RÜDENHAUSEN

Anfrage für Hotel auf Lomo-Areal

Charme einer Geisterstadt: Bewegung beim ehemaligen Autohof in Rüdenhausen. Der neue Besitzer hat bei der Gemeinde eine Bauvoranfrage für ein Hotel, eine Spielhalle und ein Outlet-Center gestellt. Foto: Andreas Stöckinger

Es kommt Bewegung in das derzeit brach liegende Rasthof-Gelände in Rüdenhausen. Zur Sitzung des Gemeinderats lagen drei Anfragen des neuen Besitzers des kürzlich zwangsversteigerten Areals vor. Demnach möchte die Firma HC Concepts aus Aschaffenburg dort auf einer Fläche von 60 mal 25 Meter ein Hotel mit 160 Betten errichten. Bürgermeister Gerhard Ackermann berichtete in der Sitzung, dass er dazu mit dem Direktor des Antragstellers, Uwe Gast, gesprochen und ihm mitgeteilt habe, dass die Gemeinde Rüdenhausen das befürworte.

Das Hotel ist aber nicht alles, was auf der momentan ungenutzten, insgesamt 30 000 Quadratmeter großen Fläche entstehen soll. Dem Rat lagen zudem Anfragen zum Bau eines Outlet-Centers mit einer Verkaufsfläche von 1200 bis 2000 Quadratmetern vor, sowie auch für eine zweigeschossige Spielhalle in einer Größe von 12,65 mal acht Meter. Beim Outlet-Center gehen die Überlegungen in der Firma HC Concepts in die Richtung, dass dort unter anderem Blumen und Floristik, Frisör, Backstube, Autovermietung, eine Auto- und Lkw-Werkstatt und ein Getränkemarkt einziehen könnten.

Die Gemeinde will schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen, damit dort gebaut werden kann. Das bedeutet, dass für das gesamte Areal ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Dazu muss auch der Flächennutzungsplan geändert werden, was die Kommune in Angriff nehmen will. Außerdem muss wohl die bisher als Industriegebiet geltende Fläche in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden. Sonst könnte es Probleme bei der Genehmigung für Hotel und Outlet-Center geben, meinte Bürgermeister Ackermann. Weiterhin muss eine Beurteilung der Zulässigkeit durch das Landratsamt eingeholt werden.

Auf die Frage von Ratsmitglied Uwe Pfeiffer, wie lange es dauern werde, bis gebaut werden könne, schätzte Bürgermeister Ackermann, dass dies etwa eineinhalb Jahre dauern werde. Die zweite Möglichkeit, dass die Gemeinde das Projekt durch ein sogenanntes Freistellungsverfahren abwickelt, würde nach Ackermanns Aussage ebenso mindestens neun Monate brauchen. Der Gemeinderat befürwortete schließlich die Variante mit der Aufstellung eines Bebauungsplans. Möglich wäre es jedoch, den Tank- und Raststättenbetrieb bereits früher aufzunehmen. Wie Bürgermeister Ackermanns sagte, besteht die Genehmigung dazu nach wie vor.

Die Rüdenhäuser Räte zeigten sich dem Großprojekt gegenüber aufgeschlossen. Nur beim Spielcasino herrschte nicht gerade einhellige Meinung. Manto Graf zu Castell-Rüdenhausen sprach sich erneut „strikt gegen ein zweites Spielcasino im Ort“ aus. Seiner Meinung nach wirke es rufschädigend für die Gemeinde.

Außerdem will die Gemeinde eine Fläche im Anschluss an das Rasthof-Areal erschließen. Das Grundstück gehörte einst zum Rasthof, wurde nun aber bei der Versteigerung abgeteilt und an einen anderen Besitzer verkauft. Um eine Zufahrt zu dem Areal zu bekommen, will die Gemeinde aus dem Feldweg, der zwischen Autohof und Gärtnerei in Richtung Fallmeisterei führt, eine richtige Straße machen. Weil es sich beim Ausbau der Straße um eine erstmalige Erschließung handelt, müssen die umlagefähigen Kosten zu 90 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden.

In dem Zusammenhang teilte Bürgermeister Ackermann mit, dass laut Behörden die Aufstellung eines Bebauungsplanes zwingend erforderlich sei. Sonst könne kein Umlegungsverfahren für die gesamten Flächen im Bereich des „Gewerbegebiets Nord“ erfolgen. Der Gemeinderat beschloss, die planerischen Voraussetzungen dazu in die Wege zu leiten.

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