Kitzingen

Aus dem Gericht: Kennzeichenmissbrauch oder einfach keine Ahnung?

Weil sie auf der Autobahn in einem Mercedes mit ungültigen Kennzeichen gestoppt wurde, fand sich eine 40-Jährige vor dem Amtsgericht in Kitzingen wieder. Sie konnte nach kurzer Verhandlung wieder gehen.
Weil sie auf der Autobahn in einem Mercedes mit ungültigen Kennzeichen gestoppt wurde, fand sich eine 40-Jährige vor dem Amtsgericht in Kitzingen wieder. Foto: Oliver Berg (DPA)

Weil sie auf der Autobahn in einem Mercedes mit ungültigen Kennzeichen gestoppt wurde, fand sich eine 40-Jährige vor dem Amtsgericht in Kitzingen wieder. Sie konnte nach kurzer Verhandlung wieder gehen. Der Vorwurf des Kennzeichenmissbrauchs war nicht zu beweisen. Das Verfahren wurde eingestellt. Die Kosten übernimmt die Staatskasse.

Es hätte auch eine Geldstrafe oder ein Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr werden können, wenn sich die Anklage bestätigt hätte. Die ging davon aus, dass sich die Frau in Nürnberg für 20 Euro tschechische Händlerkennzeichen besorgt hat. Dann soll sie im Raum Kitzingen einen Mercedes abgeholt, die Kennzeichen montiert und Richtung Nürnberg gefahren sein.

Weit kam sie nicht. Auf der Raststätte Haidt wurde sie wegen der auffälligen grünen Schilder angehalten. Wenig später war für die Polizei klar: Die Kennzeichen waren ohne die nötigen Zulassungsdokumente angebracht worden. Und das ist nach dem Straßenverkehrsgesetz Kennzeichenmissbrauch.

Schilder für Überführung

"Sie hat von nichts eine Ahnung", fasste die Richterin das zusammen, was die Angeklagte ihren Verteidiger dazu erklären ließ. Danach war alles ganz anders. Im Auftrag eines Nürnberger Autohändlers war sie zusammen mit "zwei Jungs" in die Nähe von Kitzingen gefahren, um ein für den Export bestimmtes Auto abzuholen. Von einem Kauf der Kennzeichen könne keine Rede sein. Die Schilder habe sie für die Überführung des Autos von dem Händler mit dem Hinweis bekommen, dass alles in Ordnung sei.

"Die Jungs" hätten dann die Kennzeichen angebracht. Sie habe den Mercedes gesteuert. "Die Jungs" sind mit dem Auto zurückgefahren, mit dem sie nach Kitzingen gekommen seien. Denn sei sie in die Kontrolle geraten und da habe es wegen einiger Sprachprobleme offenbar Missverständnisse gegeben. Unter anderem wegen der 20 Euro, die sie als Lohn für die Überführung bekommen habe, die Polizisten aber als Kaufpreis für die Kennzeichen eingeordnet hatten.

Keine Ahnung

Nach einen kurzen rechtlichen Diskussion über die Zulässigkeit tschechischer Händlerkennzeichen, zeichnete sich schnell ab, dass ein Vorsatz und damit der Missbrauch nur schwer nachzuweisen ist. Dem Vorschlag der Richterin, das Verfahren wegen geringer Schuld einzustellen, folgten alle Beteiligten. Es war nicht zu widerlegen, dass die Frau tatsächlich einfach keine Ahnung hatte.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Kitzingen
  • Siegfried Sebelka
  • Amtsgerichte
  • Angeklagte
  • Autobahnen
  • Geldstrafen
  • Kennzeichenmissbrauch
  • Polizei
  • Polizistinnen und Polizisten
  • Richter (Beruf)
  • Staatskassen
  • Straßenverkehrsgesetz
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!