Kitzingen

Aplawia hofft auf mehr Unterstützung von der Stadt Kitzingen

Der Kitzinger Verein, der Arbeitslose wieder in Beschäftigung bringt, hat finanzielle Probleme. Ohne Zuschuss der Stadt glaubt er, auf Dauer nicht auszukommen.
Vertreten den Kitzinger Verein Aplawia (von links): Geschäftsführer Volker Lang, Vorsitzender Jürgen Derleth und Schriftführer Knut Roßberg. Foto: Andreas Brachs

Der Verein Aplawia hatte vor wenigen Wochen den Antrag an die Stadt Kitzingen gestellt, sein Defizit von 142 000 Euro in Form eines Zuschusses ausgeglichen zu bekommen. Der Verein leistet seit 1984 ehrenamtlich Sozialarbeit, indem er versucht, Arbeitslose über betreute Beschäftigungsangebote wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen. 

Im Stadtrat herrschte jedoch Unklarheit darüber, wie der Verein Aplawia einerseits und sein Tochterunternehmen, die Handwerksfirma SDA GmbH, andererseits miteinander zusammenhängen. Die Räte wollten mehrheitlich zwar den Verein unterstützen, aber zugleich die Subventionierung eines Handwerksbetriebs vermeiden. Deshalb lautete der Kompromiss im Stadtrat: kein Zuschuss, dafür aber städtische Aufträge für den Verein.

Konstruktives Gespräch mit Stadträten

Die Aplawia-Verantwortlichen nahmen dieses für sie unbefriedigende Votum zum Anlass, die Stadtpolitiker zu sich einzuladen, um aufzuklären und offene Fragen zu beantworten. Vier der 30 Stadträte nahmen das Gesprächsangebot laut Aplawia an: Astrid Glos (SPD), Stefan Güntner (CSU), Manfred Marstaller (USW) und Andrea Schmidt (Grüne).

Im Nachgang erläuterten Geschäftsführer Volker Lang, Vorsitzender Jürgen Derleth und Schriftführer Knut Roßberg, dass man im Gespräch für die Position des Vereins Verständnis gefunden habe. Die Stadträte hätten den Vorschlag gemacht, nochmals auf die Stadt zuzugehen.

Das Trio stellte klar, dass Verein und Handwerksbetrieb zwei rechtlich, organisatorisch und räumlich völlig getrennte Einheiten seien, was unabhängige Institutionen geprüft und bestätigt hätten. Insofern würde auch kein Geld des Vereins in den Betrieb fließen; ebenso würden im Verein angestellte Mitarbeiter nicht für die SDA arbeiten. Der Verein sei bereit, dies und seine finanziellen Verhältnisse der Stadt gegenüber offenzulegen. 

Unterschied zwischen Verein und Firma

Schwerpunkt der Aufgaben des Vereins sei es, Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Empfänger in Beschäftigung zu bringen und somit wieder in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft zu integrieren. Mit Arbeiten wie zum Beispiel Haushaltsauflösung, Putzdiensten und Betreuung des Gebrauchtwaren-Kaufhauses des Vereins in Etwashausen seien derzeit rund 35 Mitarbeiter im Verein angestellt. Zudem kann er 14 punktuelle Arbeitsgelegenheiten anbieten und drei jungen Leuten eine Ausbildung offerieren. Der Verein Aplawia hat knapp 40 Mitglieder, die ehrenamtliche Betreuung leisten und finanziert eine Sozialarbeiterin mit 20 Stunden pro Woche. Aufträge kommen vom Landratsamt und von Gemeinden im Landkreis sowie von Firmen und Privatleuten. 

Die Firma SDA beschäftigt 30 professionelle Handwerker wie Maler, Maurer, Gärtner sowie zwei Azubis und fungiert als Handwerks- und Dienstleistungsbetrieb, ist Mitglied in der IHK und in der Handwerkskammer. Die SDA beteilige sich an öffentlichen Ausschreibungen, um Aufträge zu generieren, wie viele andere Firmen auch und erhalte dabei keine Vorzugsbehandlung, betont Knut Roßberg, der Geschäftsführer der SDA ist.

Lang, Derleth und Roßberg erklären, dass der Verein Aplawia auf Dauer nicht ohne eine städtische Förderung überleben könne, denn staatliche Zuschüsse erhalte er für seine Beschäftigungsprojekte nicht. Im Gegenzug habe man seit den 1980-er Jahren eine hohe Kompetenz als Beschäftigungsträger aufgebaut und vielen Menschen – oft, aber nicht nur aus dem Notwohngebiet – helfen können, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und in dauerhafte Beschäftigung zu kommen. Vor diesem Hintergrund will Aplawia nun erneut das Gespräch mit der Stadt suchen. 

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