Aidhausen

Wohin mit dem neuen Mobilfunkmast?

Mobilfunkmast       -  Aidhausen bekommt einen Mobilfunkmast. Das ist sicher, nachdem der Gemeinderat das Projekt in seiner Sitzung am Donnerstag abgesegnet hat. Mit dem von der Telekom ins Auge gefassten Standort können sich die Gemeinderatsmitglieder allerdings nicht anfreunden.
Foto: Jens Büttner, DPA | Aidhausen bekommt einen Mobilfunkmast. Das ist sicher, nachdem der Gemeinderat das Projekt in seiner Sitzung am Donnerstag abgesegnet hat.

Die Zeiten, in denen sich die Nutzung von Handys auf das Telefonieren und das Schreiben von Kurznachrichten beschränkte, sind längst vorbei. Chatten, Surfen, Bilder versenden – das Smartphone gehört zur Standardausrüstung des modernen Menschen. Doch vor allem auf dem flachen Land hinkt der Mobilfunkausbau in vielen Gebieten den Anforderungen hinterher. Nun wolle die Telekom im Rahmen eines Förderprogramms in Bayern den „weißen Flecken“ den Kampf ansagen, erläuterte Bürgermeister Dieter Möhring in der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag. Auch in Aidhausen ist ein Mobilfunkmast geplant (wir berichteten). Ganz ohne Einwände ging dessen Genehmigung allerdings nicht durch. Vor allem der ortsnahe Standort des 30 Meter hohen Mastes auf einem gemeindeeigenen Grundstück oberhalb des Hürbelweges sorgte bei Ruth Schwappach und Daniel Schlund für Bedenken.

Kein Gesamtkonzept

Ärgerlich sei, dass die Telekom auf diesem Standort beharre, obwohl der Mast lediglich einen Teil von Aidhausen und Kerbfeld versorge. Schwappach regte an, einen Vertreter der Telekom in den Gemeinderat einzuladen und über die Standortfrage zu verhandeln. Sie vermisse außerdem ein Gesamtkonzept bei der Mobilfunkplanung im Gemeindegebiet. „Die Telekom wird aus eigenem Antrieb kein Gesamtkonzept für unsere Gemeinde erstellen“, entgegnete Möhring. Als großen Vorteil führte Möhring ins Feld, dass die Telekom verpflichtet sei, auch andere Netzbetreiber den Mast nutzen zu lassen.

Ratsmitglied Klaus Schirmer verwies auf die Informationsveranstaltung, in der Physiker Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt über die Wirkung elektromagnetischer Felder informiert hatte. Von den Sendeanlagen gingen keine gesundheitsschädlichen Wirkungen aus, so dessen Fazit. „Wenn man diesem unabhängigen Fachmann nicht glauben kann, wem denn dann?“, fragte Schirmer.

Man müsse die Chance zum Mobilfunkausbau nutzen, drängte Möhring, der Errichtung des Funkmastes zuzustimmen. Man könne im Beschluss den Zusatz aufnehmen, dass mit der Telekom im Gemeinderat bezüglich des Standortes noch einmal verhandelt werde. „Scheitert dieser Versuch, den Mast weiter vom Ort weg zu bringen, bleibt es beim anvisierten Standort.“ Mit zwei Gegenstimmen wurde diesem Vorschlag zugestimmt.

Schwammspinner wütet

Laut dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) trete in den Bereichen Haßberge, Friesenhausen, Happertshausen und Kerbfeld ein hoher Befall des Schwammspinners auf. Um einen erheblichen Schaden an den Eichenbeständen zu verhindern, empfehle das AELF die Bekämpfung mittels Pflanzenschutzmitteln im Kronenbereich mit Luftfahrzeugen, informierte Möhring. Im gemeindeeigenen Wald lägen nicht unerhebliche Gefährdungsflächen. „Wollen wir das Risiko eingehen, dass nach den Sturmschäden und dem Käferholz, nun auch noch die Eichenbestände reduziert werden?“, plädierte Möhring für den Einsatz der Spritzmittel. Natürlich schädige man damit auch andere Insekten. Andererseits würden aber Untersuchungen aus Schweinfurt belegen, dass sich die Bestände nach einiger Zeit wieder erholen, führte Möhring zur Beruhigung an. Auf die Schäden in der Vogelwelt angesprochen, verwies Möhring auf eine Untersuchung in Sömmershausen. „Dort waren die leeren Gelege voller Verunreinigungen durch die Raupen.“ Es sei folglich unklar, ob das Spritzen oder die Raupen den Vögeln geschadet hätten. „Es gibt keine Informationen, dass die Natur langfristig und nachhaltig durch den Einsatz der Spritzmittel geschädigt wurde“, entgegnete Möhring zu den Bedenken. Die Kosten für die Einsätze übernehme der Staat. Imker würden rechtzeitig über den Termin, der voraussichtlich im Mai sein werde, informiert.

Wald wird gesperrt

Der Wald werde 48 Stunden abgesperrt. In diesem Jahr sei die Einwilligung der Eigentümer für den Einsatz erforderlich, erläuterte Möhring auf Nachfrage. Ob die Staatliche Forstverwaltung ihre Flächen behandeln lasse, wisse er nicht. Mit einer Gegenstimme stimmten die Gemeinderäte dem Einsatz der Pflanzenschutzmittel zu.

Im Gemeinderat Aidhausen kurz notiert

Dorfgemeinschaftshaus: Um die Förderung des sozialen Miteinanders geht es beim Neubau des Dorfgemeinschaftshauses in Rottenstein. Mit dem neuen Standort „Neudeck 3“ falle man in das Förderprogramm „Innen vor außen“ und somit in den Genuss einer 90-prozentigen Förderung ohne Deckelung, erläuterte Möhring. Allerdings müsse nun die Gemeinde anstelle der „Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung“ die Planung und Durchführung übernehmen. „Das ist eine gute Sache“, lobte Schwappach. Die ursprüngliche Planung hätte nicht nur sehr hohe Kosten, sondern auch eine enorme Eigenleistung der Dorfgemeinschaft erfordert. Ohne Gegenstimme wurde die Durchführung der Maßnahme beschlossen.

Schulbus: Für die gefährliche Verkehrslage beim Ein- und Ausstieg in den Schulbus an der Schule in Aidhausen müsse dringend eine Lösung gefunden werden, erinnerte Ruth Schwappach an ihren länger zurückliegenden Antrag. Er werde die Schaffung einer Parkbucht mit dem Bauhof besprechen, sicherte Dieter Möhring zu. Die Arbeitslage am Bauhof lasse allerdings eine Durchführung erst innerhalb von zwei Monaten zu. (gkl)

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