Volkach

Alltagshelden: Notfallsanitäter ärgert sich über die Unbelehrbaren

Sie sind Helden des Alltags: In einer Serie stellen wir Menschen vor, die das öffentliche Leben noch aufrecht erhalten. Heute: Der Volkacher Notfallsanitäter Bernd Pfaff.
Bernd Pfaff ist Notfallsanitäter an der BRK-Rettungswache in Volkach (Lkr. Kitzingen). Foto: Hanns Strecker

Wenn Bernd Pfaff an der BRK-Rettungswache in Volkach (Lkr. Kitzingen) seinen Dienst beginnt, weiß er nie, wie er enden wird. Zwölf Stunden dauert die Schicht des Notfallsanitäters - egal ob an Wochentagen oder Feiertagen, egal ob am Tag oder in der Nacht. "Das ist eben mein Job", sagt Pfaff.

Mit seinen 54 Jahren zählt Bernd Pfaff zu den "alten Hasen". Schon als Jugendlicher hat er beim Volkacher Roten Kreuz mitgemacht. "Menschen zu helfen, war immer mein größtes Bestreben", erzählt er. Seit 32 Jahren ist er beruflich beim Roten Kreuz, weitaus länger schon engagiert er sich ehrenamtlich bei dieser Organistion.

Nach der Nachtschicht noch 300 Augenschutzbrillen abgeholt

Viel Leid, aber auch viel Schönes hat er in seiner Laufbahn erlebt. Auch die derzeitige Situation mit dem Coronavirus macht ihn nicht sprachlos. "Wir haben einen ausgezeichneten Krisenstab, der mit verschiedenen Fachkräften besetzt ist. Täglich werden wir über die neuesten Erkenntnisse informiert und es werden Handlungsanweisungen, insbesondere zur Hygiene, herausgegeben", berichtet er.

Der Lebensretter stellt die Frage: "Was gibt es Besseres, als wenn Berufung und Hobby zum Beruf wird?" Für Pfaff war es zum Beispiel selbstverständlich an einem Nachmittag, nach seinem Nachtdienst, freiwillig nach Heidenheim zu fahren, um dort 300 Augenschutzbrillen für "sein" Rotes Kreuz abzuholen. Der Marktleiter des Volkacher Baumarktes hatte ihn informiert, dass dort im Lager noch Schutzbrillen seien.

Der Volkacher Sanitäter Bernd Pfaff in einem Rettungswagen. Foto: Hanns Strecker

Besonders ärgerlich sind für Pfaff die Unbelehrbaren, die die allgemeine Lage immer noch anzweifeln und keinerlei persönliche Einschränkungen hinnehmen. Die bestehende Ausgangssperre beurteilt er als "vollkommen richtig."

Bedenklich ist für ihn auch, dass der Rettungsdienst zunehmend zu Bagatell-Fällen gerufen wird. "Das bindet unsere Kräfte, die zu einem anderen, lebensbedrohlichen Fall fahren müßten." Dennoch: der Vollblutsanitäter nimmt die Herausforderung an. Neulich sei er in der Stadt von jemandem angesprochen worden, dem er vor einem Jahr das Leben gerettet habe. "Das baut auf!"  

In unserer Serie "Alltagshelden" stellen wir Menschen aus der Region vor, die täglich ihr Bestes geben, um das öffentliche Leben trotz der Corona-Krise aufrecht zu erhalten. Viele können nicht von Zuhause aus arbeiten und müssen sich deswegen täglich neuen Herausforderungen stellen. Ein großes Dankeschön dafür!

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