Kitzingen

357 tote Schweine: Auch Tierschützer stellen Strafanzeige

In einem Betrieb im Landkreis Kitzingen starben fast 360 Schweine. Noch ist unklar, warum es nach dem Ausfall der Lüftungsanlage in dem Maststall keinen Alarm gegeben hatte.
Schweine in einem Zuchtbetrieb. Im südlichen Landkreis Kitzingen verendeten jetzt fast 360 Tiere in einer Anlage. Die Ermittlungen laufen.
Schweine in einem Zuchtbetrieb. Im südlichen Landkreis Kitzingen verendeten jetzt fast 360 Tiere in einer Anlage. Die Ermittlungen laufen. Foto: dpa

Im Falle des Schweinemastbetriebes aus dem Landkreis Kitzingen, in dem am vergangenen Donnerstag nach einem Ausfall der Lüftungsanlage 357 tote Schweine gefunden wurden, gibt es weiter Unklarheit: Die Staatsanwaltschaft Würzburg teilte auf Anfrage mit, dass "keine neuen Erkenntnisse vorliegen". Wie berichtet, wird gegen den Halter wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Ausfall der Lüftung: Warum gab es keinen Alarm?

Wie Recherchen dieser Zeitung ergaben, handelt es sich um einen Betrieb im südlichen Landkreis. Die Ermittlungen konzentrieren sich offenbar darauf, warum es zu einem Stromausfall und dem damit verbundenen Ausfall der Lüftungsanlage gekommen war - und warum es keine Warnung gegeben hat. 

Nach Auskunft des Kitzinger Landratsamtes sind die verendeten Tiere noch am vergangenen Donnerstag von dem Landwirt in die zuständige Tierkörperbeseitigungsanlage nach Walsdorf gebracht worden. Einige der toten Schweine waren zuvor, so die Information der Staatsanwaltschaft,  pathologisch untersucht worden. 

In dem Stall hatten sich zum Zeitpunkt des Lüftungsausfalls rund 600 Schweine befunden - 357 von ihnen verendeten. Die restlichen Tiere befinden sich laut Landratsamt weiterhin vor Ort. Der Landwirt wurde nach Auskunft der Staatsanwaltschaft polizeilich angewiesen, die Tiere so lange persönlich zu beaufsichtigen, bis die technischen Anlagen wieder funktionieren.

Tierschützer erstatten Anzeige

Inzwischen hat auch die Tierschutzorganisation Peta Strafanzeige gegen den Halter der Tiere gestellt. In dem dazugehörigen Schreiben heißt es zur Begründung, dass "ein funktionierendes Notstromaggregat sowie eine funktionierende Alarmanlage ein elementarer Teil im Rahmen der agrarwirtschaftlichen Qualitätssicherung" seien. Es handele sich laut Peta um einen "vermeidbaren Vorfall", der zu einem "erheblichen, länger anhaltenden Leiden einer Vielzahl von Schweinen sowie deren Tod durch Ersticken" geführt habe. 

Peta hatte sich auch bei den Ermittlungen gegen einen Schweinehalter engagiert, der im vergangenen Jahr rund 2000 Schweine in seinem Stall bei Gelchsheim (Lkr. Würzburg) verenden ließ. Der Fall war ohne Gerichtsverfahren eingestellt worden. Daraufhin hatten die Tierschützer Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Würzburg eingelegt.

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