Wiesentheid

Bereit für dritte Amtszeit: Knaier möchte weiter gestalten

Das Wandern macht ihm zwar Spaß, doch im Sessel des Bürgermeisters in Wiesentheid möchte Werner Knaier gerne sitzen bleiben. Für ihn ist das Amt mehr als ein Beruf.
Wenn es die Zeit ihm erlaubt, geht Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier (Dritter von links) gerne Wandern mit seiner Frau Barbara und Freunden. Foto: Stefan Preller

Früh am Morgen ist die Welt für Werner Knaier in Ordnung. Bevor die Arbeit im Büro Rathaus losgeht, nimmt sich Wiesentheids Bürgermeister Zeit für Bewegung, für Sport, zusammen mit einer kleinen Gruppe. "Früh ist dreimal die Woche Sport angesagt. Im Moment laufen wir so ab 6 Uhr, zum Beispiel nach Geesdorf und zurück", verrät er. Selbst im Winter, wenn es draußen noch stockdunkel ist, läuft er die Strecke mehrmals die Woche.

An manchen Tagen darf es auch das Fitness-Studio sein, das Knaier in aller Herrgottsfrühe aufsucht. "Wenn ich früh schon Sport gemacht habe, dann komme ich gut gelaunt ins Büro", nennt er den positiven Effekt. Dafür falle auch mal die Mittagspause aus, oder er setzt sich abends länger an seinen Schreibtisch, so der 53-Jährige.

Der Terminkalender ist meist voll

Seit 2008 ist er Chef im Wiesentheider Rathaus und möchte das gerne bleiben, weshalb er zur Kommunalwahl 2020 erneut antritt. "Das Schöne ist, man kann immer noch viel gestalten." Der Rückblick auf Gelungenes stimme ihn besonders zufrieden. Das Amt des Bürgermeisters gefällt ihm, es sei nicht nur Beruf, sondern Berufung. Auch wenn der Terminkalender meist voll sei, auch wenn am Wochenende einiges ist. "Stress habe ich keinen. Ich habe nur viel Arbeit." Man müsse es nur gut organisieren und es müsse Spaß machen, nennt der CSU-Mann sein Rezept.

Natürlich gebe es auch negative Erlebnisse. In den elf Jahren als Bürgermeister sei sein Auto dreimal demoliert worden. Einmal flogen Äpfel an seine Hauswand. Das sei kein Spaß mehr. "Da kommen schon Fragen auf: Machst du eigentlich das Richtige", gibt Knaier zu. Es belaste ihn durchaus, wenn man von allen Seiten angefeindet werde – und oft nicht wisse, weshalb.

Gerade zuletzt war die Situation in Wiesentheid angespannt. Wie er Kritik verarbeitet? "Man muss sich fragen, sind es die Kritiker wert, dass ich es nicht mache? Man schafft sich ein dickes Fell an."  Die Masse sei zufrieden, schweige aber eher. Lob bekomme man kaum. Laut würden nur die Kritiker.

Das Amt lehrte ihn Geduld

Knaier mag seinen Job als Bürgermeister. "Es gibt jeden Tag neue Herausforderungen, neue Aufgaben. Man weiß in der Früh nicht, was man bis zum Abend erledigt." Anfangs musste auch er lernen, dass vieles etwas länger dauert. Behörden oder Abstimmungen benötigten eben Zeit. Manches gehe nicht in einem Jahr, wie der Bau der Kinderkrippe in Wiesentheid. Lange wurde über Standort, Notwendigkeit und Anzahl der Plätze debattiert. Im Februar wurde das Haus bezogen, mittlerweile sind nahezu alle Plätze belegt.

In den vergangenen Jahren wurde vieles geschaffen im Ort. Er nennt Entlastungsspange, Gewerbegebiet, Baugebiet, Kirchenrenovierung, Dorferneuerung. Und Knaier hat mit Wiesentheid noch einiges vor. Die Umgehungsstraße voranbringen, die Städtebauförderung, die Dorferneuerung in Reupelsdorf abschließen, die Schule umbauen.

Die Strecke nach Rom reizt ihn

Zwischendurch ist bei ihm auch mal Entspannung angesagt, abschalten. Dann nutzt er die Zeit, um spazieren zu gehen oder Rad zu fahren mit seiner Frau. Gerne geht er auch mal nach auswärts, in Orte, wo er nicht gleich erkannt wird. Das Handy bleibt dann am besten aus. Urlaub sei dabei wichtig, auch wenn das gerade im zurückliegenden Jahr etwas zu kurz gekommen sei. Einst ist er den Jakobsweg von Frankreich aus bis nach Santiago de Compostela gelaufen in Etappen, die letzte Etappe im Jahr 2016, insgesamt waren es 1680 Kilometer. Gerne würde er wieder einmal eine längere Tour mit seiner Frau Barbara absolvieren, den Marienweg oder die Strecke nach Rom würden ihn reizen.

In Vereinen möchte sich Knaier nicht engagieren. "Mitglied ja, aber Ehrenamt nicht." Mehr sprenge einfach den Rahmen. Nur in Reupelsdorf, dem Ort, in dem er aufwuchs, ist er noch als Wortgottesdienst-Leiter tätig. "Ich war dort in der Feuerwehr, im Pfarrgemeinderat. Es ist das ist letzte Amt, was mich mit Reupelsdorf verbindet, auch deswegen mache ich das."

