Haßfurt

Streiflichter: Corona ist nicht Ebola

Die Corona-Zahlen schnellen auch im Landkreis Haßberge in schwindelerregende Höhen. Die drohende Gefahr von Krankheit und Tod weckt Ängste. Aber ist Panik gerechtfertigt?
Bleib ruhig, bleib sicher - Ein medizinischer Mitarbeiter trägt ein Gesichtsschild beim Sammeln von Proben für Coronavirustests - als wollte er  die Getesteten beruhigen.
Foto: Vincent Thian | Bleib ruhig, bleib sicher - Ein medizinischer Mitarbeiter trägt ein Gesichtsschild beim Sammeln von Proben für Coronavirustests - als wollte er  die Getesteten beruhigen.

Es ist wie mit allem Bösen. Das ist was für die Fernsehnachrichten, irgendwo auf der Welt, zum Zugucken und wohlig zurücklehnen in der Gewissheit: Bei uns gibt es sowas nicht. Jetzt ist es da. Sie steigen und steigen - in für unmöglich gehaltene Höhen, die Corona-Zahlen. Erste Sorgenfalten machen sich breit, als Schweinfurt explodiert. Schon verdammt nahe! Aber jetzt? Haßberge-Inzidenz rund 69. Die Ampel steht voll auf rot. Langsam macht sich Panik breit. Von Hotspots umzingelt! Darf ich denn noch in Schweinfurt arbeiten, in Haßfurt einkaufen?

Nu is aber mal Zeit für Butter bei die Fische. Gelegentlich schadet es nicht, einmal sachlich nachzudenken. Pandemie, Viren, Intensivstation - alles Begriffe, die beim Menschen Ur-Ängste vor Krankheit, Siechtum und Tod auslösen. Aber Leute, lasst die Kirche im Dorf! Dieser Tage meldete sich der Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg bei Augsburg, Dr. Friedrich Pürner, zu Wort. Er arbeitet Tag für Tag an vorderster Front. Und er sagt es deutlich: Die Zahlen geben nur Aufschluss darüber, wie viele Leute positiv getestet wurden. Nicht darüber, wer Symptome hat, wer wirklich auch krank ist. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

Nicht jeder, der sich im Moment dieses Virus einfängt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Wie bei jeder Virusinfektion, so der Mediziner, gibt es Kranke und Tote. Vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen zahlen die Zeche. Das Risiko, an Corona schwer zu erkranken, ist - so der Gesundheitsamtsleiter - dennoch relativ gering. Das Hinterfotzige an diesem Virus ist nicht seine Aggressivität - "Corona ist kein Ebola", so der Mediziner - sondern der Umstand, dass man damit Menschen, gefährdete Menschen anstecken kann, ohne es selber zu merken. Hier ist der Mensch als Mensch gefragt.

Deshalb ist weiterhin größter Respekt vor Corona angesagt. Deshalb müssen die Corona-Regeln unbedingt eingehalten werden. Deshalb hat die Regierung auch Recht, bei steigenden Zahlen die Zügel anzuziehen. Aber es gibt keinen Grund, wegen Corona in Panik zu geraten. 

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Haßfurt
Wolfgang Sandler
Ebola-Fieber
Explosionen
Kranke
Pandemien
Panik
Streiflicht
Viruserkrankungen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)