Rödelsee

Bürgermeisterwahl: Burkhard Klein hat nach 18 Jahren noch Ideen

Er hat seine eigene Art als Bürgermeister: Burkhard Klein bestimmt seit drei Perioden die Geschicke Rödelsees. Auch in der vierten Amtszeit will er sich treu bleiben.
"Der schönste Ort ist da, wo ich unter Menschen bin, die mich mögen", hat Bürgermeister Burkhard Klein bei seiner Nominierung gesagt. Die Gemeinschaft der CSU-Listenkandidaten ist ein solcher Ort für ihn. Foto: Gerhard Krämer

Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein strebt die nächste Amtszeit an. "Im Jahr 2002 hätte ich den für verrückt erklärt, der gesagt hätte, ich würde in eine vierte Amtsperiode gehen", hatte der 53-Jährige bei seiner einstimmigen Nominierung für die Kommunalwahl 2020 zugegeben. Freud und Leid, Erfolge und Misserfolge habe er erlebt. In den 18 Jahren sei er mit "einfachen Dingen des täglichen Wahnsinns" und mit schwierigen persönlichen und rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert worden. Aber auch mit viel Miteinander und Füreinander.

Gerade das Miteinander ist für ihn wichtig. Die Gemeinschaft wie beim Wallfahren nach Iphofen. An diesem Tag hätten alle ein Ziel, alle laufen mit. Daran könne man sich hochziehen, wenn man mal schlecht drauf sei. Das Gemeinschaftliche sei Motivation weiterzumachen. Und seine Familie. "Dass die alles mitgemacht haben...", hält Klein einen Moment inne. "Familie und gute Freunde halten mich, stützen mich", bekennt er dankbar.

Wenn er an seinen Stellvertreter Horst Kohlberger denkt und an dessen extrem ruhige Art, die Klein bewundert, schüttelt er nur den Kopf: "Ich bin nicht so." Der Prototyp eines Bürgermeisters einer kleinen Winzergemeinde sei er nicht. "Das will ich auch nicht", betont Klein. "Ich fühle mich manchmal wie 18 oder 21", erzählt er. "Meine Mädels zuhause bremsen mich dann."

Es liegt in der Familie

Über seinen Vater kam er zur Politik. Der sei immer überzeugt gewesen, dass es seine Stimme gewesen sei, die Michael Glos zur Nominierung als Bundestagsabgeordneter verholfen hätte. Sein Vater habe auch die CSU vor Ort mit aufgebaut, zudem sei Burkhard Kleins Großvater Bürgermeister von Atzhausen gewesen. So sei auch er zur CSU und zur Politik gekommen.

Bei der CSU hätten sich viele gewünscht, dass man ihn "steuern könne", dass er "etwas höriger" wäre, erzählt Klein und wirkt nachdenklich: "Ich habe da auch viele heilsame Erfahrungen gemacht."

Bestimmte Erfahrungen muss er als Bürgermeister machen. Obwohl man das Beste für die Allgemeinheit wolle, können Freundschaften zerbrechen. "Es kann richtiger Hass entstehen", fährt Klein fort. Nur, weil man unpopuläre Entscheidungen getroffen habe. Das geh nicht spurlos an ihm vorüber.

Nicht entmutigen lassen

Davon lässt sich Burkhard Klein aber nicht entmutigen. Denn in den 18 Jahren seiner Amtszeit sei für die Gemeinde viel erreicht worden. Nach der Umsetzung der Städtebauförderung in Rödelsee steht nun die Dorferneuerung Fröhstockheim an. "Die will ich unbedingt begleiten." Er ist sich sicher: Wenn die Dorferneuerung erst einmal vorbei ist, dann schaut es nicht nur optisch gut aus, sondern auch in den Köpfen anders.

Neben den vielen Aufgaben, die es weiterzuführen oder zu vollenden gilt, hat Burkhard Klein große Ziele, um die er sich kümmern will. Er möchte ein Klimadorf und eine kohlendioxidneutrale Gemeinde. In diesem Zusammenhang hält er an seinem Wunsch nach einem autofreien Schwanberg fest. Ob die Seilbahn dabei Vision oder Illusion ist, lässt er dahingestellt. Vom Schwanberg jedenfalls wünscht er sich einen ständigen Vertreter im Gemeinderat, nicht nur im Touristikrat.

Politik für Familien und Senioren, Tourismusförderung und neue Baugebiete – schließlich stehen schon 50 Bauwillige auf der Warteliste – stehen auch auf seiner Agenda. 2000 Einwohner dürften es schon werden, meint er. Zuzug tue der Gemeinde insgesamt gut, ist er sicher.

"Ich habe da auch viele heilsame Erfahrungen gemacht."
Burkhard Klein über seine CSU

Mit Gemeinde meint er ein Zusammen von Schwanberg, Rödelsee und Fröhstockheim. Wie hat Klein kürzlich gesagt: 2026 hoffe er auf eine gemeinsame Liste bei der Kommunalwahl. Apropos Kommunalwahl: Die, bei der er zum ersten Mal trotz zweier Gegenkandidaten gewählt worden ist, sei das emotionalste Erlebnis als Kommunalpolitiker gewesen. Neben vielen anderen schönen Erlebnissen, die er auch nach dem 15. März zu haben hofft.

Burkhard Klein
Geburtsdatum: 13. Juli 1966
Partei: CSU
Wohnort: Rödelsee
Beruf: Amtsrat im Notardienst
Politische und sonstige Ehrenämter: Bürgermeister, stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender, CSU-Kreisdelegierter, Feuerwehrmann, Lektor und Vorbeter bei Wallfahrten, Leiter des Touristikrats, Vorstandsmitglied beim VdK, Helfer im Wertstoffhof
Familie: verheiratet, zwei Töchter
Hobbys: Familie, Freunde, Feiern, Lesen (Psychothriller), spazieren laufen mit den beiden Hunden

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