Kitzingen

BRK-Hospitzmobil erfüllt den letzten Herzenswunsch

In Kitzingen startet beim Roten Kreuz das "Herzenswunsch Hospizmobil". Für Palliativpatienten soll ein letzter großer Wunsch in Erfüllung gehen.
Felix Wallström (links) und Burkhard Finger sind die "Macher" des Kitzinger Hospizmobil. Foto: Hanns Strecker

"Ein letzter Wunsch in meinem Leben wäre..." – so oder ähnlich beginnt oft ein Satz, den das medizinische Personal auf Palliativstationen zu hören bekommt. Von Patienten, die nach langer und schwerer Krankheit austherapiert sind. Menschen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, wo man aber vordergründig versucht, die letzte verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten.

"Genau da ist unser Ansatzpunkt", sagt Felix Wallström, Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in Kitzingen, der mit einem sogenannten "Hospizmobil" Menschen in der letzten Lebensphase einen sehnlichen Wunsch erfüllen möchte. Ein Projekt, das man in Bayern beim BRK erst an einer Hand abzählen kann. In Kitzingen ist es so, dass der ambulante Pflegedienst des BRK in Kooperation mit der speziellen ambulanten Palliativversorgung des Julius Spital Würzburg in Verbindung steht, die zahlreiche Palliativpatienten zu Hause versorgt.

"Hier haben wir oft Hinweise durch unser Personal, dass Patienten noch sehnlichst einen eigentlich unerfüllbaren Wunsch äußern", so der BRK-Leiter. Beispiele gibt es genug: Eine letzte Fahrt in die Berge, wo der Patient früher oft unterwegs war. Der Besuch eines Konzertes mit dem Lieblingsinterpreten. Oder ein letztes mal ein Fußballspiel des Lieblingsvereines , dem man Jahrzehnte die Treue hielt. Fast immer aber scheitert der Wunsch jedoch an der Frage: Wie kommt er möglichst schonend dorthin?

Umbau auf eigene Kosten

Die Kitzinger Rotkreuzler haben dafür einen gebrauchten Rettungswagen aus ihrem Bestand auf eigene Kosten umgebaut. Und zwar genau abgestimmt auf die Bedürfnisse eines Palliativpatienten, inklusive einer mobilen Trage, wo der Patienten bequem gelagert werden kann. "Wir haben keine medizinische High-Tec-Ausstattung mehr" betont Wallström. Wichtig ist es, eine spezielle, warme Atmosphäre zu schaffen. Mit Lichtleisten, die abgedimmt werden können und frohen Farben.

Mit Burkhard Finger konnte ein engagierter Projektleiter gewonnen werden. Der 61-jährige Kitzinger ist seit Jahrzehnten aktiv im Roten Kreuz, insbesondere in der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des Landkreises Kitzingen tätig, die Menschen in allen Notlagen helfen. Ein Fachmann, der auch den organisatorischen Part übernimmt: "Wir haben mittlerweile eine tolle Gruppe mit einem kompletten Querschnitt aus der Bevölkerung", betont Finger und ergänzt,dass ja auch die Besatzung des Fahrzeuges zum Patienten passen soll, denn man ist unter Umständen den ganzen Tag zusammen unterwegs.

Entscheidung des Chefarztes

Bevor über eine Fahrt im Hospizmobil entschieden wird, ist immer zuerst die Bewertung des ärztlichen Leiters erforderlich. In Kitzingen ist das derzeit vom Kitzinger Krankenhaus Chefarzt Stephan Rapp. "Noch ist das Fahrzeug nicht ganz fertig", meinen die zwei Organisatoren. An der Inneneinrichtung muss noch gefeilt werden, "doch Ende November sind wir startklar!"

"Ende November sind wir startklar!
Burkhard Finger, Projektleiter

Bis dahin soll auch auf der Homepage des BRK Kitzingen ein Link sein, wo das Anmeldeverfahren beschrieben wird. Der BRK-Chef weist darauf hin, dass für die Inanspruchnahme des Hospizmobil keine Kosten entstehen, da alles auf der ehrenamtlichen Schiene basiert. "Dennoch freuen wir uns über finanzielle Zuwendungen, da wir schon hohe Auslagen hatten", meinte abschließend Felix Wallström.

Weitere Informationen über das Projekt beziehungsweise Anmeldungen über die Geschäftsstelle des Kitzinger BRK, Tel.: (09321) 21030. Das Spendenkonto hat die IBAN DE41 7905 0000 0000 003574

Hospizarbeit und Palliativversorgung
Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, bedürfen einer palliativen Versorgung, bei der nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Vordergrund steht, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Nähe, Zuwendung und die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen.
Im Mittelpunkt steht der kranke Mensch, seine Angehörigen und Nahestehenden. Um den individuellen Wünschen und Bedürfnissen umfassend Rechnung zu tragen, müssen in jedem Einzelfall die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimensionen berücksichtigt werden. Das erfordert sektorenübergreifendes Handeln, eine intensive Kommunikation aller an der Betreuung beteiligten Haupt- und Ehrenamtlichen und partnerschaftliche Zusammenarbeit. (Quelle: Deutscher Hospiz- und Palliativverband )
Mit viel Liebe und Fleiß haben die Kitzinger Rotkreuzler einen ehemaligen Rettungswagen zu einem Hospizmobil umgebaut. Foto: Hanns Strecker
Mit viel Liebe und Fleiß haben die Kitzinger Rotkreuzler einen ehemaligen Rettungswagen zu einem Hospizmobil umgebaut. Foto: Hanns Strecker

Schlagworte

  • Kitzingen
  • Hanns Strecker
  • Ambulanz
  • Chefärzte
  • Die Kitzinger
  • Fußballspiele
  • Hospize
  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Palliativmedizin
  • Patienten
  • Pflegedienste
  • Rotes Kreuz
  • Ärzte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!