Knetzgau

Überbevölkerung, Flüchtlingsströme, Terrorismus

Referent Hauptmann Marius Erbrich, Jugendoffizier in Bamberg und Lehrbeauftragter an der FH Hof.
Foto: Konrad Diethart | Referent Hauptmann Marius Erbrich, Jugendoffizier in Bamberg und Lehrbeauftragter an der FH Hof.

Eingeladen hatten die CSU-Ortsverbände in der Gemeinde Knetzgau und der Arbeitskreis (AK) Außen- und Sicherheitspolitik Kreis Haßberge zu einem Informationsabend mit der Thematik „Die Herausforderung in der Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt Herausforderungen durch den Islamismus.“ Als Veranstaltungsort diente das TSV-Sportheim in Knetzgau.

Der Bamberger Jugendoffizier und Lehrbeauftragte an der Fachhochschule in Hof, Hauptmann Marius Erbrich, verdeutlichte in seinem spannenden zweigeteilten Vortrag die Ursachen von Konflikten, die wiederum in einem Teufelskreis zum Terrorismus führen und somit neue Konflikte entstehen lassen. Der Referent spannte den Ursachenbogen von der Knappheit an Ressourcen über ausbleibenden Regen und Bodenraubbau bis hin zu Naturkatastrophen. Jährlich verschwinden circa sieben Millionen Hektar an Anbauflächen für Nahrungsmittel. Vor allem Afrika mit seinem riesigen Bevölkerungszuwachs erlebt diesen Druck hautnah. Aus all dem entstehen Konflikte aller Art bis hin zum Terrorismus und zu Flüchtlingsströmen. 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Der Referent verdeutlichte auch das Scheitern des Arabischen Frühlings, was vor allem in Syrien und Libyen gravierende Folgen hatte.

Im zweiten Teil seines Vortrags erklärte der Referent die Entstehung des Islamischen Staates (IS), verbunden mit einem Hinweis auf fundierte Informationsquellen (zum Beispiel der an der Bamberger Uni lehrende Islamwissenschaftler Dr. Abdel-Halim Ragal). Der IS entstand vor allem auch aus dem Irakkrieg heraus. Insbesondere aus der entlassenen militärischen, meist sunnitischen Führung bildete sich der militärische Kern der IS-Bewegung. Und Hauptmann Erbrich erklärte, wie sich die IS-Führung mit ihrer vereinfachenden, reduktionistischen Theologie allein auf 17 Suren des Koran beruft und somit Gewalt an Andersdenkenden und -gläubigen legitimiert und die Friedensbotschaften im Koran völlig ausblendet.

In der begleitenden Diskussion wurde nach Wegen gesucht, wie man junge Menschen vom IS abhalten kann. Als da waren: übergreifende Religionserziehung, Ethikvermittlung, Ausbildung islamischer Geistlicher nur hier, an eigenen Universitäten. Selbst spezielle Verbote wurden nicht ausgeschlossen. Allen Beteiligten war es aber ein Herzensanliegen, deutlich zu machen, dass ein friedlicher Islam willkommen ist.

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