Marktsteft

Bürgermeisterkandidat Schneider: "Ohne Lachen geht gar nichts"

Mit viel Selbstvertrauen möchte Sebastian Schneider Marktstefter Bürgermeister werden. Er sieht eine Reihe offener Aufgaben in der Gemeinde und Arbeit für den Gemeinderat.
Karten spielen mit Tochter Annabel: Da wird Sebastian Schneider schon mal "abgezockt". Als Bürgermeisterkandidat möchte er aber gewinnen. Foto: Robert Haaß

Annabel öffnet die Tür zum Einfamilienhaus. Und das macht die gerade noch Vierjährige mit großem Selbstvertrauen. Kein Wunder, denn hinter ihr steht Papa Sebastian Schneider. Und auch dem mangelt es nicht an Selbstbewusstsein – er möchte Bürgermeister in Marktsteft werden und rechnet sich gute Chancen dafür aus.

Das muss er seinem Selbstverständnis nach auch. "Denn sonst würde ich nicht antreten." Erste Weichen dafür hat er bereits gestellt: Nachdem ihn die Freien Wählern Marktsteft vor etwa einem Jahr nach einer möglichen Kandidatur für den Posten des Bürgermeisters seiner Heimatstadt gefragt hatten, ist er erst einmal in sich gegangen. Er hat mit seiner Familie gesprochen. Und nachdem er die Unterstützung von Ehefrau Edith erhalten hatte, hat er schließlich zugesagt.

Und der zeitliche Aufwand für den Familienvater mit zwei Kindern? Auch hier hat er bereits Weichen gestellt. In Absprache mit seinem Arbeitgeber kann er, im Falle einer Wahl, seine Arbeitszeit deutlich reduzieren.

Stadtratssitzungen besucht er seit langem

In seiner Arbeit sieht er einen Teil der Qualifikation für die Kandidatur: Er ist Fachkraft für Arbeitssicherheit und begutachtet dabei vor allem Kindergärten, Spielplätze, aber auch Kirchen. Und der Kindergarten in Marktsteft soll denn auch einer der Schwerpunkte einer künftigen Arbeit als Bürgermeister sein. Hier sieht er dringenden Handlungsbedarf. Lange vor einem möglichen Einstieg in die Politik war es dieser Kindergarten, der ihn vor gut zwei Jahren dazu gebracht hatte, regelmäßig die Stadtratssitzungen zu besuchen. Auf Bitte der Kindergärtnerinnen sollte der handwerklich begabte Kindergartenvater ein Regal aufhängen und ist prompt durch den Boden des Containers der ausgelagerten Gruppe gebrochen. Da wollte er einfach mehr über die Hintergründe wissen und sagt dazu: "Man kann nur etwas verändern, wenn man auch etwas macht."

Sebastian Schneider Foto: Robert Haaß

Das "Machen" soll sich natürlich nicht auf den Kindergarten beschränken. Er sieht viele Baustellen in Marktsteft: Da ist die BNE-Station in Alten Hafen, die sicher parallel zum Kindergarten laufen wird. Da ist die Sanierung der Schule, die in der Stadt bleiben soll, da ist die Modernisierung der Kanäle, da ist die Kläranlage Michelfeld, da ist der fehlende Bauhof. Fast alles Projekte, die seit vielen Jahren anstehen, die nach Lösung schreien.

Und die Bewältigung wird es auch für einen Stadtrat unter seiner Leitung nicht zum Nulltarif geben: Die üblichen zwölf Sitzungen pro Jahr werden da wohl nicht ausreichen. Schneider denkt etwa an Wochenend-Klausuren, die nicht nur der Beratung, sondern auch der Teambildung im Gremium dienen sollen. Um sich bereits jetzt schon für die mögliche neue Arbeitsstelle fit zu machen, besucht Schneider Seminare der Freien Wähler, bei denen es nicht nur um Wahlkampf geht. Er will dabei auch Hintergrundwissen sammeln und vernetzen.

In Michelfeld rechnet er mit Gegenwind

Zwei bis drei Wahlveranstaltungen soll es in den folgenden Monaten geben, sicher eine davon im Stadtteil Michelfeld. Und da rechnet er schon mit etwas "Gegenwind", sagt er, nicht ohne dabei zu lächeln. Denn die beiden Sportvereine der Stadtteile stehen durchaus in gesunder Handballkonkurrenz – und Schneider ist immerhin der stellvertretende Vorsitzende des TV Marktsteft.

So langsam wird es Tochter Annabel doch langweilig. Sie möchte Papa wieder für sich haben und Karten spielen – Uno. "Heut hab' ich den Papa abgezockt", sagt sie und Sebastian Schneider lacht dazu – wie so oft. "Ohne Lachen geht gar nichts", sagt er, "und das darf man sich nicht nehmen lassen."

Sebastian Schneider
Alter: 36
Partei: Freie Wähler
Wohnort: Marktsteft
Beruf: Bautechniker
Ehrenämter: Zweiter Vorsitzender TV Martksteft, Jugendtrainer, Schiedsrichter
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Hobbys: Handball, Angeln, Winzer

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