Wiesentheid

Alkohol in der Pubertät: Infos und Rat für Eltern 

Die Sozialpädagogin Klaudia Follmann-Muth referierte zum Thema Alkohl bei Jugendlichen am Gymnasium in Wiesentheid. Lehrer Ralf Forster bedankte sich für den lebendigen Vortrag. Foto: Andreas Stöckinger

Der Informationsabend des Steigerwald-Landschulheims in Wiesentheid zum Thema Alkoholprävention in Familien hatte etliche Eltern angelockt. Zur bundesweiten Initiative "Klartext reden!" hatte die Schule die Diplom-Sozialpädagogin Klaudia Follmann-Muth von der Suchtberatungsstelle der Caritas in Koblenz zu Gast. Sie gab nicht nur Tipps gab, wie man mit dem Thema umgeht, sie berichtete auch sehr anschaulich aus ihrer täglichen beruflichen Erfahrung und   bezog die Eltern ein. Diese konnten ihre Fragen stellen, aber auch ihre Erlebnisse und Sorgen zum Thema Alkohol und Kinder schildern.

Vornehmlich Eltern der achten bis zehnten Jahrgangsstufe hatte die Schule dazu angesprochen. Gerade die zwölf- bis 15-jährigen seien die Altersstufe, in der der Nachwuchs oft zum ersten Mal richtig mit Alkohol konfrontiert werde. Das belegten auch Statistiken. Das derzeitige Einstiegsalter liege im Schnitt bei 14,8 Jahren, wenngleich es natürlich auch wesentlich jüngere gebe, die Alkohol konsumierten.

Mit 15 beginnt die gefährliche Zeit

"Wissen Sie, ob Ihr Kind Alkohol trinkt?", fragte die Sozialpädagogin gleich zu Beginn in die Runde. Vier, fünf Wortmeldungen gab es.  Die meisten Eltern erzählten, dass ihre 13-, 14-jährigen Teenager daran noch kein oder kaum Interesse zeigten. "Mein Sohn wird bald 15, da ist das Interesse schon da", sagte eine Mutter. Alkohol werde oft ab dem Alter von 15 oder 16 ein Thema. Das sei "die gefährliche Zeit", erklärt die Referentin.

Das bestätigte eine Zuhörerin. "Richtig krass" sei es in dem Alter bei einem ihrer Kinder gewesen, zuvor dagegen nicht. Danach, als es die Zeit mit dem Führerschein anging, sei das Thema passé gewesen. Wie sie diese erste Phase überstanden habe, fragte die Referentin. Wichtig sei es, "dran zu bleiben", an den Jugendlichen, mit ihnen darüber zu reden, und ihnen klar zu machen, dass Alkoholkonsum gesundheitsgefährdend sei.

Klaudia Follmann-Muth stellte heraus, dass Eltern ihre eigene Haltung zu dem Thema finden müssten. Trinkgewohnheiten würden oft von zuhause, oder von der Gruppe der gleichaltrigen abgeschaut. Eltern sollten stets ein glaubwürdiges Vorbild für ihren Nachwuchs sein. Ihren Einfluss auf den Nachwuchs dürften sie nie unterschätzen. Sie riet, wenn der Nachwuchs zum Thema Alkohol frage, auch immer das Gespräch mit ihnen zu führen, darüber zu reden.

Die Standpauke ist nicht immer ratsam

Was man tun könne, wenn der Sohn oder die Tochter betrunken nach Hause komme, wurde weiter thematisiert. Nicht unbedingt die Standpauke sei ratsam, sondern versuchen zu verstehen, warum und wie es so weit komme, sagte die Sozialpädagogin. Sie unterlegte vieles mit ihren Erfahrungen, auch als dreifache Mutter.

Ralf Förster als Lehrer und Suchtbeauftragter des Gymnasiums hatte auch einiges aus seinem Erfahrungsschatz zu berichteten. Problematisch seien Klassenfahrten: Hier müssen die Lehrer eine klare Linie haben, die man vorher und dabei einhalte, riet Follmann-Muth.

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