Prichsenstadt

Ärger über beleuchtete Werbetafeln in Laub

An diesem Gebäude in Laub, das erste Haus links nach der Ampelkreuzung aus Richtung Eichfeld, sollen gleich zwei beleuchtete Werbetafeln angebracht werden. Foto: Guido Chuleck

Wieder einmal musste sich der Stadtrat Prichsenstadt mit einem Antrag befassen, der in ähnlicher Form schon mal für große Verärgerung im Rat gesorgt hatte: das Anbringen gleich zweier beleuchteter Werbetafeln von jeweils 3,80 mal drei Metern an einem exponierten Haus in Laub. Antragsteller ist die Standortfabrik aus Dorsten (Nordrhein-Westfalen).

Hatte der Rat sich seinerzeit schon gegen die Werbetafel in Stadelschwarzach ausgesprochen, so beschied er auch diesem Antrag mit 13:2 eine Absage. Helfen dürfte es wohl wenig, denn das letzte Wort wird auch in diesem Fall das Landratsamt sprechen. Das Ergebnis war in Stadelschwarzach, dass die Werbetafel tatsächlich hängt – kurz vor einer scharfen Rechtskurve der dort ohnehin nicht sonderlich breiten Ortsdurchfahrt.

Bürgermeister Schlehr: "Ich halte das für sehr gefährlich"

Im aktuellen Fall soll die Werbetafel in Laub am ersten Haus angebracht werden, das von Eichfeld kommend auf der linken Seite zu sehen ist. "Damit liegt diese Werbetafel genau in der Sichtachse der Autofahrer, die auf die Ampelkreuzung zufahren, das halte ich für sehr gefährlich", so Bürgermeister René Schlehr. Zumal sich optisch durch die zweite Werbetafel die mögliche Blendung gleich gefühlt verdoppeln könnte, weil die zweite Anlage in Richtung Reupelsdorf leuchtet.

Wieviel Erfolg sich der Gemeinderat mit seinem mehrheitlichen "Nein" versprechen kann, brachte Ursula Reiche ins Gespräch: "In Rüdenhausen hat sich fast der ganze Ort gegen eine solche Tafel ausgesprochen, gebracht hat es nichts." Und weil das Landratsamt die letzte Entscheidung trifft, hatte der Rat nur die Möglichkeit, sein Einvernehmen zu verweigern.

Kein Photovoltaik in der historischen Altstadt

Einmal mehr scheiterte ein Antrag im Rat, in der historischen Altstadt eine Photovoltaik-Anlage auf einem Hausdach anzubringen. Es sollte auf einem Hausdach und einem Garagendach jeweils eine Anlage installiert werden. Das Problem: die Anlagen wären von der Straße aus zu sehen gewesen, und weil der Rat in seiner noch nicht verabschiedeten, aber schon grundlegend festgezurrten Gestaltungssatzung genau so etwas nicht erlaubt, fiel das "Nein" mit 13:2 sehr deutlich aus.

In einer Stellungnahme schrieb der Sanierungsplaner der Stadt, Architekt Thomas Buchholz, dass die Maßnahme "aus städtebaulicher Sicht zwingend abgelehnt werden muss". Gleichzeitig wurde der Antragstellerin dringend angeraten, einen Beratungstermin mit dem Städteplaner und dem Denkmalamt zu beantragen, um deren Beurteilung in den Antrag mit einzubauen. Die eigentliche Entscheidung trifft dann das Landratsamt. "Diese Vorgehensweise schlagen wir bei Um- oder Anbauten in der Altstadt immer vor", so der Bürgermeister, "die Leute müssen halt vorher fragen."

15:0 für Restaurierung eines maroden Bildstocks

Ein Bildstock an der B22 bei Laub (Stifter: unbekannt) ist in einem so schlechten Zustand, dass er als Bildstock kaum noch zu erkennen ist. Genauer gesagt besteht er nur noch aus einem kleinen, sehr verwitterten Fragment, so dass die Darstellung der Anbetung der Heiligen Drei Könige auf der einen und der 14 Nothelfer auf der anderen Seite komplett verschwunden ist. Zum Glück existieren sehr gute Fotos der Vorder- und Rückseite, so dass der Antragsteller (die ÜZ Mainfranken in Person des geschäftsführenden Vorstandes Gerd Bock) die Tafel wieder rekonstruieren kann. Mit 15:0 stimmte der Rat dem Antrag auch zu.

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