KITZINGEN

Bahnhof Kitzingen: Parkplatz wird zur „Seenlandschaft“

Löcher in der Fahrbahn, riesige Pfützen im Stellplatzbereich: Der Parkplatz am Bahnhof ist in keinem guten Zustand. Fotos: Daniela Röllinger Foto: Daniela Röllinger

„Eine Zumutung“, sagt Margit Rößner. „Eine riesen Zumutung“, schiebt sie nach. Was sie so verärgert, findet sich am Kitzinger Bahnhof: ein Parkplatz, der eher einer Seenlandschaft gleicht – und das sogar, wenn es gar nicht übermäßig viel geregnet hat.

Der Bahnhof, die Verkehrsführung, die Parkplätze... es ist ein leidiges Thema, das die Stadt Kitzingen und ihre Bürger schon seit vielen Jahren begleitet. Und seit vielen Jahren müssen sich die Stadtoberen den Vergleich mit Iphofen anhören, wenige Kilometer entfernt, ein deutlich kleinerer Haltepunkt und doch in den Augen der Bahnfahrer der deutlich bessere. „Normalerweise“, sagt auch Margit Rößner, „fahren wir meistens ab Iphofen mit dem Zug.“ Vor knapp einer Woche aber entschied sie sich, wieder mal in Kitzingen einzusteigen. Nach der Rückfahrt erlebte sie eine böse Überraschung, denn es hatte zwischenzeitlich geregnet. „Da stand alles unter Wasser. Man kam fast nicht ins Auto.“ Natürlich stieg sie trotzdem ein – die Folge waren völlig verdreckte Schuhe und Dreckspritzer an der Kleidung. Und natürlich ein schmutziges Auto, weil man den Matsch ja mit ins Innere schleppt. „Dabei hatten wir uns extra schick angezogen.“

Wenn Margit Rößner über dieses Erlebnis erzählt, gerät sie richtig in Fahrt. „Ich habe mir überlegt, ob ich meine dreckigen Schuhe zum Oberbürgermeister trage, damit er das mal sieht“, sagt sie. „Das ist doch kein Renommee für Kitzingen.“ Sie mag gar nicht daran denken, was Gäste über den Kitzinger Bahnhof und sein Umfeld denken. Sie befürchtet, dass sich das auf den Ruf der Stadt auswirkt. „So einen Parkplatz habe ich noch nirgendwo gesehen.“ Und kann zugleich nachvollziehen, wie ärgerlich es ist, wenn man sich schon früh die Schuhe schmutzig macht, den ganzen Tag damit herumlaufen muss, den Dreck mit in den Zug, ins Büro, in die neben dem Bahnhof liegenden Arztpraxen trägt.

Wobei sie sich durchaus dessen bewusst ist, dass die Situation am Bahnhofsgelände keine einfache ist, schon allein wegen verschiedener Eigentümer. Südlich des Bahnhofs entstehen neue Stellplätze, nördlich des Bahnhofs sind ein zentraler Omnibusparkplatz und weitere Parkplätze geplant. Mittelfristig wird sich rund um das Bahnhofsgebäude also einiges ändern. Doch man ist fast geneigt, das „mittelfristig“ durch „langfristig“ zu ersetzen, schließlich zieht sich die Hängepartie Bahnhof seit vielen Jahren hin. Schon 2007 wurden Pläne vorgestellt, das Bahnhofsumfeld umzugestalten – bis 2010, wie es damals hieß. Zur Gartenschau sollte der Vorplatz sollte optisch verschönert, ein Busbahnhof und eine Pendler-Parkfläche gebaut sein. Die Gartenschau ist längst Geschichte, der Bereich rund um den Bahnhof wartet immer noch auf seine Umgestaltung. So gibt es auch den provisorischen Parkplatz nun schon ziemlich lange. Dass er kostenfrei ist, wissen die Nutzer wie Margit Rößner zu schätzen. Nicht allerdings, dass er sich immer wieder in einem sehr schlechten Zustand befindet, wie eben jetzt: Tiefe Löcher in den Zufahrten, Parkplätze, die in riesigen Pfützen stehen. „Wenigstens Sand oder Splitt könnte man in die Löcher füllen“, findet Margit Rößner. Da der ganze Platz immer wieder nass und schmierig ist, wird der Dreck beim Ausfahren auch auf die Fahrbahn getragen. Der Platz am Bahnhof ist übrigens kein Einzelfall: Der provisorische Parkplatz in Etwashausen nahe dem Bleichwasen ist in einem ähnlich schlechten Zustand, auch wenn die Löcher nicht ganz so tief sind. Auch dort holen sich die Nutzer tagtäglich schmutzige Schuhe und Kleidung. Auch dieser Parkplatz ist kostenlos und soll es nach Meinung der Nutzer möglichst bleiben. Zumindest notdürftig gefüllt werden müssten die Löcher trotzdem – ein nachvollziehbarer Wunsch.

Wer aus dem Auto aussteigt, landet in der Pfütze und ist den Rest des Tages mit dreckigen Schuhen unterwegs. Und wer einsteigt, trägt den Schmutz ins Auto. Foto: Daniela Röllinger
ldk parkplatzdreck2
Wird von den Parkenden „Schmuddelparkplatz” genannt: der Ausweichparkplatz in Etwashausen. Fotos: DIANA FUCHS
ldk parkplatzdreck1
Schlammig: der Ausweichparkplatz in Etwashausen.

Schlagworte

  • Kitzingen
  • Auto
  • Bahnhöfe
  • Busbahnhöfe
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Kleidung
  • Parkplätze und ruhender Verkehr
  • Schuhe
  • Stadt Kitzingen
  • Städte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte vorher an.

Anmelden

Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich hier registrieren.