Kitzingen

Ausstellung: Wie deutsche Siedler den Osten Europas prägten

Die Ausstellung Die Gerufenen im Landratsamt wurde von Claus Lux vorgestellt, interessierte Zuhörer waren (von links) Bürgermeister Stefan Güntner, Gottfried Blasinger von der sudetendeutschen Landsmannschaft, Günther Rinke von der Landmannschaft der Oberschlesier, Willanzheims Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert, Landrat Paul Streng, Maria Walther und Karl-Klaus Walther. Foto: Gerhard Bauer

Weshalb siedelten Deutsche in früheren Jahrhunderten in anderen Gebieten und wie kamen sie dorthin? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Wanderausstellung des Zentrums gegen Vertreibung mit dem Titel "Die Gerufenen", die noch bis zum 27. September im Foyer des Landratsamtes zu sehen ist. Sie wurde 2009 erstmals im Berliner Kronprinzenpalais gezeigt.

Bei der Eröffnung hob Claus Lux als Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen hervor, dass es sich nicht um eine Ausstellung über Flucht und Vertreibung handele, sondern dass es um die Besiedelung von Ostgebieten schon vor über 800 Jahren gehe, die nicht zum Deutschen Reich in den Grenzen von 1871 gehörten.

Die Ausstellung zeige, dass die Reisewege beschwerlich waren und die Ankunft wegen der unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Unterschiede nicht immer einfach zu bewältigen war. Die besonderen Leistungen der Migranten in Glashütten, in der Landwirtschaft, im Bergbau sowie im Schul- und Kirchenwesen prägten die Siedlungsgebiete in den folgenden Jahrhunderten.

Landrat Paul Streng fand die Ausstellung im Foyer gut aufgehoben, auch wenn nicht alle Schautafeln gezeigt werden könnten. Sie zeige die tiefen Spuren auf, die von den "Gerufenen" in fernen Gebieten zwischen Baltikum, Westkarpaten, Schwarzem Meer und Bessarabien hinterlassen wurden. Sie erinnere an die Geschichte mit Kultur und Traditionen und zeige als Teil der deutschen Identität das reichhaltige kulturelle Erbe in Europa auf. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs habe diese 800-jährige Siedlungsgeschichte eine Zäsur erfahren,

Bürgermeister Stefan Güntner unterstrich das öffentliche Interesse daran, wie die Vorfahren jener Familien, die nach dem Krieg vertrieben wurden und in Kitzingen ankamen, einst in den Siedlungsgebieten lebten.

Lux merkte an, dass Schlesien in der Ausstellung nicht berücksichtigt sei, obwohl die Heilige Hedwig nach Polen verheiratet war und Franken nachholte. Diese seien jedoch anders als in anderen Regionen nicht dem Ruf eines Landesherrn gefolgt.

Nachdem Maria Walther Einblick in die Umstände ihrer Ankunft im Landkreis gewährt hatte und die damalige Unterstützung im Kloster Münsterschwarzach lobte, erklärte Gottfried Blasinger von der sudetendeutschen Landsmannschaft, dass sowohl die Zeiten der Abwanderung wie die der Vertreibung heute überhaupt nicht mehr vorstellbar seien. 

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