Vor dem Amtseid hieß es erst einmal beichten

Als Gradmesser für den religiösen Stand einer Gemeinde galt nach dem Gebot des Lateran-Konzils von 1215 der Empfang der Sakramente an Ostern. „Du sollst wenigstens einmal im Jahr deine Sünden beichten, und zwar zur österlichen Zeit“. So verlangt es das Kirchengebot, das früher fast flächendeckend eingehalten worden ist, wie ein Blick in die Geschichte zeigt.
Papst Johannes Paul II. hörte in der Karwoche in diesem Beichtstuhl im Petersdom die Beichte. Sonst saß 37 Jahre lang der aus Bundorf stammende Pater Adalbert Heußinger (rechts) in diesem Beichtstuhl, in dem sich deutsche Pilger von ihren Sünden lossprechen ließen.       -  Papst Johannes Paul II. hörte in der Karwoche in diesem Beichtstuhl im Petersdom die Beichte. Sonst saß 37 Jahre lang der aus Bundorf stammende Pater Adalbert Heußinger (rechts) in diesem Beichtstuhl, in dem sich deutsche Pilger von ihren Sünden lossprechen ließen.
Foto: FOTO Privat | Papst Johannes Paul II. hörte in der Karwoche in diesem Beichtstuhl im Petersdom die Beichte. Sonst saß 37 Jahre lang der aus Bundorf stammende Pater Adalbert Heußinger (rechts) in diesem Beichtstuhl, in dem sich deutsche Pilger von ihren Sünden lossprechen ließen.

Wie sehr sich die Gläubigen an dieses Gebot der Kirche hielten, zeigt eine Statistik aus dem Jahr 1921 in Zeil: 1 967 Katholiken waren ihrer Osterpflicht nachgekommen. Nur 19 hatten diese versäumt. Die Einhaltung der kirchlichen Regeln wurde von den Ortsgeistlichen mittels so genannter Beicht- beziehungsweise Kommunionzettel kontrolliert. Ein sehr früher und interessanter Hinweis auf das Beicht-Sakrament findet sich im Tagebuch des Zeiler Bürgermeisters Langhans. 1620 hoffte der 27-Jährige im Rahmen eines päpstlichen Ablasses durch eine Beichte beim Zeiler Pfarrer, einem mehr ...

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