Astheim

Astheim: Im Main-Post-Kleid zum Kostümball

Im selbst gebastelten Main-Post-Outfit stürzt sich die Astheimerin Gabriela Ruppert in den Faschingstrubel. Eine ganze Rolle Klebeband sorgt dafür, dass das Kostüm fest sitzt. Foto: Peter Pfannes

"Fasching kann kommen. Wir sind gerüstet", sagt Gabriela Ruppert mit einem Lächeln im Gesicht. Seit Jahren entwirft sie ihr Karnevalsoutfit selbst und bastelt zuhause ihre Klamotten für die Faschingsevents. "Warum die Zeitung nach dem Lesen immer in die blaue Tonne?", hat sie sich gefragt. Die Idee für ein extravagantes Kostüm war geboren: Upcycling. Im kompletten Main-Post-Dress mit Handtasche, Schmuck und Schuhen startet Gabriela gemeinsam mit ihrem Mann Thomas in die fünfte Jahreszeit.

Die 39-jährige gebürtige Astheimerin, die die meisten Leute unter ihrem Mädchennamen Feix kennen, ist von Natur aus ein kreativer und lustiger Typ. Nach getaner Arbeit liebt die Kosmetikerin und Ergotherapeutin das künstlerische Schaffen in den eigenen vier Wänden. Bis tief in die Nacht sitzt sie oft in einem Nebenraum des Ateliers, überlegt, kreiert und vollendet ihre Werke. "Wenn andere am Abend vor dem Fernseher hocken, dann ziehe ich mich zurück und schaffe Neues", plaudert die Kunsttherapeutin aus dem Nähkästchen.

Oft bis weit in die Nacht bastelt Gabriela Ruppert in ihrem Atelier in Astheim an ihren Faschingskostümen. Foto: Peter Pfannes

Schon als Kind war sie kreativ und hat bei Malwettbewerben gewonnen. Sie begann Gedichte zu schreiben und entwarf eigene Möbelstücke. Ihre handwerkliche Faschingsader bekam sie, als ihre Tante als selbsternannte Schachbrett-Königin den Karneval erlebte. "Es hat mich so sehr inspiriert, dass ich selbst keine Kostüme von der Stange anziehen wollte", blickt sie zurück. Im vergangenen Fasching trug sie ein auffälliges Pfauenkleid mit entsprechender fedriger Kopfbedeckung – ein Blickfang für alle Faschingsbegeisterten.

Der Ehemann hilft beim Anziehen

Es folgten Outfits als Ferrero Küsschen und Meerjungfrau. Den Klimawandel im Blick bastelt die Vegetarierin aktuell wieder ein fantasiereiches Faschingskostüm. Das Main-Post-Kostüm wird reißfest gemacht und mit den Top-News aus Politik, Wirtschaft und Kultur bestückt. Ihr kurzer Rock ist eigentlich eine isolierende Rettungsdecke, die sie mit den Seiten der Tageszeitungen beklebt hat.

"Nur Papier wäre im Fasching nicht alltagstauglich", lacht sie. Mit viel Feingefühl landen die Papier-News auch auf Ohrringen, Armreif, Handtasche, Gürtel und Stöckelschuhen. Der den Hals gegen Zugluft schützende Schal spiegelt die aktuellen Aktivitäten auf der ganzen Welt wider. Eine komplette Rolle durchsichtiges Klebeband hat sie verbraucht, damit die Tageszeitungen am Körper und an den Accessoires halten.

Den letzten Schliff verleiht ihr Ehemann Thomas beim Anziehen. "Alleine geht das leider nicht, also nichts für einen Single", erklärt die Künstlerin. "Es kommen immer wunderschöne Kostüme dabei heraus", schwärmt ihr Mann von ihrer Freizeitbeschäftigung. Weil Gabriela und Thomas am selben Tag Geburtstag feiern und somit beide Skorpione sind, werden etwaige Meinungsverschiedenheiten beim Ankleiden sofort ausdiskutiert. "Nicht so fest", ruft Gabriela Thomas. Mit Klebeband zurrt Thomas das Oberteil fest. Schließlich soll seine Frau mit einem Gefühl der Sicherheit in den Faschingstrubel ziehen. Für den Fall der Fälle hat Gabriela immer einen Notfallbeutel dabei. Der Inhalt: Klebeband und Sicherheitsnadeln.

Im selbst gebastelten Main-Post-Outfit stürzt sich die Astheimerin Gabriela Ruppert in den Faschingstrubel. Eine ganze Rolle Klebeband sorgt dafür, dass das Kostüm fest sitzt. Foto: Peter Pfannes
Die Stöckelschuhe von Gabriela Ruppert passen perfekt zum Main-Post-Kostüm. Foto: Peter Pfannes
Gabriela Rupperts Faschingsaccessoires im Main-Post-Design: Ohrringe, Armreif, Ring, Handtasche und Gürtel. Foto: Peter Pfannes

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