PRICHSENSTADT

Auf Rundgang mit dem Prichsenstädter Nachtwächter Willi Eich

Die Gäste lassen ihr Besteck sinken und heben den Blick. Schnitzel und Pommes sind für die nächsten Minuten uninteressant. Ein Herr in schwarzem Kostüm hat den Raum betreten. Gebannt lauschen die Leute dem dumpfen Klang des Horns und des Gesangs.
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In der „Großstadt“, wie sie Prichsenstadt geworden ist, genügt nicht mehr wie im Mittelalter ein Nachtwächter. Mit Willi Eich wechselt sich Hermann Schlossnagel (Bild) in diesem Amt ab. Foto: FOTO Matthias Endriss
Das Stadttor leuchtet in der Abendsonne. Der Himmel ist tief blau. Kein Wölkchen weit und breit. Auf der Bank am Friedhof sitzen zwei Mädchen aus der siebten Klasse und lackieren sich die Fingernägel. Ein tiefergelegtes Auto rollt von Wiesentheid kommend auf das Kopfsteinpflaster der Altstadt, die Bässe aus der Stereoanlage brummen über die Straße. Zur gleichen Zeit, es ist kurz vor 20 Uhr, bereitet sich Willi Eich auf seinen Rundgang als Prichsenstädter Nachtwächter vor. In seinem Haus in der Alten Siedlung prüft er die Laterne und schraubt seine Hellebarde zusammen. Er muss gerade aus dem Badezimmer ...
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