerweile ausgetrocknete Stange vom vergangenen Jahr. In den kommenden Wochen bilden sich die wohlschmeckenden Spargel neu.

Noch während der Ruhephase des Spargels wurde im Januar in Steinsfeld bei Frost das sichtbare buschige Spargelkraut abgeschlegelt. "Unsere erste große Arbeit für die kommende Spargelsaison", erinnert sich der Landwirt. Wenn der Spargel aus dem Vorjahr abgereift ist, spricht man vom Vegetationsende.

Zucker ist für das Wachstum wichtig

Bis zum Dauerfrost auf den Feldern passiert arbeitstechnisch nicht viel. Aber von der biologischen Seite ist es essentiell, dass sich ein sichtbares Kraut bildet. "Mit dem Krautwuchs wird Zucker in den Wurzeln gespeichert, das ist dann die Kraft und Energie für den kommenden Spargelgenuss", so  Werner. Hat eine Spargelpflanze wenig Zucker eingelagert, dann macht sich es bei der Ernte mit dünnen Spargelstangen bemerkbar. Eine Pflanze bringt in der Regel acht bis zwölf Stangen pro Saison.

Mit einer Fräse lockerte Jochen Werner den Boden zuallererst auf. 
Foto: René Ruprecht | Mit einer Fräse lockerte Jochen Werner den Boden zuallererst auf. 

Nach dem Abschlegeln der Krautbüsche wurden dann die Felder durchgefräst, um die restlichen, fast holzartigen hohlen Spargelstümmel zu entfernen. Das erleichtert die spätere Ernte, das Stechen. Die Arbeiter können sich voll und ganz auf die frischen Stangen konzentrieren und müssen nicht eventuelle störende Überreste von der letzten Saison zusätzlich entfernen. Vor dem Aufgrubbern der Dämme wurden zusätzlich größere Steine vom Feld - in aufwendiger Handarbeit - entfernt.

Der blühende Raps ist ein Gradmesser

Für die baldige Ernte orientiert sich Werner an der Vegetation im Umfeld: "Wenn der Raps langsam das Blühen anfängt und die Waldränder sich leicht grün verfärben, dann weiß ich, dass es langsam losgeht mit der Spargelernte." Früher begann die Saison Ende April, weil keine Folien benutzt worden sind. Dank der großflächigen Abdeckung geht es schon Mitte April los. "Manche Kollegen machen auch eine sogenannte Dreifachfolienabdeckung und können schon vielleicht eine Woche früher beginnen. Aber davon bin ich kein Freund, weil nicht viel Spargelstangen zum Stechen bereit sind. Beim Spargel geht es doch nicht darum, der Erste zu sein, das ist doch nicht der Sinn und Zweck."

Wie an der Schnur gezogen präsentieren sich die Dämme der Steinsfelder Spargelfelder aus der Vogelperspektive.
Foto: René Ruprecht | Wie an der Schnur gezogen präsentieren sich die Dämme der Steinsfelder Spargelfelder aus der Vogelperspektive.

Natürlich spielt generell die Witterung die entscheidende Rolle, sowohl für die Ernte als auch für die Vorbereitung: "Jedes Jahr ist nicht gleich. Meistens ist die Folierung der Dämme um die Faschingszeit abgeschlossen. Heuer war es ein bißchen später, letztes Jahr war es noch später als heuer. Jetzt ist auf jeden Fall die beste Zeit für die Dämme, weil es die Bodenstruktur Dank der Sonne zulässt." Wenn es zu nass sei, könne er nicht auf Feld, weil die Traktoren den dann matschigen Boden in seiner Struktur zerstören - das sei "eine Katastrophe."

Der Spargelbauer aus Steinsfeld hat auch schon mal im April die Spargelfelder aufgedämmt und foliert, die Ernte begann dann allerdings nur etwa vier Tage nach dem arbeitsaufwendigen Schritt. "Das bringt dann nicht viel." Werner erinnert sich an die Regel, an der sich viele Bauern orientieren: "Setzt du mich im April, komm ich wann ich will, setzt du mich im Mai, komm ich gleich."

Mit einem Mulchgerät bereitete Jochen Werner die Spargelfelder im Januar vor und mähte das Kraut aus der vergangenen Saison ab. 
Foto: René Ruprecht | Mit einem Mulchgerät bereitete Jochen Werner die Spargelfelder im Januar vor und mähte das Kraut aus der vergangenen Saison ab. 
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