Sand am Main

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Auch mit der Schleifkorbtrage wurde die Eisrettung geübt und die „Verletzte” sicher an Land gebracht.
Foto: Christian Licha | Auch mit der Schleifkorbtrage wurde die Eisrettung geübt und die „Verletzte” sicher an Land gebracht.

Vor einigen Tagen, als eine Frau mit ihrem Hund in das Eis des teilweise zugefrorenen Mooswäldchensees in Haßfurt eingebrochen war, zeigte es sich wieder, wie wertvoll eine gut funktionierende Eisrettung ist. Die Wasserwacht Sand/Zeil, die hier glücklicherweise ihren Einsatz vorzeitig abbrechen konnte, übte unmittelbar davor auf dem Sander Baggersee den Ernstfall.

Bis zum Kopf steckte sie im Eisloch und schrie um Hilfe. Sara Klopf (21) spielte das Opfer, aber war natürlich vom Ufer aus durch Seile gesichert. Schnell wurde die Lage erkundet und ein Eisrettungsschlitten mittels einer Pressluftflasche in Minutenschnelle aufgeblasen. Die Helfer begaben sich dann mit dem Rettungsgerät auf den Baggersee.

Auf den noch zugefrorenen Stellen ging es rutschend voran, während die Retter in anderen Bereichen des Sees schwimmen mussten. Angekommen bei der Verunglückten, wurde sie patientenschonend an Bord des Rettungsschlittens gebracht und schließlich an Land dem fiktiven Rettungsdienst übergeben.

Insgesamt wurden mehrere Szenarien durchgespielt, so dass alle ehrenamtlichen Kräfte zum Einsatz kamen. Eine Schleifkorbtrage, wie sie auch bei anderen Unglücksszenarien von den Feuerwehren benutzt wird, wurde bei der Eisrettung ebenfalls verwendet.

„Besonders unseren Jugendlichen gaben wir hier die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen in der Praxis zu vertiefen“, sagte Thomas Lauer, der stellvertretende Technische Leiter der Ortsgruppe. Und auch der Einsatzleiter Wasserrettungsdienst, Johannes Rennert, war sehr zufrieden mit dem Ablauf der Übung: „Die Jungs und Mädels können stolz auf sich sein, sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Natürlich ist bei einer Übung nicht immer alles perfekt, aber genau dafür wird ja geübt, um sich ständig zu verbessern.“ Der 18-jährige Jonathan Jung, der zum ersten Mal an so einer Eisrettungsübung teilnahm, pflichtete Rennert bei: „Nur Übung macht den Meister und ich freue mich, dass alles so gut geklappt hat.“ Vor Ort waren auch die First Responder Sand und beobachteten die Aktion.

Auch wenn sich für diesen Winter das Thema „Eiseinbruch“ möglicherweise erledigt hat, gibt die Wasserwacht dennoch Tipps, wie man sich im Ernstfall verhalten soll. Grundsätzlich sollten Eisflächen erst betreten werden, wenn sie nach einer längeren Frostperiode zugefroren und von der zuständigen Gemeinde freigegeben sind. Bei einem Einbruch muss sofort ein Notruf unter der 112 abgesetzt werden. Der Körper kühlt nämlich innerhalb weniger Minuten aus und man verliert sehr schnell seine Kräfte. Wenn möglich, sollte man sich flach auf das Eis legen und versuchen, zum Ufer zurückzukriechen. Ersthelfer sollten sich nur mit einer Leiter oder einem Schlitten kriechend zum Einbruchsort vorarbeiten. Dem Eingebrochenen darf dann auf keinen Fall die Hand gereicht werden, sondern besser ein Gegenstand.

Rettungsschwimmerin Sara Klopf mimte gekonnt das ins Eis eingebrochene Unfallopfer.
Foto: Christian Licha | Rettungsschwimmerin Sara Klopf mimte gekonnt das ins Eis eingebrochene Unfallopfer.
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