Haßfurt

Vor 3000 Besuchern auf der Bühne

„Ceko 37“: Das offizielle Festival-Bild von „Ceko 37 feat. RMGs“ zeigt (von links) Anna-Lena Wirsing, Angela Vogel, Johannes Folger, Leon Schirmer, Elmar Tagijev, Ayse Alakbarli, Nynke Jaehrling, Lina Oppermann und Laura Müller.
Foto: Sabine Weinbeer | „Ceko 37“: Das offizielle Festival-Bild von „Ceko 37 feat. RMGs“ zeigt (von links) Anna-Lena Wirsing, Angela Vogel, Johannes Folger, Leon Schirmer, Elmar Tagijev, Ayse Alakbarli, Nynke ...

Aufregende Tage hat der Ethik-Kurs von Christian Pabstmann hinter sich. Die Schülerinnen und Schüler des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt durften beim Eine-Welt-Festival in Berlin auf der großen Bühne stehen, zusammen mit „Culcha Candela“, Lou Bega, der „Far East Band“, „Oceana“, oder den „Wohnraum-Helden“. Moderiert wurde das Festival von Jessica Lange, „Jens“ aus dem Kika und Bürger-Lars Dietrich. Mit ihrem Rap „Macht Eure Augen auf“ haben sich „Ceko37 feat. RMGs“ für dieses Festival bei einem Online-Voting qualifiziert (wir berichteten). Über 3000 Besucher zog das Festival am Dienstag in die Columbiahalle in Berlin.

„Mit dem Schritt auf die Bühne war die Aufregung plötzlich weg“, erzählt Ayse Alakbarli und Leon Schirmer nickt beim Treffen mit unserer Reporterin am Donnerstag im Gymnasium. Das war für die Gruppe der erste Schultag dieser Woche – gleich mit Deutsch- und Physik-Schulaufgabe für einige. „Star-Bonus“ gibt es eben nicht. Aber drei Tage schulfrei gab es für die Teilnahme am Festival. Am Sonntag schon war Abreise, damit auch ein bisschen Raum blieb für Berlin. Für das Jump-House zum Beispiel, das nach der langen Busfahrt wie eine Erlösung war – und für?s Shoppen natürlich für die Damen. Ein ganz wichtiges Kleidungsstück jedoch gibt es nicht zu kaufen: das Sweatshirt des Eine-Welt-Festivals, das nur Teilnehmer bekamen. Den Spruch darauf finden die Haßfurter Gymnasiasten besonders gelungen: „Nutze deine Zeit und bestimme den Inhalt“.

Der Songcontest „Dein Song für EINE WELT“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt und ist eine Begleitmaßnahme des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik. Aus 189 eingereichten Songs wurden 25 Gewinnersongs gekürt, für deren Interpreten das EINE-WELT-Festival das große Finale darstellte. Hauptgewinner des Song-Contests waren Ezekiel Nikiema aus Burkina Faso als Afrika-Sonderpreisgewinner und Andre Fischer aus Münster mit seinem Song „Augen auf“, der als Hymne der aktuellen Runde des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik ausgewählt wurde.

„Total verdient“, sagt Angela Vogel neidlos. Die Haßfurter Gruppe hat einen guten Auftritt hingelegt, obwohl bei der Probe am Montag praktisch alles schief gegangen war – bis zum Texthänger von „Ceko 37“ Elmar Tagiyev. Doch zum Auftritt waren alle voll da und rissen das Publikum mit. „Nach mehreren Chören kam Hip-Hop natürlich vor allem beim jungen Publikum gut an“, sagt Christian Pabstmann. Lina Oppermann war von der Backing Band beeindruckt, die alle Lieder begleitete und „unseren Beat perfekt draufhatte“. „Ich war erst aufgeregt, als mir gesagt wurde, dass ich ein eigenes Mikrofon hab“, erzählt Angela Vogel.

Überall in Berlin sahen die Haßfurter die Plakate für das Festival und über 3000 Zuhörer kamen am Dienstag in die Columbia-Halle. Bunt gemischt, alle Altersgruppen waren vertreten. Die Haßfurter Schüler hatten ihre eigene Betreuerin, die sich um alles kümmerte – und sich auch erkundigte, ob am Abend alle rechtzeitig ins Hotel fanden. „Wir wurden vom Bus am Hotel abgeholt und zur Halle gefahren. Essen, Trinken, alles war inklusive, beim Festival und auch außerhalb“, lobt Christian Pabstmann die Organisatoren.

Der große Auftritt war ein unvergessliches Erlebnis für alle. Aber was war das Coolste? „Die Backstage-Armbänder“, sind sich alle einig. Das Gewusel hinter der Bühne, die eigene Lounge, Catering, „super, aber auch der totale Stress“ – ganz wie bei den Großen, von denen ja genügend anwesend waren. Schnell ein Selfie mit Johnny von „Culcha Candela“. „Der ist ein ganz toller Typ“, sind sich alle einig „und total engagiert“. In Kreuzberg aufgewachsen, ist Johnny einer der Hauptinitiatoren des Festivals und hat das „Africa rise project“ gegründet. Neben den Konzerten von 16.00 Uhr fast bis Mitternacht gab es rund um die Columbiahalle viele Infos zu Afrika und Hilfsprojekten.

Nachdem im Winter schon an allen Schulen in Deutschland die CD mit allen Gewinner-Songs verteilt wurde, erwartet Christian Pabstmann jetzt gespannt die Festival-CD, die demnächst in Haßfurt eintreffen wird. Und was seine Schüler gar nicht mitgekriegt haben: Auch Talentscouts von „Universal“ waren in Berlin. Von der großen Karriere träumen die Haßfurter Schüler nicht, aber sie wollen auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder einen Song einreichen. Für „Macht Eure Augen auf“ erhielten sie kürzlich auch den Sonderpreis Kreativität beim Schülerwettbewerb Ethik des Wilhelm-Löhe-Ethikinstituts in Fürth.

Großes Finale aller Festival-Teilnehmer – und die Regiomontanus-Schüler vorne mittendrin.
Foto: Sabine Weinbeer | Großes Finale aller Festival-Teilnehmer – und die Regiomontanus-Schüler vorne mittendrin.
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