Wonfurt

Wonfurt hat seine Schulden nahezu halbiert

In der Sonnenstraße hatten die Kanalbauarbeiten vor einigen Wochen begonnen und setzen sich in den angrenzenden Straßen fort.
Foto: Christian Licha | In der Sonnenstraße hatten die Kanalbauarbeiten vor einigen Wochen begonnen und setzen sich in den angrenzenden Straßen fort.

Über Projekte und den Stand der Gemeinde Wonfurt informierte Bürgermeister Holger Baunacher kürzlich ausführlich in Bürgerversammlungen. Zu den Veranstaltungen in Wonfurt, Steinsfeld und Dampfach kamen jeweils viele interessierte Bürger, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

Insgesamt steht die Gemeinde gut da, erklärte der Bürgermeister. Der Schuldenstand hat sich von 1,3 Millionen Euro im Jahre 2012 auf 690 000 Euro zum 31. Dezember 2019 nahezu halbiert. Die Pro-Kopf-Verschuld liegt somit aktuell bei 350 Euro je Einwohner, wobei der Landesdurchschnitt mit 599 Euro je Einwohner weitaus höher ist. Die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 600 000 Euro wurde auf 2020 verschoben, da die dazu geplanten Baumaßnahmen nicht wie geplant 2019 beginnen konnten. Auch die Steuerkraft mit derzeit 1,7 Millionen Euro habe sich sehr gut entwickelt, so Baunacher.

Die großen Einnahmenquellen

Ausführlich erläuterte der Bürgermeister den Haushaltsplan 2019, der mit 3,795 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 3,416 Millionen Euro im Vermögenshaushalt angesetzt ist. Zu den großen Einnahmequellen der Gemeinde gehören die Einkommensteuerbeteiligung mit 1,2 Millionen Euro, Schlüsselzuweisungen in Höhe von 573 000 Euro und rund 160 000 Euro Grundsteuer. Die Gewerbesteuereinnahmen seien mit 500 000 Euro sehr vorsichtig angesetzt worden, um böse Überraschungen zu vermeiden, erklärte Baunacher.

Auch im Schulungssaal der Feuerwehr Wonfurt war der Besucherandrang bei der Bürgerversammlung recht groß, so wie auch in Steinsfeld und Dampfach.
Foto: Christian Licha | Auch im Schulungssaal der Feuerwehr Wonfurt war der Besucherandrang bei der Bürgerversammlung recht groß, so wie auch in Steinsfeld und Dampfach.

Auf der Ausgabenseite stehen Baumaßnahmen mit 2,6 Millionen Euro, Verwaltung und Betrieb mit rund einer Million Euro, die Kreisumlage in Höhe von über 800 000 Euro und der Betrieb des Kindergartens mit einer knappen halben Million Euro. Vorhandene Bausparverträge der Gemeinde haben einen Wert zum Ende letzten Jahres in Höhe von knapp einer Million Euro. Dieses Geld wurde in guten Zeiten zurückgelegt, um es in notwendige Maßnahmen investieren zu können, so der Bürgermeister.

Mehr Einwohner in der gesamten Gemeinde

Auch die Einwohnerzahl hat sich in den vergangen Jahren gut entwickelt. Waren es 2012 noch 2002 Einwohner in der gesamten Gemeinde, so sind heute 2087 zu verzeichnen. Davon leben in Wonfurt 1280, in Steinsfeld 306 und in Dampfach 501 Bürger. Einen rasanten Anstieg erlebte auch die Entwicklung der Geburtszahlen. Kamen 2010 nur neun neue Erdenbürger zur Welt, waren es im vergangen Jahr stolze 23. Auch die Schülerzahlen steigen, so dass voraussichtlich ab dem Schuljahr 2022/23 wieder alle Klassenzimmer in der Dampfacher Schule voll besetzt sein werden. Baunacher sagte auch, dass man mit 29 Bauanträgen im letzten Jahr neben Umbauten auch viele neue Wohnhäuser zu verzeichnen habe.

Kanal wird saniert

Bürgermeister Baunacher gab auch einen Überblick über laufende Projekte in der Gemeinde. In der Sonnenstraße haben vor kurzem die Bauarbeiten zur Kanalsanierung begonnen. Die Arbeiten sollen in drei Abschnitten vollzogen werden, um die Behinderungen für die Anwohner in Grenzen zu halten. Als erstes wird das Teilstück von der Einmündung Grillengasse bis zur Einmündung Dr.-Steinmüller-Straße in Angriff genommen. Anschließend folgt die Dr.-Steinmüller-Straße und als letztes der Rest der Sonnenstraße.

Der Zugang zur Kirche in Steinsfeld ist jetzt barrierefrei. Der Weg im Friedhof wird jetzt neu gestaltet und soll ebenfalls ohne Hindernisse in Zukunft passierbar sein.
Foto: Christian Licha | Der Zugang zur Kirche in Steinsfeld ist jetzt barrierefrei. Der Weg im Friedhof wird jetzt neu gestaltet und soll ebenfalls ohne Hindernisse in Zukunft passierbar sein.

An der frisch renovierte Kirche in Steinsfeld wurden am Dach Balken ausgetauscht, im Turm sämtliche Defekte behoben und die Bleiverglasung gesäubert. Um die Kirche wurde scharfkantiges coloriertes Betonpflaster verlegt, das auch einen barrierefreien Zugang in das Gotteshaus ermöglicht. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme bewegen sich im Rahmen der Planungen, so Baunacher. Nun stehen die Innensanierung an und eine neue, barrierefreie Wegeführung im Friedhof.

Sanierung oder Ersatzneubau?

Der Kindergarten Wonfurt wird kurzfristig um einige Container erweitert werden müssen, damit der Platzbedarf gedeckt werden kann. Langfristig ist zu überlegen, ob eine Sanierung oder ein Ersatzneubau wirtschaftlicher kommt. Das gleiche gilt auch für die Sporthalle in Wonfurt, für die bereits eine Förderzusage vorliegt.

In Steinsfeld bemängelte eine Mutter, dass kleine Kinder aufgrund fehlender großer Kindersitze nicht mit dem Kindergartenbus mitgenommen werden können. Baunacher bekam vom BRK Haßberge, das die Buslinie betreibt, die Auskunft, dass aufgrund vorheriger Fahrten kein Platz zur Mitnahme der großen Kindersitze vorhanden sei. Der Bürgermeister versprach aber, sich nochmals mit dem BRK in Verbindung zu setzen und nach einer Lösungsmöglichkeit zu suchen. 

Ein Wonfurter Bürger sprach den maroden Zustand eines abseits gelegenen Gehwegs nahe dem Ortsausgang Richtung Haßfurt an. Hier würden sich auch große Pfützen bilden, die für die Schulkinder und Fußgänger ein Hindernis bedeuten. Der Bürgermeister erklärte, dass der Weg ursprünglich im Zuge des Breitbanausbaus saniert werden sollte, das aber die Firma nicht miterledigt habe. Gleichzeitig versprach Baunacher, das jetzt in Angriff nehmen zu wollen.

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