Ebelsbach

Ebelsbach: Diakon Joachim Stapf wird vom Diakon zum Beautyexperten

Mit Bollerwagen mit viel Klopapier und anderen nützlichen Dingen zogen Ministranten und die Akteure in die Kirche ein.
Foto: Günther Geiling | Mit Bollerwagen mit viel Klopapier und anderen nützlichen Dingen zogen Ministranten und die Akteure in die Kirche ein.

„Nun reden wir nicht lange drum herum, es is 'ne Wucht, dieses Evangelium vom Evangelisten Markus heute, wie Jesus einen Mann erfreute. Er war ganz von Aussatz übersät, für jede Hoffnung war es schon fast zu spät. Doch eilte er dem Herrn entgegen, er tat es wohl der Heilung wegen. Der Aussatz war sofort verschwunden, der Mensch war plötzlich heil, der so geschunden.“

Dies reimte Diakon Joachim Stapf in seiner Faschingspredigt in der "Pfarreiengemeinschaft Maintal – Heilige Länder“ am Sonntag in der „Magdalenenkirche“ in Ebelsbach, als er in der „Wellness- und Beautymesse“ gleichsam vom Valentinstag, Fasching über Corona und das Evangelium vom Aussätzigen einen Bogen spannte.

Schon der Einzug von Diakon Stapf mit Clown (Claudia Reinwand) und Ministranten mit Bollerwagen aus der Sakristei machte Eindruck, denn man sah darauf viel Klopapier. Der Clown teilte dazu Lutscher mit Zange und Einweghandschuhen aus und meinte beim Blick in die Reihen der Gäste „Das gab es noch nie! Maskiert und schlecht frisiert!“ Aber es sollte ja ein Frisör dabei sein, denn in der Einladung hieß es: „Es geht hier bunt zu, und ein paar Zöpfe werden abgeschnitten."

Alte Zöpfe abschneiden

Diakon Stapf gestand ein, dass man die Werbung etwas zweideutig gemacht habe, „weil momentan kaum noch Gläubige kommen. Die Gottesdienstbesuche sind den Menschen nicht mehr so wichtig. Viele sind verunsichert und wollen sich auch nicht anstecken. Da war es doch eine gute Idee, den Menschen ein Lockangebot zu machen.“  Auch die Kirche müsse sich endlich bewegen, alte Zöpfe abschneiden und eine Modernisierung sei dringend nötig.

Die Kirche war herrlich geschmückt mit vielen Luftballons, man sah auch Masken überall und viele Kinder in ihren bunten Kostümen. Deswegen meinte dann „Beautyexperte“ Stapf in seiner kurzweiligen Predigt in Reimen auch „Für Gottes Liebe sollten wir alle brennen, mit ihr tun wir uns auch nie verrennen“ und ging auf die Geschichte des Aussätzigen von Evangelist Markus ein. Er bedauerte, „die Sach ist heute oft umgekehrt, der Herr wird zwar überall öffentlich verehrt. Doch wir sind zu stumm, tun den Mund nicht auf und die Botschaft Jesu vom Heil nimmt nicht ihren Lauf. Stattdessen reden wir in der Kirch' meist von Dingen, die oft schlecht und negativ klingen“.

Aussatz hat viele Namen

Aussatz wie im Evangelium habe aber noch ganz andere Namen, und Beautyprediger Stapf nannte Corona in diesem Rahmen. „Doch auch Intoleranz, Egoismus und Rechthaberei der Menschen wird dann schnell einerlei. Ja, solcher Aussatz soll in der Gesellschaft verschwinden, das wolle er allen Menschen verkünden. Die Zukunft steht zwar noch in den Sternen, doch heute wollen wir schon mal draus lernen. Auf alle Menschen zuzugehen, mit Maske und Abstand – dennoch fest zueinander stehn. Zu denen, die traurig, einsam und die auch in Nöten – denn die Menschlichkeit geht uns sonst flöten.“

Beautyexperte Diakon Joachim Stapf (rechts) und Kirchenclown Claudia Reinwand (links) bei ihren Worten an die vielen Gottesdienstbesucher.
Foto: Günther Geiling | Beautyexperte Diakon Joachim Stapf (rechts) und Kirchenclown Claudia Reinwand (links) bei ihren Worten an die vielen Gottesdienstbesucher.

Und so fasste er seine Worte zusammen: „Von Aussatz hat uns Gott befreit, von Sünde, Tod und allem Leid. Das sollten wir den Menschen sagen in guten wie in bösen Tagen." Nicht immer reden nur von schlechten Sachen, die Menschen haben sowieso nicht viel zum Lachen. Den Leuten erzählen von der Liebe des Herrn, glaubt mir, das hören Frauen, Männer und Kinder sehr gern, fuhr er in seiner Predigt fort

Bei den Gebeten und Fürbitten kam dies dann immer wieder zum Ausdruck, und die Kommunionkinder ließen dann ihre Luftballonbündel mit ihren Wünschen an die Kirchendecke aufsteigen.

In ihren bunten Kostümen brachten die Kinder ihre Wünsche und Fürbitten dar und ließen sie an Luftballonen zum „Himmel“ oder zur Kirchendecke steigen.
Foto: Günther Geiling | In ihren bunten Kostümen brachten die Kinder ihre Wünsche und Fürbitten dar und ließen sie an Luftballonen zum „Himmel“ oder zur Kirchendecke steigen.
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