Werner Knaier
Alter: 53
Partei: CSU
Wohnort: Wiesentheid
Ehrenämter: Wortgottesdienstleiter, Fraktionsvorsitzender der CSU im Kreistag, Mitglied bei "Zeit füreinander"
Familie: verheiratet
Hobbys: Wandern, Radfahren

Klicken Sie auf die Punkte in unserer interaktiven Karte und lernen Sie die Bürgermeister-Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 kennen.

Rückblick

  1. Kitzinger OB-Kandidatin Tröge geht unbekümmert in die Wahl
  2. Volkacher Wahlforum: Auf der Couch wird gesungen und gelacht
  3. Wahlforum: Die Ideen der Volkacher Bürgermeisterkandidaten
  4. Kurioses rund um die Bühne: 800 Volkacher und die Qual der Wahl
  5. Kommentar: Was Lokalpolitik beim Wähler bewirken kann
  6. Schmidt: "Eine grüne OB passt perfekt zur grünen Stadt im Fluss"
  7. Wahlforum: So war die Diskussion mit den Volkacher Bürgermeisterkandidaten
  8. Wahlforum heute in Volkach: Ausverkaufte Mainschleifenhalle
  9. OB-Kandidat Uwe Pfeiffle will freundlich und konsequent führen
  10. Manfred Paul will als OB diskutieren, agieren und führen
  11. Stefan Güntner will seit seiner Jugend Kitzinger OB werden
  12. Mit Herzblut und Gelassenheit ins Sommeracher Rathaus
  13. Senioren-Union besucht Seniorenhaus Mühlenberg
  14. Jürgen Wagenhäuser hat Ideen für Volkachs Zukunft gesammelt
  15. Warum Andrea Rauch "saugern" Volkachs Bürgermeisterin wäre
  16. Drescher ist als Bürgermeisterkandidatin in Sommerach zugelassen
  17. Mathias Krönert will Volkach als Fachkraft von außen anführen
  18. Udo Gebert will als Bürgermeister Volkachs Glücksbringer sein
  19. Heiko Bäuerlein strebt nach Harmonie – und Volkachs Chefposten
  20. Landwirtschafts- und Weinbaustammtisch der CSU
  21. Bürgermeisterwahl: Burkhard Klein hat nach 18 Jahren noch Ideen
  22. Diese Kandidaten sind zur Wahl im Landkreis Kitzingen zugelassen
  23. CWG Wiesentheid stellte Gemeinderatskandidaten auf
  24. Ruth Albrecht will in Seinsheim eigene Spuren hinterlassen
  25. Wahlforum: Viele Dettelbacher haben ihren Favoriten gefunden
  26. Kommentar: Die Dettelbacher sehnen sich nach einem Neubeginn
  27. Wahlforum: Die Ideen der Dettelbacher Bürgermeisterkandidaten
  28. Wolfgang Patzwahl: Neue Strukturen in Sulzfelds alten Mauern
  29. Zum Nachlesen: Die Dettelbacher Bürgermeister-Kandidaten im Wahlforum
  30. Regelverstoß: Stadt lässt CSU-Wahlplakate entfernen
  31. Matthias Dusel: Traumort Sulzfeld und die Begeisterung
  32. Stadtratswahl Volkach: Ingrid Dusolt darf nicht antreten
  33. Jürgen Weber setzt in Castell auf mehr Transparenz
  34. Peter Hauck ist aus dem OB-Spiel: Nicht genügend Unterschriften
  35. Kandidat Hähnlein will in Castell Alt und Jung vertreten
  36. Fehlende Wahllokale: Gehört eine Urne in jeden kleinen Ort?
  37. Karten fürs Volkacher Wahlforum: Verkauf startet am 6. Februar
  38. Allein Ackermann: Dorferneuerung passt in ein Bürgermeisterleben
  39. Kandidat Droll: Mehr Informationen und blühende Dorfeingänge
  40. Ingrid Reifenscheid-Eckert: Landmensch mit Gerechtigkeitssinn
  41. Kandidat Hannweber: Ein Kopf voller Ideen für Dettelbach
  42. Freier Bürgerblock Mainstockheim nominiert seine Kandidaten
  43. Ärger um FüVo-Kandidatur: Neuhauser widerspricht Dusolt
  44. Kandidat Bielek möchte die Risse in Dettelbach kitten
  45. Diese Landratskandidaten und Kreistags-Listen stehen zur Wahl
  46. ÖDP ambitioniert bei der Aufstellung zur Kreistagsliste
  47. Kandidat Beck: Alles Handeln soll den Dettelbachern nutzen
  48. Wahlforum Dettelbach: 750 Karten in einer guten Stunde verkauft
  49. Ernst Nickel ist Geiselwinds Bürgermeister für alle Fälle
  50. Wahlforum Dettelbach: Kartenverkauf startet am Samstag

Schlagworte

  • Wiesentheid
  • Beruf und Karriere
  • Büros
  • CSU
  • Fitness-Studios
  • Freizeitradsport
  • Jakobsweg
  • Kommunalwahl 2020 im Landkreis Kitzingen
  • Kreistage
  • Kritiker
  • Mitglieder
  • Spaß
  • Wandern
  • Werner Knaier
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!