DETTELBACH

Andreas Kümmert im Main-Street-Café: Zurück auf Anfang

Ohne viel Schnick-Schnack: Bei Andreas Kümmerts Konzerten, wie hier mit Gitarrist Tobias Niederhausen (links) im Main-St... Foto: Teresa BEchtold

Einen Stuhl, ein Mikrofon und einen Gitarristen – Andreas Kümmert braucht nicht viel Zubehör, wenn er ein Konzert gibt. Das Wichtigste bringt er selbst mit: Seine Stimme, die so kraftvoll ist, dass er mit ihr mühelos den ganzen Raum erfüllt, die genauso gut aber auch sanfte Melodien singen kann. Je nachdem, wie es seine bluesigen Rocksongs verlangen.

Als er am Samstagabend auf der Bühne des Main-Street-Cafés in Dettelbach mit etwas Verspätung die ersten Töne anstimmt, wird es sofort andächtig still im Raum. Das Licht ist gedimmt, vor dem Fenster hinter ihm rauschen die Autos auf der Bundesstraße 22 in der Dunkelheit vorbei. Kümmert schließt die Augen und wippt gefühlvoll zum Takt seines ersten Songs, während im Hintergrund akustische Gitarrenmusik erklingt.

Das Main-Street-Café, in dem jeden Samstag Live-Musik gespielt wird, ist mit 150 Zuschauern rappelvoll. Viele haben keinen Sitzplatz bekommen und stehen zwischen den Tischen. Kümmert scheint davon gar nicht viel mitzubekommen. Er vertieft sich auf der Bühne ganz in seine Musik, schaut nur selten ins Publikum. Zwischen den Songs, die zum Teil von ihm sind und zum Teil gecovert, nuschelt er ab und zu ein „Dankeschön“ ins Mikrofon, mehr nicht.

Dabei ist das Konzert in Dettelbach so etwas wie ein Heimspiel für den gebürtigen Gemündener. Auf derselben Bühne hatte er vor acht Jahren seinen ersten Auftritt als Solo-Künstler. Kümmerts Vater Raimund, der heute an der Kasse steht, erinnert sich noch gut daran: „Damals standen hier nur zehn Leute. Wahnsinn, wie voll das heute ist. Aber ist ja klar, wenn jemand bekannt ist, kommen auch mehr Zuschauer“, sagt er.

„Ich will kleine Konzerte spielen und neue Songs aufnehmen.“
Andreas Kümmert, Musiker

Dass Kümmert so bekannt ist, liegt an der Casting-Show „The Voice of Germany“, die er vergangenes Jahr gewonnen hat. In der Sendung sang der 28-Jährige vor einem Millionen-Fernsehpublikum, sein Song „Simple Man“ schaffte es auf Platz zwei der deutschen Single-Charts. Scheinbar mühelos gewann er die Show mit einem großen Vorsprung auf die anderen Kandidaten, nur um zu merken, dass es ihm auf der kleinen Bühne besser gefällt.

Mit „The Voice of Germany“ hat er heute nichts mehr zu tun. Auf seiner Homepage ist keinerlei Hinweis auf die Casting-Show zu finden. „Ich will genau das weiter machen, was ich seit acht Jahren mache. Kleine Konzerte spielen und neue Songs aufnehmen“, sagt Kümmert nach seinem Auftritt.

Im Frühsommer möchte er ein neues Album herausbringen. Bis dahin spielt er mehrmals die Woche vor einem kleinen Publikum wie hier in Dettelbach, genauso wie er es vor seinem TV-Erfolg getan hat. Nur er und sein Gitarrist Tobias Niederhausen, mit dem er bereits seit Jahren zusammenarbeitet, sind dann auf der Bühne. Vor dem Konzert steht Kümmert selber in Jeans und Kapuzenpulli im Publikum, trinkt Cola und unterhält sich mit Bekannten. Hinterher nimmt er Komplimente entgegen und schreibt bereitwillig Autogrammkarten.

Sein Dettelbacher Publikum, das zwischen zwölf und 60 Jahre alt ist, dankt ihm diese Bodenständigkeit mit lautem Applaus und begeisterten Zwischenrufen. „Das ist alles echt. Andreas Kümmert ist gesanglich so gut, dass er gar kein großes Drumherum braucht“, sagen Susanne und Jochen Senft, die aus Schweinfurt hergekommen sind. Als Kümmert nach gut anderthalb Stunden aufhört zu spielen, ist die Stimmung im Main-Street-Café gelöst. In seine größtenteils gefühlvollen Songs hat der Sänger immer wieder längere Gitarrensolos einfließen lassen. Gemeinsam mit seiner Stimme ist das alles, was ein Konzert von Andreas Kümmert braucht.

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