Abtswind

125 Jahre lebendige Feuerwehrgeschichte

Lebendige Feuerwehrgeschichte       -  Routiniert: Das Zusammenspiel der Rettungsorganisationen beobachten viele Zuschauer bei den Schauübungen.
Foto: Gerhard Krämer | Routiniert: Das Zusammenspiel der Rettungsorganisationen beobachten viele Zuschauer bei den Schauübungen.

Auf eine Zeitreise durch 125 Jahre Feuerwehrgeschichte begaben sich die Festgäste beim Jubiläum der Feuerwehr Abtswind am Sonntag. Höhepunkt war eine Übung der Feuerwehren Castell und Untersambach sowie der Rotkreuz-Bereitschaft Wiesentheid am Nachmittag mit modernem Rettungsgerät.

Nach einem Festgottesdienst am Vormittag waren die Mitglieder zahlreicher Wehren aus der Region sowie der Abtswinder Vereine in einem Festzug unter Begleitung des Spielmannszuges Albertshofen zum Festplatz am Feuerwehrhaus gezogen.

Fachkundig informiert vom Wiesentheider Kommandanten Michael Rückel und von Bereitschaftsleiter Christian Sturm (ebenfalls aus Wiesentheid) konnten die Zuschauer am Nachmittag das koordinierte Zusammenspiel der Rettungsorganisationen beobachten, während die Helfer einen Verletzten aus einem Auto befreiten. Den Zugang schuf die Feuerwehr durch das Fenster der Fahrertür. Dann gingen die Rettungsdienstler mit den ersten Untersuchungen ans Werk.

Einer begleitete den „Verunglückten“ durch die ganze Prozedur, das Aufspreizen der Tür, weitere Untersuchungen, Anlegen einer Infusion, Abheben des Daches mit der Rettungsschere und Abtransport des Verletzten auf einem rückenschonenden Spineboard.

Am spannendsten war der Abschluss für die Kinder, die den „Geretteten“ in den Rettungswagen begleiten durften. Währenddessen sicherte die Feuerwehr noch vorschriftsmäßig das Fahrzeug mit Schaum und technischen Vorrichtungen.

Zuvor hatten die Jugendfeuerwehren aus Abtswind und Rüdenhausen ihr Können gezeigt und per Hebekissen eine eingeklemmte Person unter einem Fahrzeug befreit. Beim ersten Einsatz waren auch die Zuschauer gefragt, als es galt, eine Eimerkette zu bilden, um eine historische Spritze mit Wasser zu versorgen. Auch in Wortbeiträgen wurde die 125-jährige Abtswinder Feuerwehrgeschichte lebendig inklusive ihrer Vorgeschichte. Chronist Georg Eckoff berichtete, dass bereits 1753 von der Feuerpolizei berichtet werde. Ab 1780 war die Feuerwache üblich, vor allem an der Kirchweih, Weihnachten und während der Weinlese, wenn viele Anwesen menschenleer waren.

Die erste Feuerspritze und lederne Eimer seien im Schulhaus untergebracht gewesen. Eine besondere Urkunde überreichte Eckoff dem Kommandanten Klaus Keller: eine Liste aus dem Jahr 1874, auf der die Mitglieder der damaligen Pflichtfeuerwehr aufgeführt sind.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1891 gegründet. Spritzen und Leitern lagerten neben dem Friedhof. Die erste Motorspritze wurde 1930 angeschafft, 1938 wurde das neue Feuerwehrhaus in der Pfarrgasse bezogen, 1958 eine neue Motorspritze angeschafft, die sich sogleich bei einem Großbrand im August bewähren konnte.

Über die Jahre 1969 bis 1996 berichtete der heutige Ehrenkommandant Robert Wendel. 1987 wurde das LF 8 als erstes Fahrzeug angeschafft, 1989 das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Besonders stolz ist Wendel auf die Jugendarbeit, die mit einem Sieg bei der Bezirksmeisterschaft belohnt wurde. Wendels Nachfolger Alfred Dallner setzte sich für die Ausrüstung zum Atemschutz ein. In seinem Grußwort betonte er die Bedeutung der Ortswehren mit ihrer unschätzbaren Ortskenntnis. Kreisbrandrat Roland Eckert bekräftigte diese Einschätzung. Kommandant Keller rief die Anwesenden dazu auf, sich der Feuerwehr anzuschließen, auch wenn es für die Jugend neben der Schule nicht einfach sei. Bürgermeister Jürgen Schulz dankte den Wehrleuten für ihren Einsatz.

Dass die Feuerwehr auch einen wichtigen Beitrag zur Geselligkeit in Abtswind leistet, machte Doris Senft-Balogh deutlich, die einen kurzen Überblick über die Geschichte der seit 1970 bestehenden Theatergruppe der Feuerwehr gab.

Lebendige Feuerwehrgeschichte       -  Viele Abordnungen: Nach dem Gottesdienst gab es einen Festzug zum Feuerwehrhaus.
Foto: Barbara Krämer | Viele Abordnungen: Nach dem Gottesdienst gab es einen Festzug zum Feuerwehrhaus.
Lebendige Feuerwehrgeschichte       -  Höhepunkt waren die Schauübungen der Feuerwehren. Beim ersten Einsatz waren auch die Zuschauer gefragt, als es galt, eine Eimerkette zu bilden, um eine historische Spritze mit Wasser zu versorgen.
Foto: Gerhard Krämer | Höhepunkt waren die Schauübungen der Feuerwehren. Beim ersten Einsatz waren auch die Zuschauer gefragt, als es galt, eine Eimerkette zu bilden, um eine historische Spritze mit Wasser zu versorgen.
Lebendige Feuerwehrgeschichte       -  Die Abtswinder Feuerwehr feierte ihr 125.Jubiläum mit Gottesdienst, Umzug und Schauübungen. Mitglieder von Wehren aus der Region sowie der Abtswinder Vereine zogen in einem Festzug unter Begleitung des Spielmannszuges Albertshofen zum Festplatz am Feuerwehrhaus.
Foto: Barbara Krämer | Die Abtswinder Feuerwehr feierte ihr 125.Jubiläum mit Gottesdienst, Umzug und Schauübungen. Mitglieder von Wehren aus der Region sowie der Abtswinder Vereine zogen in einem Festzug unter Begleitung des ...
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