Rüdenhausen

Auf Du und Du mit Stefanie Hertel

Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen (rechts) hatte Stefanie Hertel schon vor 30 Jahren journalistisch begleitet und ihr damals sogar eine Begegnung mit Mädchenschwarm David Hasselhoff ermöglicht. Das Wiedersehen fiel dementsprechend herzlich aus. Stefanies Mann „Lanny“ Lanner fand die „Location“ – das Gewölbe des Rüdenhäuser Weinkellers am Schloss – „richtig genial“. Foto: Diana Fuchs

„Sowas hab‘ ich noch nie gemacht“, sagte Stefanie Hertel. „Ich freue mich sehr. Es ist total schön hier.“ Normalerweise tritt die 39-Jährige als Sängerin, Moderatorin oder mit ihrer „DirndlRockBand“ in großen Sälen auf. In Rüdenhausen aber fand sie sich in einem kleinen, gemütlich eingerichteten Gewölbekeller wieder: in Karl Graf zu Castell-Rüdenhausens „Weinkeller am Schloss“. Den rund drei Dutzend Gästen – mehr fasst das Gewölbe nicht – bot Hertel gleich das „Du“ an: „Wir sind ja heute unter uns.“

Dann erzählte sie im Kerzenschein aus ihrem Leben, das im Gesindehaus eines Ritterguts in Oelsnitz (sächsisches Vogtland) ohne Heizung, dafür mit Plumpsklo begann: von ihrer „Bilderbuchoma“ Erna, die nur Röcke trug, die Haare stets zu einem Dutt auftürmte und die ihre Enkelin oft zum Kräuter- und Pilzsammeln mitnahm; von ihrem Opa, der „nur Westfernsehen schaute“ und als Rentner ab und zu in die Bundesrepublik fahren durfte. Eines Tages brachte er Stefanies Mutter statt der sehnlichst gewünschten Reinhard-Mey-Schallplatte versehentlich einen Tonträger von Heino mit – nicht wissend, dass dieser auf der Liste der von der SED verbotenen Güter stand.

Zahlreiche solcher Episoden hat Stefanie Hertel aufgeschrieben: In ihrem Buch „Über jeden Bach führt eine Brücke“, aus dem sie im Weinkeller am Schloss einige Kapitel vorlas. Zwischendurch sang sie mit ihrem Mann Leopold Lanner („Lanny“), einem Kärntner Musiker, der lange in New York gelebt hat und den sie 2011 kennenlernte, einige Lieder, die zum Teil rockiger klangen als frühere Hertel-Stücke. Lanny spielte die Melodie auf der Gitarre und das Publikum lauschte fasziniert den beiden Stimmen, die wunderbar harmonierten und erst zu später Stunde ihr Publikum mit guten Botschaften wie dieser verabschiedeten: „Alles geht, wenn man es wirklich will“.

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