Stettfeld

Wie der Stettfelder Gemeinderat in die Unterwelt kommt

Blick in die Schönbrunner Straße, für die sich der Stettfelder Gemeinderat eine günstige Sanierungsvariante vorstellt.
Foto: Günther Geiling | Blick in die Schönbrunner Straße, für die sich der Stettfelder Gemeinderat eine günstige Sanierungsvariante vorstellt.

Mit einem Gang in die Unterwelt begann in Stettfeld die jüngste Sitzung des Gemeinderates. Dabei ging es mit einer Videovorführung in die Kanäle im Rudendorfer Weg, wo markante Schäden sichtbar wurden. Noch im Dezember soll eine Besichtigung stattfinden, um auch dieses Straßenstück zu Beginn des kommenden Jahres zu sanieren. 

Planer Ing. Peter Ruck vom TBW Werner zeigte die Bilder der TV-Untersuchung aus dem Rudendorfer Weg von der Einmündung Gartenstraße bis zur Einmündung Schönbrunner Straße, wo der Regenwasserkanal in der Parkplatzfläche verläuft und im Straßenraum der Schmutzwasserkanal. Die auffallendsten Schäden waren aber in den Hausanschlüssen zu sehen, wo die Anschlüsse nicht fachgerecht eingebaut wurden, das Betonrohr des Schmutzwasserkanals auch für den Anschluss einfach aufgeschlagen worden war. Einige Anschlüsse waren auch versandet oder verstopft und man musste sich schon wundern, dass dort noch Wasser abfließen kann.

Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) vertrat die Meinung, dass man dort um eine Sanierung nicht herumkomme. Wegen der Bestimmungen der „Strabs“ (Straßenausbaubeiträge) sei man aber gezwungen, eine solche Maßnahme bis zum 31. Dezember 2021 zu tätigen. Deswegen beauftragte man Ruck bis zum 16. Dezember mit einer Kostenberechnung, um dann das weitere Vorgehen zu besprechen. Dabei wurde bereits ein Betrag von rund 200 000 Euro genannt, der für Kanalsanierung, Wasserleitung und die Herstellung der Oberfläche der Straße aufzubringen sei.

In diesem Zusammenhang fragte Werner Rümer (DG) nach den durchgeführten Kanalspülungen auch in anderen Bereichen, wo wenig Wasser im Kanal fließe. Bürgermeister Hartlieb bestätigte, dass man früher bis zu 50 Prozent Fremdwasser hatte, dies aber nicht mehr vorhanden sei. Teilweise käme auch noch Splitt und Ablagerungen aus der Baumaßnahme. Als Probleme bezeichnete er die vielen Feuchtpapiere oder Essensreste, die dann in der Kläranlage ankämen. Dazu gelte es, die Bürger dafür zu sensibilisieren, nicht über den Kanal zu entsorgen.

Schwieriger gestaltete sich die Grundsatzentscheidung über die weitere Vorgehensweise zum Ausbau oder der Sanierung der Schönbrunner Straße. Diese ist derzeit als Betonstraße ausgeführt, aber in einem schlechten Zustand. Dort müsse eine Lösung gefunden werden. Der Bürgermeister erinnerte an einen Beschluss vom November 2019, bei dem man eine Sanierungsvariante beschlossen habe, die aber nicht umlagefähig gewesen sei sei. Die Maßnahme habe man seinerzeit nicht durchführen können, weil man für andere Arbeiten einen Kredit von einer Million Euro hatte aufnehmen müssen und diese Sanierung deswegen aussetzte.

Wenn man die Straße nach den Bestimmungen eines Straßenausbaues sanieren wollte, müsste man mit rund 120 000 Euro rechnen, die man dann abzüglich des Gemeindeanteils von mindestens zehn Prozent auf die Anlieger umlegen könne. Dann müsste man dies aber mit den Anliegern besprechen und die Maßnahme noch bis Ende April 2021 abrechnen.

Wenn man dies nicht wolle, gäbe es auch günstigere Varianten, die weniger als 50 000 Euro kosten würden. Hartlieb nannte mit Blick auf die Anbindung des künftigen Baugebietes „Brunnwiese II“ seine Vorliebe für einen einfacheren Ausbau, was zu Diskussionen führte.

Matthias Kuhn (DG) meinte, dass man das gar nicht mehr diskutieren müsse, weil hierfür schon ein Beschluss vorliege. Melanie Kaufhold (SPD) wollte den Ausbau von der Entscheidung des Baugebietes Brunnwiese abhängig machen und solange der „Rudendorfer Weg“ nicht abgeschlossen sei, könne man dort auch nicht anfangen. Dies sollte man mit dem Bauausschuss noch einmal beraten.

Diana Galefske forderte ein Gesamtkonzept, um die weitere Vorgehensweise und weiteren Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Peter Frankenstein (CSU) hält die Schönbrunner Straße für noch befahrbar. Man sollte schauen, wie in den nächsten Monaten Zuschüsse in die Gemeindekasse zurückfließen, dann könne man den Ausbau angehen. Ähnlich sah es auch Walfried Spath (CSU). Schließlich einigte man sich darauf, dies bei einer Ortsbesichtigung abzuklären.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Haßberge und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Stettfeld
Alfons Hartlieb
Baumaßnahmen
CSU
Diskussionen
Kostenberechnung
Kredite
Produktion und Herstellung
SPD
Sanierung und Renovierung
Schäden und Verluste
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!