Hohnhausen

Tierquälerei: Katze in Hohnhausen angeschossen

Mit lebensgefährlichen Schuss- und Stichwunden lag das Tier im Garten eines Anwohners. Tierschützer versprechen eine Belohnung von insgesamt 1500 Euro für Hinweise.
Kater Rainbow im Tierheim in Zell: Das Tier wurde in Hohnhausen angeschossen und angestochen. Dank einer Operation in der Tierklinik überlebte der Vierbeiner de lebensbedrohlichen Verletzungen.
Foto: Britta Merkel | Kater Rainbow im Tierheim in Zell: Das Tier wurde in Hohnhausen angeschossen und angestochen. Dank einer Operation in der Tierklinik überlebte der Vierbeiner de lebensbedrohlichen Verletzungen.

Es war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, als im Burgpreppacher Gemeindeteil Hohnhausen ein Anwohner das Schreien und Wimmern eines verletzten Tieres aus seinem Garten hörte. Mit einer Taschenlampe suchte er nach der Ursache der Geräusche und fand eine junge, schwer verletzte Katze. Die Verletzungen lassen kaum einen anderen Schluss zu, als dass ein Mensch sie dem Tier mit voller Absicht zugefügt hat: In der Tierklinik, in die der kleine Kater zur Erstversorgung gebracht wurde, stellte sich heraus, dass er eine Schusswunde sowie mehrere Stichverletzungen hatte.

Wie die Tierschutzinitiative Haßberge in einer Pressemitteilung berichtet, seien die Verletzungen lebensbedrohlich gewesen, der Kater konnte aber gerettet werden. Am Tag nach der Operation zog der rund zehn Wochen alte schwarze Kater ins Tierheim nach Zell,  das von der Tierschutzinitiative betrieben wird, um. Die Tierschütze tauften das Tier auf den Namen Rainbow.

Eine Pfote muss amputiert werden

Am 24. Oktober teilte die Tierschutzinitiative die Geschichte des kleinen Katers auf Facebook, vor allem in der Hoffnung, Hinweise auf den Täter zu bekommen. So setzte die Organisation eine Belohnung von 500 Euro auf sachdienliche Hinweise auf den Tierquäler aus. Als Reaktion auf den Facebook-Post meldeten sich allerdings auch viele Interessenten, die die kleine Katze adoptieren wollen. Deshalb weist die Tierschutzinitiative darauf hin, "dass Rainbow derzeit eine Intensivbetreuung braucht. Außerdem hat er ein Krüppelpfötchen, welches später amputiert werden muss."

Auf Nachfrage dieser Redaktion berichtet Britta Merkel, Tierheim-Leiterin und Vorsitzende der Tierschutzinitiative, es handle sich bei der verkrüppelten Pfote nicht um eine Folge der Misshandlungen. "Das muss er schon vorher gehabt haben", sagt sie; das habe ihr zumindest die Tierklinik mitgeteilt. Ob es sich dabei um einen Geburtsfehler oder um die Folge einer früheren Verletzung des Katers handelt, wisse sie nicht. Auch die Herkunft des Katers ist ungeklärt, wie Polizei und Tierschutzinitiative berichten.

Eine Straftat, auf die bis zu drei Jahre Haft stehen

Auf Facebook schreiben die Tierschützer: "Wie ein ,Mensch' einem unschuldigen Tier so etwas antun kann – darüber wollen wir uns nicht weiter auslassen." Vielmehr solle die Energie in die Suche nach dem Täter fließen. Und der hat einiges zu erwarten, falls er gefasst werden sollte: "Das ist ein Straftatbestand, keine Ordnungswidrigkeit", betont Britta Merkel. Laut Tierschutzgesetz drohen einem Menschen, der einem Tier "ohne vernünftigen Grund" erhebliche Schmerzen zufügt oder es sogar tötet, bis zu drei Jahre Haft – auch wenn, wie bei vielen Straftaten, das Höchststrafmaß nur in sehr wenigen Fällen ausgeschöpft werde, wie Britta Merkel sagt.

"Wir werden auf alle Fälle ermitteln", verspricht Bernhard Warmuth von der Polizei Ebern. Aber: "Man muss ehrlich sein: Die Chancen sind gering." Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass sich mögliche Zeugen mit sachdienlichen Hinweisen melden, hat nun auch die Tierrechtsorganisation PETA eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Zusammen mit den 500 Euro der Tierschutzinitiative könnte der richtige Hinweis also ganze 1500 Euro bringen.

Projektil eines Luftgewehrs gefunden

Bei der Waffe, mit der der Kater verletzt wurde, handelt es sich nach Polizeiangaben um ein Luftgewehr. Laut dem deutschen Waffenrecht ist es von der Mündungsenergie abhängig, ob ein Luftgewehr frei verkäuflich ist oder ob eine Waffenbeseitzkarte nötig ist. Da das gefundene Projektil allerdings sowohl aus stärkeren, als auch aus schwächeren Waffen verschossen werden kann, wissen auch die Ermittler von der Polizei Ebern bisher nicht, ob es sich bei der Tatwaffe um ein frei verkäufliches Gewehr handelt – das sei am Projektil nicht erkennbar.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei Ebern unter der Nummer (0 95 31) 924-0 entgegen.

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