Haßfurt

"Worauf bauen wir?": Weltgebetstag aus Vanuatu

Titel des Bildes 'Cyclon PAM II. 13. of Marach 2015' (Ausschnitt) der  Künstlerin Juliette Pita.
Foto: Heiner Heine | Titel des Bildes "Cyclon PAM II. 13. of Marach 2015" (Ausschnitt) der Künstlerin Juliette Pita.

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. "Worauf bauen wir?", ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus dem Matthäusevangelium stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der gewählten Bibelstelle.

Dabei gelte es, Hören und Handeln in Einklang zu bringen: "Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend", sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Vom Klimawandel betroffen wie kaum ein anderes Land

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher.

Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Orkan. Davon wurde auch Juliette Pita inspiriert und hat dazu das eindrucksvolle Titelbild zum Weltgebetstag Cyclon PAM II. 13. of March 2015 geschaffen.

Keine Frau im Parlament

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich "lediglich" um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei.

Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die bisher einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen, sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.

Der Weltgebetstag

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft.
Allein in Deutschland werden am Freitag, 5. März 2021, hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen, falls es bis dahin die coronabedingten Bestimmungen entsprechend zulassen.
Alle am Weltgebetstag Interessierten, sollen sich in ihrer eigenen Gemeinde entsprechende Informationen einholen und sich über mögliche Veranstaltungen informieren. Daneben besteht wie alljährlich die Möglichkeit, sich im Internet unter weltgebetstag.de Unterlagen herunterzuladen.
Quelle: jf
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