Mainstockheim

Balsam auf geschundene Genossen-Seelen

SPD-Kreisvorsitzender Heinz Galuschka dankte der Juso-Landesvorsitzendern Steffi Krammer mit einem Weinpräsent für ihre Festrede. Foto: Hartmut Hess

In Zeiten, in denen die Sozialdemokraten um ihren Status als Volkspartei fürchten müssen und sie bei der vergangenen Landtagswahl einstellig abgewatscht wurden, war beim Politischen Aschermittwoch der Kreis-SPD in der Mainstockheimer Turnhalle nichts von einer Katerstimmung zu spüren. Die 250 Besucher labten sich am Heringsessen, der Festrede der bayerischen Juso-Vorsitzenden Steffi Krammer und dem Auftritt des bekannten Kabarettisten Bernd Regenauer - was als guter Mix dazu angetan war - Balsam auf die geschundenen Genossen-Seele zu streuen.

"Wir freuen uns, dass in Vilshofen heuer der 100. Aschermittwoch stattfand und bei uns hier im Kitzinger Kreis die 30. Auflage", so Kreisvorsitzender Heinz Galuschka bei seiner Begrüßung. "Es war mit Kurt Eisner ein Sozialist, der einst den Freistaat und damit das moderne Bayern ins Leben gerufen hat", betonte Galuschka. Er gab seiner Parteiführung Recht damit, Gesetze, die vor 14 Jahren bei sieben Millionen Arbeitslosen und 16 Jahren Unionsherrschaft notwendig gewesen seien, jetzt aufzubrechen und reformieren. "Wir wollen, dass das Arbeitslosengeld I für Ältere auf 33 Monate verlängert wird", sagte der Kreisvorsitzende und erntete dafür Beifall.

Überfällig sei auch eine solidarische Grundrente. Die Sozialdemokraten fordern einen neuen Sozialstaat, der den Menschen mehr Respekt und Anerkennung für ihre Lebensleistung entgegen bringe, fuhr Galuschka fort.  "Unsere Landes-SPD hat sich nach der Landtagswahl gut aufgestellt", fand er und er erhob die anstehende Europawahl zur "wichtigsten Wahl seit Jahrzehnten". Denn es gehe dabei um den Fortbestand von Frieden, Freiheit und der Demokratie und der Frage, ob es gelingt, zu verhindern, dass die Populisten die Oberhand in der EU gewinnen.

Heinz Galuschka freute sich, dass mit Manfred Paul eine bekannte Persönlichkeit als Kandidat für die Oberbürgermeister-Wahl in Kitzingen seinen Hut in den Ring geworfen habe. Er dankte dem SPD-Ortsverein Mainstockheim mit seinem Vorsitzenden Othmar Röhner für die Ausrichtung der Veranstaltung.

Festrednerin Steffi Krammer bemängelte, dass die CSU nicht fähig sei zuzugeben, dass die SPD federführend für die Einführung der Demokratie in Bayern gewesen sei und nach dem Zweiten Weltkrieg auch maßgeblich die Verfassung mitgestaltet und mit Wilhelm Högner den ersten Ministerpräsident gestellt habe. Schon damals hätten die Sozialdemokraten an Klimaschutz und Umweltpolitik gedacht, was die CSU nach mehreren Schubsern erst heute entdeckt habe.

In ihrer Rede ging Krammer auf die Mobilfunkabdeckung ein und monierte, dass Deutschland noch hinter Albanien in Europa auf Platz 36 stehe. Das sei nicht nur ärgerlich sondern für Firmen gefährlich, die im nationalen und internationalen Wettbewerb stünden. Die Juso-Vorsitzende gab sich stolz, dass Bundesministerin Anja Karliczek eine Mindestausbildungvergütung – ein Vorschlag der Jusos und Gewerkschaften–aufgegriffen habe. Im Gegensatz zu anderen Parteien höre man im SPD-Parteivorstand auf die Jugendorganisation und die Jusos würden Verantwortung zeigen, wenn sie Vorschläge zur Rente machen. 

"Mir wird es nicht bange um unsere Partei, wenn wir solche junge Frauen in unserer Partei haben, die mit sozialpolitischer Kompetenz glänzen, während die CSU-Stammtischbrüder an den Wirtshaustischen schimpfen", sagte Heinz Galuschka abschließend zur Festrednerin. Als dritter Programmpunkt knöpfte sich der Nürnberger Kabarettist  Bernd Regenauer die CSU vor. 

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