Haßfurt

Warum die Sanierung der Flutbrücke blöd geplant ist

Der Kabarettist Wolfgang Krebs brachte die Stadthalle in Haßfurt zum Johlen. Sein Markenzeichen ist es, in die Rolle von Politikern zu schlüpfen, wie im Bild als Edmund Stoiber.
Foto: Christiane Reuther | Der Kabarettist Wolfgang Krebs brachte die Stadthalle in Haßfurt zum Johlen. Sein Markenzeichen ist es, in die Rolle von Politikern zu schlüpfen, wie im Bild als Edmund Stoiber.

„Geh zu, bleib da“, mit seinem neuen Kabarett-Programm begeisterte Wolfgang Krebs am Samstagabend auf Einladung des Kulturamtes Haßfurt die Zuhörer in der ausverkauften Stadthalle in Haßfurt.

Gesellschaftskritisch, satirisch und manchmal auch polemisch griff der bayerische Kabarettist auf äußerst unterhaltsame Weise das Thema der Landflucht auf. Bayern ist 70 000 Quadratkilometer groß und besteht zum größten Teil aus Land. Krebs hinterfragte in der Person des Schorsch Scheberl: „Wohin geht die Entwicklung auf dem Land? In Richtung Stadt“. Die Speckgürtel um die großen bayerischen Städte würden immer größer, die Mieten immer höher, die Wege zur Arbeit immer länger. Damit wachse auch die Gefahr, dass Bayern immer mehr an Charakter, Gemütlichkeit und Tradition verliere.

Doch durch Wolfgang Krebs in der Person des Schorsch Scheberl regte sich Widerstand in der Provinz, nämlich in Untergamskobenzeißgrubengernhaferlverdimmering. In seinem Kabarettauftritt sagte Krebs der Landflucht den Kampf an, verdeutlicht durch einen Motivationsabend. Im einzigen Lokal weit und breit, in der Wirtschaft „Zur Toten Hose“, meldeten sich hinter der spanischen Wand auf der Bühne in Haßfurt prominente Politiker, Kulturschaffende, Einheimische und „Zuagroaste“ zu Wort, es wurde debattiert, gelacht und gesungen unter dem Motto: „Geh zu, bleib da“.

Seinen Figuren, die abwechselnd die Bühne betraten, hauchte der Kabarettist Leben ein und brachte mit Parodien die Stadthalle zum Johlen. Krebs verkörperte Politiker wie Markus Söder, Horst Seehofer, oder Edmund Stoiber, die den Zuhörern die Leviten lasen, aber auch die eher erfolglose Allgäuer Schlager-Kanone Meggy Montana und den Bayernkönig Ludwig. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel stand in der Stadthalle auf der Bühne.

Und auch örtliche Begebenheiten fehlten nicht. Krebs machte sich über die Sanierungsarbeiten an der Flutbrücke lustig. „Das ist ja blöd geplant“ meinte Krebs, weil die Umleitungsstrecke offensichtlich durchs Überschwemmungsgebiet führt.

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