Prichsenstadt

Alexandra Martin will mehr Transparenz in Prichsenstadt

Ausdauer hat Alexandra Martin, die Bürgermeisterkandidatin der Lauber Wählerliste. Das hat sie privat und sportlich schon bewiesen und so will sie ins Prichsenstädter Rathaus.
Alexandra Martin, Bürgermeisterkandidatin in Prichsenstadt, an ihrem Lieblingsort: das weiße Kreuz bei Altenschönbach. Foto: Guido Chuleck

Sie ist parteilos, lokalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten und möchte als Bürgermeisterin "die Großgemeinde aus ihrem Dornröschenschlaf wecken". Alexandra Martin (45), Justizvollzugsbeamtin in Ebrach und verheiratet mit ihrer Jugendliebe Kay (45), will im Fall einer erfolgreichen Wahl auch dafür sorgen, dass auch in Prichsenstadt selbst eine Gemeinschaft entsteht, wie sie in den Ortsteilen gepflegt wird. In punkto Tourismus sieht sie Prichsenstadt auch noch nicht optimal aufgestellt. "Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, und sie haben auch viele gute Ideen", sagt Martin, "welche das sind, verrate ich nicht, wir haben Wahlkampf." Den bestreitet sie mit der Lauber Wählerliste (LWL), dort steht die seit acht Jahren in Prichsenstadt lebende Martin auf Platz fünf der Kandidatenliste zur Stadtratswahl und ist  Bürgermeisterkandidatin.

Ohne Herausforderer ist eine Wahl keine Wahl

"Frauen sehen Probleme anders als Männer und lösen sie anders als Männer" – das ist für sie keine Floskel, sondern eine Tatsache. "Das kann nur von Nutzen sein, wenn eine Frau auf diesen Posten gewählt wird", sagt sie, "auch sehe ich viele Dinge von außen und bin auch nicht in Klüngeleien verwickelt". Dass Amtsinhaber René Schlehr erneut kandidiert war bekannt. Ohne Herausforderer sei das keine Wahl. Keine Wahl haben zu können, hat sie in der ehemaligen DDR erlebt, in der sie und ihr Ehemann aufgewachsen waren. "Und um daraus eine Wahl zu machen, trete ich an. Warum auch nicht? Ich habe Mut und Ausdauer."

1993 ist Martin aus Thüringen weggezogen und hatte in Bamberg Geschichte studiert. Dann wurde sie schwanger. "Ich habe als Alleinerziehende eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und mich 1999 bei der Justiz in Bayern beworben", erzählt sie. Im Oktober 2000 startete ihre 20-monatige Ausbildung in München, ehe sie 2016 in Ebrach landete, wo sie auch jetzt noch arbeitet.

Alexandra Martin hat Ausdauer

Dass Martin Ausdauer hat, bestreitet niemand. Sie läuft Strecken, die andere lieber mit dem Auto fahren. Zum Beispiel den 73 Kilometer langen Rennsteiglauf in Thüringen. Oder die "TorTour de Ruhr", wo schon der Name Programm ist: 230 Kilometer auf dem Ruhrtalradweg in Nordrhein-Westfalen von der Ruhrquelle in Winterberg bis zur Mündung in den Rhein bei Duisburg mit einem Zeitlimit von 38 Stunden. "Ich habe 37 Stunden und 19 Minuten gebraucht", sagt sie.

Alexandra Martin stellt sich der Wahl, damit es eine Wahl ist. Foto: Michael Issing

Bei so viel Sport wundert es nicht, dass die 45-Jährige auch die Vorsitzende des TSV Prichsenstadt ist. Weil der finanziell klamm ist, hatte Martin ein paar Sponsoren gefunden, die die Sanierung der Toiletten finanziert hatten. Ein alter Heizkörper, der eigentlich hätte ersetzt werden müssen, blieb auf Martins Willen erstmal drin, "der tut es doch noch". Letztlich fand sich ein Sponsor für einen neuen Heizkörper. Und: Jederzeit hätten die Sponsoren gewusst, was mit ihren Geldern passiert, sagt sie.

"So stelle ich mir das auch als Bürgermeisterin vor: Transparenz, vor allem bei den Finanzen." Apropos Finanzen: "Sparen kann ich, und es wird auch bei der Stadt Prichsenstadt noch Möglichkeiten geben, Geld zu sparen und Synergien zu erzeugen, etwa durch einen Informatiker für Prichsenstadt und Wiesentheid." Mit Sicherheit, sagt sie, habe die Stadt noch Sparpotenzial, und sie will auch genau auf die Erwartungen und Vorstellungen der Bürger hören und nach Möglichkeit darauf eingehen. Und dem TSV will sie als Vorsitzende so lange erhalten bleiben, bis bei der Vorstandswahl nach der Kommunalwahl ein Nachfolger gefunden ist.  

Alexandra Martin
Geburtsdatum: 10. November 1974
Partei: keine, tritt für die Lauber Wählerliste an
Wohnort: Prichsenstadt seit 2011
Beruf: Justizvollzugsbeamtin JVA Ebrach
Ehrenämter: Vorsitzende des TSV Prichsenstadt, Wegewart der Traumrunde Prichsenstadt 
Familie: verheiratet, 1 Kind, 1 Hund
Hobbys: Laufen (erster Marathon 2004, erster Ultra 2008, deutsche Meisterin 24-Stunden-Lauf W40 2017, lesen und Sockenstricken beim Fernsehen

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